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Herausforderung

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Gedern/Nidda (jore). In der Fußball-Gruppenliga Frankfurt Ost kann man im Lager von Spitzenreiter Sportfreunde Seligenstadt bereits den Meisterschaftssekt kaltstellen. Vor dem am Wochenende anstehenden 31. Spieltag beträgt der Vorsprung auf den ärgsten Verfolger Kickers Obertshausen weiterhin 13 Punkte. Im Auswärtsspiel bei der SG Marköbel will die Schmidt-Elf schon am heutigen Samstag (Anstoß 16 Uhr) mit einem weiteren Dreier vorlegen.

Sechs weitere Paarungen stehen dann am morgigen Sonntag auf dem Terminkalender. Ein besonderes Spiel - vielleicht sogar die wichtigste Begegnung in dieser Saison - steht dann für den heimischen FC Alemannia Gedern auf dem Programm. Der FCA trifft zu Hause auf den unmittelbaren Tabellennachbarn VfB Offenbach (Anstoß 15.30 Uhr). Das zuletzt zwei Mal in Folge ungeschlagene Tabellenschlusslicht SC Viktoria Nidda setzt seine »Abschiedstournee« im Auswärtsspiel beim in den letzten Wochen schwächelnden FC Germania Dörnigheim (Anstoß 17 Uhr) fort. Die Partie VfB Oberndorf gegen Türk Gücü Hanau fällt wegen Corona im Hanauer Lager aus.

FC Alemannia Gedern - VfB Offenbach (Sonntag, 15.30 Uhr). Am »Tag der Arbeit« will der FCA die noch vorhandene Chance auf den Klassenerhalt am Leben erhalten. Man muss nur auf die aktuelle Tabelle schauen und stellt unschwer fest: Das anstehende Heimspiel hat für die Alemannen absolut richtungsweisenden Charakter. Es geht in der Partie gegen den unmittelbaren Tabellennachbarn, der nach dem Auswärtssieg in der Woche beim FSV Bad Orb (4:2) nunmehr vier Punkte besser dasteht, um absolute Big-Points im Abstiegskampf. Verliert der FCA dieses Spiel, dann wären die Chancen auf den Ligaverbleib wohl nur noch von theoretischer Natur. Im Falle eines Heimsieges darf man weiterhin vom Klassenerhalt träumen. Dass überhaupt noch geträumt werden darf, hat der FCA einer bemerkenswerten Punktausbeute im Kalenderjahr 2022 zu verdanken. Die Schwarz-Gelben sind eigentlich fast hoffnungslos abgeschlagen in die Winterpause gegangen und im Frühjahr 2022 noch einmal auferstanden. FCA-Spielertrainer Jannik Jung (»Natürlich ist das ein extrem wichtiges Spiel für uns«) ist sich der Bedeutung der Partie bewusst, wollte aber noch nicht von einem »Endspiel« reden, »denn auch danach sind noch acht Spiele zu absolvieren«. Von den vier Mannschaften, die sich nach dem aktuellen Tabellenbild noch Hoffnung auf den freien Nichtabstiegsplatz machen können, genießt der VfB Offenbach - auch wegen zwei weniger ausgetragenen Spielen - die beste Ausgangsposition.

Aus Sicht von Jung war der morgige Gegner auch immer sein Favorit, was die Platzierung von Rang 14 in der Abschlusstabelle betrifft. An das Hinspiel erinnert man sich gerne beim FCA, wurde es doch mit 5:2 recht deutlich gewonnen. Als Maßstab will Jung dieses Resultat allerdings nicht heranziehen. »Schon damals war zu erkennen, welch hohe individuelle Qualität beim Gegner vorhanden ist. Vor allem in der Offensive sind sie gut aufgestellt«, zeigt Jung großen Respekt vor dem Gegner. Der FCA-Coach bezeichnet den Gegner als »echte Wundertüte« und baut beim angestrebten Unterfangen Heimsieg dann natürlich auch auf das in den letzten Wochen wiedergewonnene Selbstvertrauen seiner Mannschaft. »Egal wie sich die Personalsituation auch dargestellt hat, waren die Leistungen doch sehr stabil. Wir haben in den letzten Spielen vor allem wenige Torchancen zugelassen«, teilte Jung mit.

Die personelle Situation vor der morgigen Partie stellt sich so da, dass der zuletzt erkrankte Till Barschtipan wieder in den Kader zurückkehren wird. Hoffnung besteht nach Auskunft von Jung auch bei Maximilian Vonalt. Dagegen wird Lukas Reichert (krank) erneut ausfallen. Auch Jung (kirchliche Hochzeit am heutigen Samstag) selbst verzichtet nachvollziehbarweise auf einen Startelfeinsatz.

FC Germania Dörnigheim - SC Viktoria Nidda (Sonntag, 17 Uhr). Vier Punkte aus den beiden letzten Spielen. Man kann schon sagen: Die Viktoria muckt noch einmal auf und hat als abgeschlagenes Tabellenschlusslicht die Saison noch nicht abgehakt. Ein Indiz hierfür war sicherlich der letzte Auswärtsauftritt beim FSV Bad Orb (2:2), als man bis zum Schluss um den am Ende realisierten Punkt gekämpft hat. Viktoria-Spielertrainer Christoph Pilch sah sich nach Spielende dann auch in seiner schon in den letzten Wochen gewonnen Erkenntnis bestätigt, »dass der Trend aktuell nach oben geht und die Jungs wieder den Drang haben nach einem Rückstand das Spiel noch drehen zu wollen«. Man mag es vor dem Auswärtsauftritt der Pilch-Elf im Maintaler Ortsteil gar nicht glauben, doch die Statistik lügt nicht: Die Viktoria war in den letzten Wochen erfolgreicher als die morgen Nachmittag gastgebende Germania. Während Nidda aus den letzten zwei Spielen vier Punkte holte, gingen die Maintaler in den letzten acht Partien gleich sieben Mal (!) als Verlierer vom Platz. Diese Bilanz überrascht dann sogar den Niddaer Coach. »Das war mir ehrlich gesagt gar nicht so bewusst und macht natürlich Mut und Hoffnung, dass wir am Sonntag vielleicht auch in Dörnigheim etwas mit nach Hause nehmen können«, teilte Pilch mit. Die Tatsache, dass die Viktoria mit einem wieder breiteren Kader in den Maintaler Ortsteil reisen wird, darf als zusätzliches Plus gewertet werden.

Erstmals im Kader stehen wird der in der Winterpause vom Kreisoberligisten SV Blau-Weiß Schotten gewechselte Maysen Razin, der nach Ablauf der Wechselsperre ab dem 1. Mai für die Viktoria spielberechtigt ist. Pilch hält große Stücke auf dem Youngster und charakterisiert ihn als »sehr flexibel einsetzbaren Spieler«. Stürmer Garik Rafaelyan steht den Viktorianern wieder zur Verfügung, wird aber wohl noch nicht in die Startelf zurückkehren.

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