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HSG Gedern/Nidda rutscht unter den Strich

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Kirsten Schindler (am Ball) muss mit der HSG eine bitte Heimniederlage einstecken. © Achim Senzel

Aufopferungsvoller Kampf, aber keine Punkte: In eigener Halle müssen die Drittliga-Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda eine schmerzhafte Niederlage gegen TB Wülfrath einstecken.

Es ist ein herber Rückschlag im Ringen um den direkten Klassenerhalt. Die HSG Gedern/Nidda verlor das Vier-Punkte-Spiel gegen den TB Wülfrath mit 26:29 (11:17).

3. Liga: HSG Gedern/Nidda - TB Wülfrath 26:29 (11:17). Am Ende blieb den unterlegenen Handballerinnen aus Gedern und Nidda nichts anderes übrig, als sich bei den 110 Zuschauern in der erneut spärlich besetzen Niddaer Gymnasiumhalle bedröppelt für die Unterstützung zu bedanken. Einen Sieben-Tore-Rückstand hatte die Mannschaft von Trainer Christian Breiler in der zweiten Hälfte egalisiert, um dann binnen weniger Minuten auf die Verliererstraße zu geraten. Hatte diese Aufholjagd an der Substanz gezehrt? Hatten in der Schlussphase die nötigen Körner gefehlt? Fragen, die auch Trainer Christian Breiler nicht zu beantworten vermochte. Aber: »Wir kommen zurück, haben das Momentum auf unserer Seite. Das haben wir viel zu schnell wieder hergegeben, das darf so nicht passieren«, haderte der 44-Jährige.

Das, was sein Ensemble zuvor geboten hatte, war freilich überaus wechselhaft gewesen. 30 Minuten pfui, 20 Minuten hui, weitere zehn Minuten pfui - so könnte man die Geschehnisse in aller Kürze zusammenfassen. »Wenn man von 60 Minuten nur deren 20 gut spielt, ist das natürlich zu wenig«, sagte Breiler. Wohlwissend, dass daran auch die Trainingsumstände nicht unbeteiligt waren. »Wir haben eineinhalb Wochen mit sechs Spielerinnen trainiert. Da ist nicht viel zu machen und das können wir nicht kompensieren«, so der HSG-Coach. Denn: »Wir brauchen eben viel Training, um im Spiel die richtigen Entscheidungen zu treffen, weil wir individuell einfach nicht so gut sind. Wir können es nur als Mannschaft und mit standardisierten Abläufen richten.«

Dass die Gastgeberinnen überhaupt nochmal in die Reichweite von Punkten kommen würden, damit war zur Pause gewiss nicht zu rechnen. Denn das, was die HSG in den ersten 30 Minuten aufs Parkett brachte, war einigermaßen vogelwild. Die Deckung desorientiert, der Angriff völlig überhastet, so dass sich bis zum Ende des ersten Durchgangs sage und schreibe elf technische Fehler und 13 Fehlwürfe summierten. Bis zum 7:7 (13.) kaschierte das Ergebnis die Defizite. Danach schlug Wülfrath zu, zog Tor um Tor davon, erzielte fünf seiner weiteren zehn Treffer bis zur Pause per Gegenstoß. Bis auf sieben Tore (10:17/29.) wuchs der Rückstand an, beim Kabinengang lag Gedern/Nidda mit 11:17 hinten. Eine Halbzeit zum Vergessen.

Mit Wiederbeginn aber zeigte die Spielgemeinschaft ein anderes Gesicht. Sie agierte nun bedeutend kontrollierter, drosselte die Geschwindigkeit der eigenen Angriffe merklich, legte das Spiel breiter an. Und: Die Deckung wurde griffiger, obendrein nahm die eingewechselte Torhüterin Anne Heß (acht Paraden) einige Bälle weg. In Summe bildeten diese Einzelteile die Basis für eine packende Aufholjagd. Rückraumkraft Kirsten Schindler vollendete einen 3:0-Lauf zum 19:20-Anschluss (42.), ehe Linksaußen Isabell Schüler in Überzahl den 21:21-Ausgleich (49.) besorgte.

Selbst die Führung war zum Greifen nah. Allein: Schindlers Siebenmeter fand sein Ziel beim 22:22-Zwischenstand nicht. Danach kippte diese Begegnung wieder. Die HSG verfiel in alte Muster, erlaubte sich ausgerechnet in der entscheidenden Phase etliche schwache Abschlüsse aus der zweiten Reihe. Die drakonische Strafe: Ein 0:5-Lauf, der zum 22:27 (57.) führte. Das Spiel war somit entschieden.

»Für die Tabelle ist das eine sehr schmerzliche Niederlage«, ordnete Breiler ein. Wülfrath, bislang Siebter, zog an seiner Truppe vorbei, hat nun beide direkten Duelle für sich entschieden. »Unser Weg«, betonte der HSG-Coach, »wird damit nicht leichter, das ist klar.« Am nächsten Samstag (19 Uhr) sind die Wetterauerinnen dann beim Rangneunten HSG Kleenheim-Langgöns zu Gast.

HSG Gedern/Nidda: Petek, Elisath (n.e.), Heß (ab 31.); Schüler (2), H. Niebergall (4), Engel (5), Pfaff, Hutin (1), Wäscher (4), E. Niebergall (n.e.), Schindler (5/3), Krauß (n.e.), Nau (3), Schäfer (2).

TB Wülfrath: Klanz, Giebisch (ab 9.); Sippli, Buiting (1), Otte (2), Tanzhaus, Meyer (5), Büngeler (1), Karbowski (3), Kieckbusch (3/1), Jakobeit (7), Djokovic (1), Stausberg (3), Feldstedt (3/1).

Schiedsrichter: L. Bärmann/N. Bärmann (Graben-Neudorf) - Zuschauer: 110 - Zeitstrafen: 6:6 Minuten (H. Niebergall, Engel, Pfaff/Kieckbusch, Jakobeit/2) - Siebenmeter: 4/3:3/2 - Spielfilm: 5:5 (10.), 8:12 (20.), 11:17 (30.), 17:20 (40.), 22:22 (50.), 22:27 (56.), 26:29 (60.). Florian Deis

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Klara Engel (am Ball) wirft ein Tor für die HSG Gedern/Nidda, Wülfraths Kristin Meyer (Nummer 15) schaut zu. Die Punkte holen aber die Gäste. © Achim Senzel

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