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Herkulesaufgabe

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Oberaus Kapitän Kevin Kuhl (Zweiter von links) lässt den Nieder-Rodener Sergen Tat nicht zum Zug kommen. © Achim Senzel

Oberau/Gedern/Nidda (jore). Nach dem Nachholspielprogramm vor Wochenfrist startet die Fußball-Gruppenliga Frankfurt Ost an diesem ersten März-Wochenende nunmehr offiziell in die Restsaison. Auf dem Terminplan steht ein kompletter 22. Spieltag, der schon am heutigen Samstag mit drei angesetzten Partien eröffnet wird.

Die Reise der Sportfreunde Oberau führt heute Nachmittag (Anstoß 15 Uhr) zum Ligaprimus und Meisterschaftstopfavoriten Sportfreunde Seligenstadt, der aktuell mit sechs Zählern Vorsprung die Rangliste anführt. Nach dem halbwegs gelungen Auftakt am letzten Sonntag gegen die SG Nieder-Roden (1:1) eine echte Herkulesaufgabe für die Werner-Elf. Reisen müssen am Sonntag (alle Spiele 15.30 Uhr) dann auch die beiden anderen Büdinger Kreisvertreter. Der FC Alemannia Gedern hofft im Auswärtsspiel bei der SG Marköbel auf einen vielversprechenden Start. Zumindest von der Papierform her betrachtet ist da die Aufgabe für Tabellenschlusslicht SC Viktoria Nidda beim Tabellensechsten FC Germania Klein-Krotzenburg noch etwas schwerer einzustufen.

Sportfreunde Seligenstadt - Sportfreunde Oberau (heute Nachmittag; Anstoß 15 Uhr). Das Aufeinandertreffen der beiden Namensvetter avanciert zu einem Duell »David« gegen »Goliath«. Mit bisher 81 erzielten Toren und nur zwölf Gegentreffern führt der gastgebende Tabellenführer auch diese Statistiken in der Liga mit großem Vorsprung an. Mehr als vier Tore haben die Seligenstädter bisher im Schnitt pro Spiel erzielt. Da heißt es aus Oberauer Sicht wohl »Beton anrühren«, will man beim Spitzenreiter nicht allzu sehr unter die Räder geraten. Bekanntschaft mit der Offensivpower des Meisterschaftsfavoriten haben die Oberauer in der Hinrunde ja bekanntlich nicht gemacht. Wegen damals akutem Personalmangel verzichtete der Büdinger Kreisvertreter auf die Austragung der Partie und wurde diese kampflos mit 3:0 für Seligenstadt gewertet. Nur drei Gegentreffer jetzt im Rückspiel, damit könnte Oberaus Coach Christoph Werner wohl ganz gut leben, oder? Diesbezüglich nachgehakt stimmte der Übungsleiter der Sportfreunde dieser Annahme allerdings nicht zu. »Natürlich wissen wir die Ausgangsposition entsprechend einzuschätzen, doch auch diese Partie muss erst einmal gespielt werden«, zeigt sich Werner vielmehr kämpferisch. Für den hohen Favoriten ist es das erste Pflichtspiel im neuen Jahr, was dem Underdog dann vielleicht ein wenig in die Karten spielt. Werner ist sich im Klaren darüber: »Wir werden nicht viele Torchancen in diesem Spiel bekommen, weshalb es wichtig ist, dass wir effektiv auftreten«. Die Chancen, zumindest einen Punkt mit nach Hause zu nehmen, steigen aus Sicht von Werner, »je länger wir in diesem Spiel die Null halten«. Die Tatsache, dass der aktuelle Tabellensiebzehnte beim Ligaprimus nichts zu verlieren hat, macht die Sache dann vielleicht auch ein wenig einfacher. Am Donnerstag fand die Trainingseinheit der Sportfreunde auf den Kunstrasenplatz im Sportzentrum Ronneburg statt.

Werner: »Damit die Spieler auch noch mal das Gefühl für diesen Untergrund bekamen, da wir ja auch am Samstag auf Kunstrasen spielen werden«. Personell sieht es so aus, dass Benny Röhlig (Urlaub) und Helge Wagner (krank) weiterhin fehlen werden. Hinter dem Einsatz des angeschlagenen Nicolas Schubert stand zudem noch ein Fragezeichen.

