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Jeder Spieler ist wichtig

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Von: red Redaktion

Wetzlar (ra). Jeder Spieler ist wichtig. Das ist einer der Leitsätze von Benjamin Matschke, dem Bundesliga-Trainer der HSG Wetzlar. Dass die Mittelhessen wiederholt das Handball-Oberhaus aufmischen, hat deshalb viel auch mit den Backup-Spielern und deren gelebter Mentalität zu tun.

Über die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar ließen sich täglich neue (Erfolgs)-Geschichten schreiben - und nicht erst seit dem 30:27 (15:13)-Coup am Sonntag bei den Rhein-Neckar Löwen. Mit nach 22 Spieltagen in der Erstliga-Historie noch nie erreichten 28:16 Punkten wurde Tabellenplatz fünf zementiert.

Das glückliche Händchen bei den Trainer-Verpflichtungen Wandschneider/Matschke wäre immer ein Thema. Das mutige Scouting, welches die Verantwortlichen wie Minenarbeiter in Südafrika immer neue Goldäderchen finden lässt, ein anderes. Die Mentalität und Charakterstärke jener Akteure, die als Ergänzungsspieler verpflichtet worden sind, ist aktuell aber einer der wesentlichen Aspekte der Wetzlarer Erfolgsgeschichte.

Den Begriff ›Ergänzungsspieler‹ gibt es für Benjamin Matschke nicht. Schon im vergangenen Sommer während seiner Wetzlarer Trainer-Premiere beim Linden Cup hat der 39-Jährige einen seiner Leitsätze klar formuliert: »Jeder Spieler ist wichtig!«

Die 60 Minuten in der Mannheimer SAP-Arena waren eindeutiger Beleg dafür. Sicher, die 14 Torhüter-Paraden von Till Klimpke; klar, die zuweilen genial anmutende Spielsteuerung von Magnus Fredriksen; ohne Frage, die neun Rückraum-Treffer von Lenny Rubin - all das waren neben den extrem wechselnden Deckungssystemen die Auffälligkeiten einer Auseinandersetzung, in der nicht die vollkommen aus der Spur geratenen, immer noch hochklassig besetzten Rhein-Neckar Löwen als Souverän auftraten, sondern eben die Mittelhessen gerade in Phasen (18:18, 39./24:24, 52.), als das Match zu kippen drohte.

Ohne den stets vorangehenden, aber wegen Corona fehlenden Olle Forsell Schefvert sowie den erneut langzeitverletzten Alexander Feld füllten andere Akteure Matschkes »Jeder Spieler ist wichtig-Credo« mit Leben: Ivan Srsen, der zumeist im Schatten von Stefan Cavor stehende Rückraum-Linkshänder, traf zum 20:19 in der 41. Minute und zum 24:21 in der 48. Minute und löschte in der 5:1-Deckung einen Brand nach dem anderen. Klimpkes Torhüter-Kollege Anadin Suljakovic verhinderte beim Stande von 18:18 (40.) mit einem parierten Siebenmeter gegen Andy Schmid einen Rückstand. Felix Danner, eigentlich als Abwehrstratege verpflichtet, stellte am Kreis mit vier astreinen Abschlüssen selbst Löwen-Nationalkreisläufer Jannik Kohlbacher in den Schatten. Noch Fragen!? »Ich bin sehr zufrieden«, sagt mit Ivan Srsen am Montagvormittag nach seinem Termin beim Physio einer jener ›Jeder- Spieler-ist-wichtig-Kräfte‹, »so ein Auswärtssieg ist gut für das Selbstvertrauen.« Nach eineinhalb Spielzeiten im grünweißen Trikot hat der nie aufmuckende kroatische Linkshänder seinen Platz im Wetzlarer Team gefunden. »Der Trainer gibt mir eine klare Aufgabe. Ich weiß, was er von mir erwartet, er, was er erwarten darf.«, fast der 29-Jährige zusammen, dessen Kontrakt am Ende der Saison ausläuft. »Ich würde gerne in der Bundesliga bleiben«, sagt der Linkshänder, der sich als echter Teamplayer präsentiert. Seine Zukunft ist aktuell noch offen.

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