"Ich bedauere jeden Verein, der etwas machen will"

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NIDDA - Die Altersgrenze um ein Jahr nach unten verschoben, Beschränkungen für Training mit Kindern unter 14 Jahren, neue Regelungen für Training mit Jugendlichen ab 14 unter freiem Himmel. Darüber hinaus benötigen Trainer einen negativen Corona-Test, der nicht älter als 24 Stunden sein darf. Wer aktuell Kinder trainieren möchte, muss viel Zeit und Nerven investieren.

Man könnte fast zu der Vermutung kommen, dass die verabschiedete "Bundesnotbremse" den Trainern sowie Betreuern das "Leben" so schwer wie möglich machen soll, damit sie ihre Freizeit nicht mehr für den trainingswilligen Nachwuchs opfern, sondern ihren ehrenamtlichen Job lieber ruhen lassen.

Für Frank Illing, Vorsitzender des Verbandsausschusses für Qualifizierung und Vereinsentwicklung beim Hessischen Fußball-Verband (HFV), ist die neue Gesetzgebung jedenfalls nicht nachvollziehbar: "Man hätte sich eher fragen sollen, wo die meisten Infektionen stattfinden. Ganz sicher nicht an der frischen Luft."

Sollte der Inzidenzwert drei Tage hintereinander bei 100 oder höher liegen, wie aktuell überall, gelten folgende Beschränkungen: Für Kinder bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres ist die Ausübung von Sport zulässig in Form von kontaktloser Ausübung im Freien in Gruppen von höchstens fünf Kindern. Für alle Menschen ab 14 ist bei einem solchen Inzidenzwert kontaktloser Sport im Freien nur alleine, zu zweit oder mit Angehörigen des eigenen Haushalts erlaubt.

Dennoch bleiben Fragen. Ein Beispiel: "Wir gehen erst einmal davon aus, dass mehrere Fünfergruppen pro Sportplatz möglich sind, sofern die Abstände untereinander eingehalten werden"", sagt Illing. Bei den "Älteren" raten der 52-Jährige und der Verband jedoch von mehreren Zweiergruppen pro Sportgelände ab. "Der Wortlaut des 1. Teilsatzes des Paragrafen 28b 'Sport ist nur zulässig in Form von kontaktloser Ausübung von Individualsportarten, die alleine, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Hausstands ausgeübt werden' spricht eher gegen die Nutzung eines Sportplatzes durch mehrere Zweiergruppen, gerade weil dies für die Kinder anders geregelt wird." Dies sei zwar nicht logisch zu erklären. "Aber so befinden sich die Vereine erst einmal auf der sicheren Seite."

Der HFV bemüht sich weiter um Klärung, ist dafür aber auf Antworten aus Berlin angewiesen. In der Regel sei es bei solchen Gesetzen so, dass Gerichte nach einer Klage die Auslegung vornehmen und einen Präzedenzfall schaffen, erklärt Illing.

"So lange können wir aber nicht warten. Ich bedauere jeden Verein, der etwas machen will. Und wenn weiterhin viele Dinge unklar bleiben, schließen die Vereine vielleicht ihre Sportanlagen, um keine Fehler zu begehen", warnt Illing.

Corona-Tests für Trainer

Immerhin kann der HFV bezüglich der Corona-Tests für Trainer Klarheit schaffen: "Nach Auskunft des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration sowie mehrerer Gesundheitsämter sind für die Tests der Anleitungspersonen sogenannte Selbsttests ausreichend. Die Tests müssen den Anforderungen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte entsprechen. Zugelassene Tests finden Trainer unter folgendem Link: https://www.bfarm.de/DE/Medizinprodukte/Antigentests/_node.html." Der Verband empfiehlt eine Eigendokumentation der Testergebnisse und Aufbewahrung für 14 Tage.

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