Kai Gerhardt: "Ideen haben wir viele"

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NIDDA - Nach der abermaligen Verlängerung der Pause durch den Hessischen Handball-Verband (HHV) bis Ende Februar macht sich auch der Bezirk Gießen Gedanken, wie es weitergehen kann. Der Vorstand tagte kürzlich per Videokonferenz mit seinen Vereinsvertretern, um über die aktuellen Beschlüsse, mögliche Szenarien einer (Wieder-)Aufnahme der Saison und alternative Spielmöglichkeiten im Sommer zu diskutieren.

46 der insgesamt 53 Klubs nahmen an diesem freiwilligen Austausch teil. Zum Bezirk Gießen gehören unter anderem die die Teams der HSG Gedern/Nidda.

Was den geregelten Spielbetrieb 20/21 angeht, sind drei Szenarien denkbar. Als "zu einem hohen Prozentsatz unwahrscheinlich" stuft der Vorsitzende Kai Gerhardt ein, dass Mitte März unter der Voraussetzung einer dringend notwendigen drei- bis vierwöchigen Vorbereitungszeit flächendeckend gespielt, die laufende Runde wieder aufgenommen und eine komplette Halbserie absolviert werden kann, die laut Durchführungsbestimmungen - inklusive Auf- und Absteiger - nur gewertet werden kann, wenn jeder gegen jeden einmal angetreten ist.

Schon eher denkbar sei aus seiner Sicht, dass man vielleicht noch einmal in die Saison gehe, aber - auch dank eventueller Quarantänen und einzelner Corona-bedingter Absagen - eben die Voraussetzungen für eine Wertung der Spielzeit nicht erfüllen könne, aber immerhin so etwas wie ein Freundschaftsspielbetrieb möglich sei.

Variante C: Die Situation ist irgendwann so aussichtslos, dass es keinen Sinn mehr macht, noch zu spielen, sodass die Saison endgültig abgebrochen wird. "Bis etwa 15. März werden wir schon abwarten, aber natürlich auch schon vorher schauen, wie es sich entwickelt, um nicht überrumpelt zu werden", sagt Kai Gerhardt, der sich dann mit seinen Mitstreitern überlegen wird, wie weiter zu verfahren ist.

Ein Ziel ist schon jetzt, im Jugendbereich, in dem seit den jüngsten HHV-Beschlüssen bereits Schluss ist, nach Ostern eine einigermaßen wie üblich ablaufende Qualifikation hinzubekommen - eine angesichts der Jahrgangswechsel durchaus herausfordernde Aufgabe für alle Beteiligten. Darüber hinaus hat der Bezirk bereits erste Ideen gesammelt und den Vereinen in der virtuellen Sitzung vorgestellt, welche Möglichkeiten es im Sommer geben könnte, wieder und außerhalb des Ligaalltags, aber dennoch unter Wettkampfbedingungen Handball zu spielen.

Denkbar seien beispielsweise "Rasenturniere oder - falls bis dahin möglich - auch kleinere Hallenrunden auf freiwilliger Basis, um den Mannschaften ein Stück weit wieder Spielbetrieb zu bieten. Über den reinen Freundschaftsspielcharakter hinaus und vom Bezirk organisiert", so der Vorsitzende. Ein weiterer Gedanke in Sachen Outdoor-Aktivitäten: Parallel zu den Bemühungen des Verbands den Beachhandball vorantreiben. Wobei zu bedenken ist, dass entsprechende Sand-Anlagen in Region recht dünn gesät sind. "Rasenplätze gibt es dafür genug, aber da bleibt ja auch noch abzuwarten, ob wir da dann auch drauf dürfen, je nachdem auch, wie es mit dem Fußball weitergeht", erläutert Gerhardt, der noch einen weiteren Denkansatz im Köcher hat: "Wir könnten vielleicht auch den Bezirkspokal wieder aufleben lassen, mit einem neuen Modus."

Obwohl das Kerngeschäft Liga-Spielbetrieb ruht und möglicherweise auch noch länger ruhen wird, ist der Handballbezirk Gießen also nicht untätig. "Ideen haben wir viele. Wir müssen dann eben sehen, was auch umsetzbar ist", sagt der Vorsitzende Kai Gerhardt. Wohlwissend, dass auch er und seine Mitstreiter weiterhin komplett vom Verlauf der Pandemie und den entsprechenden politischen Entscheidungen abhängig bleiben.

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