SG Marköbel - FC Alemannia Gedern (Sonntag; Anstoß 15.30 Uhr). Auch wenn in den ausstehenden 19 Ligaspielen noch viele Punkte zu verteilen sind, so dürfen die Chancen des FCA auf den Ligaverbleib aktuell als nicht sonderlich hoch eingestuft werden. »Wir wissen die Situation realistisch einzuschätzen, haben den Glauben an den Ligaverbleib aber noch nicht aufgegeben«, teilte FCA-Spielertrainer Jannik Jung vor dem anstehenden Restrundenauftakt mit. »Zu zeigen, dass wir die Qualität haben gegen jeden Gegner mithalten zu können, das ist dann auf jeden Fall unser Anspruch in den nächsten Wochen«, führte Jung weiter aus. Wichtig wird sein, wie der FCA aus den Startlöchern findet. Der morgige Auftaktgegner weckt bei den Schwarz-Gelben zunächst einmal keine guten Erinnerungen. Die Minimalisten aus dem Hammersbacher Ortsteil präsentierten sich im Hinspiel atypisch torhungrig und verließen im November 2021 als 5:2-Sieger den Platz. FCA-Spielertrainer Jannik Jung weiß was seine Mannschaft auch diesmal erwartet und charakterisiert den Gegner als eine Mannschaft, »bei der schon eine gewisse Qualität vorhanden ist«. Der Gederner Coach geht davon aus, dass morgen Nachmittag im Hammersbacher Ortsteil auf dem Hartplatz gespielt wird, was aus seiner Sicht die Aufgabe nicht einfacher macht. »Es wird ein physisches Spiel werden mit vielen Zweikämpfen, die wir von Beginn an annehmen müssen«, so Jung. Die Generalprobe in der Woche ist schon einmal geglückt. Nach einem 1:0-Erfolg beim Kreisoberligisten VfR Wenings hat der FCA den Einzug in das Büdinger Kreispokal-Viertelfinale geschafft. Jung sprach im Nachhinein von einem verdienten Sieg und freute sich vor allem darüber, »dass wir im Defensivbereich kaum etwas zugelassen haben«. In der zurückliegenden Vorbereitung wurde der FCA gegen Ende wegen Corona-Fällen ein wenig ausgebremst. Mit den Leistungen in den Testspielen - die Partie gegen die SG Freiensteinau mal ausgeklammert - war man dann beim FCA auch nicht unzufrieden. Gegenüber letzten Mittwoch wird Lukas Reichert wieder in den Kader zurückkehren.

Definitiv fehlen werden hingegen Benjamin Horchler (Knieprobleme) und Leon Mehic (Sprunggelenk). Fragezeichen stehen zudem hintere den Einsätzen von David Malter, Marvin Laubach und Maximilian Vonalt.

FC Germania Klein-Krotzenburg - SC Viktoria Nidda (Sonntag; Anstoß 15.30 Uhr). 18 Spiele muss die Viktoria bis Mitte Juni noch absolvieren, doch jeder weiß, dass schon ein kleines Fußballwunder eintreten muss, will man das angestrebte Unterfangen Klassenerhalt noch in die Tat umsetzen.

Zwei Trainer haben im bisherigen Saisonverlauf bereits das Handtuch geworfen. Routinier und Urgestein Christoph Pilch hat zwischenzeitlich Verantwortung übernommen und soll dazu beitragen, dass die Saison ordentlich zu Ende gespielt wird. »Die Trainingsbeteiligung in der Vorbereitung wurde gegenüber den letzten Wochen im alten Jahr deutlich gesteigert«, war Pilch mit der Vorbereitung nicht unzufrieden, auch wenn corona- und verletzungsbedingte Ausfälle das Gesamtfazit dann doch ein wenig relativieren. Besonders schwer wiegt der Ausfall von Abwehrchef Raul Doda, der sich im zweiten Vorbereitungsspiel verletzte und in der Woche erst mit dem Lauftraining beginnen konnte. Doda wird also noch eine Zeit fehlen und auch Jannis Scheffler (Wadenverhärtung) steht wohl erst frühestens Ende März wieder zur Verfügung. »Wir wollen uns besser verkaufen als in der ersten Saisonhälfte«, hofft Pilch auf eine bessere Punktausbeute in der verbleibenden Restsaison. Der morgige Gegner aus Klein-Krotzenburg hat vor Wochenfrist im Nachholspiel gegen Türk Gücü Hanau (6:0) schon mal eine erste Duftmarke gesetzt. Pilch misst diesem Ergebnis allerdings keine allzu große Bedeutung bei.

Im Hinspiel waren die Viktorianer ein durchaus ebenbürtiger Gegner. Trotz einer 2:0-Führung hatte man am Ende aber mit 2:3 das Nachsehen. Ob am Sonntag der bisherige Stammkeeper Ovidiu Gheorghe Popa oder aber der in der Winterpause vom FSV Dauernheim gekommene Andre Schmid zwischen den Pfosten stehen wird, das wollte Pilch noch nicht verraten. Die Entscheidung, wer bei den Torhütern als Nummer eins in die Restsaison gehen wird, sie scheint noch nicht gefallen zu sein.

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