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HSG Gedern/Nidda kassiert Pleite beim Schlusslicht

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Klara Engel (HSG Gedern/Nidda) setzt sich in dieser Szene gegen Lea Bulling, Leona Parma und Hanna Schwabauer von der HSG Lumdatal durch. © Oliver Vogler

Herber Dämpfer und ein schmerzlicher Rückschlag im Kampf um Platz sechs: Bei der HSG Lumdatal handeln sich die Drittliga-Handballerinnen eine 22:23 (12:13)-Pleite ein.

Es war eine äußerst diffuse Leistung, die am Sonntag zur Auswärtsniederlage der HSG Gedern/Nidda bei der HSG Lumdatal führte. Am Ende reichte es wohl auch deshalb nicht, weil die schwierigen letzten Wochen mit insgesamt drei Corona-Fällen offenkundig Spuren hinterlassen haben.

3. Liga Frauen: HSG Lumdatal - HSG Gedern/Nidda 23:22 (13:12). So recht wusste Christian Breiler nicht, wie hart oder doch rücksichtsvoll er mit seiner Mannschaft ins Gericht gehen sollte. Einerseits: »Wir sind kein Team, das aus dem Stand spielt. So gut sind wir nicht. Wir haben die vergangenen drei Wochen nicht richtig trainiert, einige Spielerinnen sind mit nur ein, zwei Trainingseinheiten in dieses Spiel gegangen«, ordnete der HSG-Trainer ein. Andererseits: »Wir haben ganz schwach gespielt und hätten einfach mehr Qualität auf die Platte bringen müssen.« Das, was die Spielgemeinschaft in Londorf ablieferte, war jedenfalls in allen Belangen zu wenig. Viel zu wenig. Die Gesamtstatik des HSG-Spiels passte so gar nicht. Die Deckung, wenn auch in Teilen des zweiten Abschnitts leicht verbessert, war längst nicht das Bollwerk der vorherigen Spiele.

Angriff findet nicht ins Spiel

Der Angriff indes suchte 60 Minuten lang seinen Rhythmus - erfolglos. Statt den Ball laufen zu lassen, ließen sich die Gäste offensiv immer wieder festmachen. Spielfluss konnte sich so freilich nicht entwickeln, das allermeiste blieb deshalb mühseliges Stückwerk. »Im Angriff«, befand auch Breiler, »haben wir überhaupt nicht ins Spiel gefunden.«

Bereits die Anfangsphase verhieß nichts Gutes: Nach einer Viertelstunde hatten die Wetterauerinnen schon sage und schreibe sechs Ballverluste produziert. Auch diese Unsauberkeit in den Angriffsaktionen war eines der zahlreichen Probleme, schlussendlich standen 18 technische Fehler zu Buche. So verwunderte es nicht, dass Lumdatal beim 5:4 (10.) erstmals vorlegte und in der 18. Minute mit 7:5 führte. Abschütteln ließ sich Gedern/Nidda aber nicht, gewiss auch dank der Paraden von Torhüterin Anne Heß. Als die 23-Jährige mit einem ihrer 13 gehaltenen Bälle einen Siebenmeter entschärfte und auf der Gegenseite Rückraumakteurin Kristin Amos zur 10:8-Führung (25.) einwarf, schien sich die HSG halbwegs stabilisiert zu haben. Ein Trugschluss: Schon zur Pause war der Vorsprung perdu, lagen die Gäste mit 12:13 im Hintertreffen.

Die Darbietung der Breiler-Sieben besserte sich auch nach Wiederbeginn nicht. Spielerische Elemente wie jene Aktion, als Rückraumspieler Rica Wäscher in der Kreuzbewegung eingesetzt wurde, das Harzleder dann wunderbar zu Klara Engel an den Kreis durchsteckte und diese auf 14:16 (39.) verkürzte, blieben die absolute Seltenheit. Weil aber freilich auch Vorjahresaufsteiger Lumdatal gewissen Limitierungen unterlag, blieb die Partie stets eng.

Die Chancen, auszugleichen oder in Führung zu gehen, warf die HSG dabei im wahrsten Sinne des Wortes regelmäßig weg. Symptomatisch: Beim 20:20-Zwischenstand (51.) nahm Breiler eine Auszeit, um seine Truppe dergestalt zu instruieren, dass sie erfolgreich abschließt. Stattdessen aber sprang ein Fehlpass heraus. Trotz allem: Kirsten Schindler stellte per Siebenmeter auf 21:21 (56.), Emely Nau verwandelte einen Einläufer gar zur 22:21-Führung (58.).

Kurz vor Schluss 22:21 geführt

Und dann? Erst glich Lumdatal in eigener Überzahl aus, dann hatte HSG-Mittelfrau Hannah Niebergall Pech, beim Wurf bereits im Kreis zu stehen, weshalb ihr Treffer nicht zählte. Elf Sekunden vor Schluss war es schließlich Lumdatals Rückraumakteurin Madeleine Müller, die sich durchtankte und den 23:22-Siegtreffer erzielte.

Unfreiwillig verewigte sich Gedern/Nidda somit in der Vereinshistorie des Gegners, der seinen ersten Drittligaheimsieg einfuhr. »Wir haben unsere beste Saisonleistung gezeigt. Hinten raus hatten wir sicherlich auch etwas Glück, aber insgesamt war das ein verdienter Sieg«, freute sich Gastgeber-Trainer Marcel Köhler.

Die Breiler-Truppe hingegen muss den Blick zügig nach vorne richten. Schon am Mittwoch (20 Uhr) steht beim Spitzenreiter SG Mainz-Bretzenheim der Jahresabschluss an. Zeigt die HSG Gedern/Nidda dort kein gänzlich anderes Gesicht, droht eine äußerst unschöne Bescherung.

HSG Lumdatal: Schütz, Olemotz; Sauer (6/3), Schlapp (2), F. Müller (1), Mohr (1), Schneider (2), Schwabauer (1), Hasenkamp, M. Müller (2), Parma, Bulling (2), Smajek, Fuhrländer (6).

HSG Gedern/Nidda: Petek (bei einem 7m), Elisath (bei zwei 7m), Heß (1. - 60.); Rösner (1), Schüler (1), H. Niebergall (3), Engel (4), Pfaff (1), Hutin, Wäscher (3), Amos (2), E. Niebergall, Schindler (4/4), Nau (3).

Schiedsrichterinnen: Stache/Wegmann (Dortmund) - Zuschauer: 80 - Zeitstrafen: 0:4 Minuten (-/Pfaff, E. Niebergall) - Siebenmeter: 4/3:4/4 - Spielfilm: 5:4 (10.), 7:7 (20.), 8:10 (25.), 13:12 (30.), 17:14 (40.), 20:20 (50.), 21:22 (58.), 23:22 (60.)

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