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HSG Gedern/Nidda plötzlich ohne Heimspielort

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Nidda (flo). Die Nachricht des hessischen Innenministeriums, dass im Wetteraukreis kurzfristig Notunterkünfte für geflüchtete Personen aus der Ukraine einzurichten seien, erreichte Landrat Jan Weckler in der Nacht zum Mittwoch. Die Konsequenz daraus ploppte wenige Stunden später am Mittwochvormittag dann auch bei der HSG Gedern/Nidda auf. Nämlich, dass das Schulzentrum Nidda zur Notunterkunft umfunktioniert wird - und der heimische Frauenhandball-Drittligist deshalb unbefristet auf seine Trainings- und Spielstätte in der Niddaer Gymnasiumhalle verzichten muss.

Wie geht es nun weiter für die Mannschaft von Trainer Christian Breiler?

»Ich habe keine Ahnung, wie es weitergeht«, sagt der HSG-Chef Martin Schindler. Worte, die auch Trainer Breiler deckungsgleich wählt. Die Stadt Nidda sei damit beauftragt worden, Ausweichmöglichkeiten zu eruieren. Wo die HSG-Handballerinnen Unterschlupf finden, das war am Donnerstag noch offen.

»Dass wir den Geflüchteten helfen müssen, steht außer Frage. Da gibt es keine Diskussion. Meiner Meinung nach gäbe es aber in der Wetterau andere Möglichkeiten, als in Nidda beide Halle zu nehmen. Das ist nur schwer nachzuvollziehen und trifft uns ins Mark«, sagt Breiler.

Für die HSG ist es ein Déjà-vu. Bereits im Zuge der Flüchtlingskrise 2015 musste man umziehen, konnte die Niddaer Gymnasiumhalle von Ende Oktober 2015 bis Februar 2016 nicht nutzen. Damals spielte und trainierte die Breiler-Truppe in Konradsdorf. Das dürfte auch dieses Mal wieder eine naheliegende Option sein. Kontakte in diese Richtung gab es bereits, eine Entscheidung war gestern bis Redaktionsschluss aber noch nicht gefallen. Die geplante Trainingseinheit entfiel. Klar ist: »Wir können in der 3. Liga nur mit Harz spielen. Dafür müssen wir erstmal eine Halle finden«, erklärt der Trainer. »Wir brauchen Hallenzeiten und die Harzerlaubnis. Mit dieser steht und fällt alles. Aber diese Erlaubnis kann nur von oben kommen.«

Am Mittwoch jedenfalls wurde sämtliches Inventar aus der Gymnasiumhalle geräumt. Trikots, Bälle, Trainingsmaterialien. Wo all das landen wird, bleibt (noch) offen. Das für den 19. März angesetzte Heimspiel gegen den 1. FC Köln soll zunächst einmal abgesetzt werden. Mit dieser Bitte ist die HSG an den Deutschen Handballbund herangetreten. Schindler sagt konsterniert: »Wenn wir nichts finden, sagen wir die Runde ab.«

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