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»Harter Kampf bis zum Schluss«

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Trainer Michael Dietrich bleibt dem FSV Dauernheim treu. © Red

Der FSV Dauernheim setzt in der Trainerfrage auf Kontinuität. Mit Michael Dietrich soll der Klassenerhalt gelingen.

Mit dünnem Kader, aber dafür einer umso größeren vereinsinternen und mannschaftlichen Geschlossenheit will der FSV Dauernheim auch in dieser Saison den Ligaverbleib in der Fußball-Kreisoberliga Büdingen sichern. Damit sich das Team voll und ganz auf die anspruchsvolle Aufgabe konzentrieren kann, wurde bereits in diesen Tagen die Trainerfrage für die kommende Saison geklärt. Trainer Michael Dietrich hat seinen Vertrag verlängert und wird beim FSV in die vierte Saison gehen.

Für den stellvertretenden FSV-Vorsitzenden Frank Horn eine folgerichtige Entscheidung: »Wir sind sehr zufrieden mit der Arbeit von Michael.« Die Ausdehnung der Zusammenarbeit zwischen Trainer und Verein sei ligaunabhängig erfolgt. Horn geht davon aus, dass der aktuelle Tabellenelfte auch in der Saison 2022/23 der höchsten Spielklasse des Kreises Büdingen angehören wird. »Wir hatten immense Verletzungsprobleme, denken aber dennoch, dass wir den Klassenerhalt schaffen werden«, meint Horn. Das Polster auf die möglichen vier Abstiegsplätze ist freilich nicht groß. Drei Punkte beträgt der Vorsprung der Dietrich-Elf auf den KSV Aulendiebach. »Uns ist klar, dass es auch in der Rückrunde ein harter Kampf bis zum Schluss werden wird. Keinesfalls rechne ich in Sachen Klassenerhalt mit einer vorzeitigen Entscheidung«, stellt sich Michael Dietrich auf eine spannungsgeladene Rückrunde ein.

Was im Abstiegskampf für den FSV Dauernheim spricht, ist die Erfahrung. Der Kern der Truppe spielt seit Jahren zusammen und hat in der Kreisoberliga schon die eine oder andere brenzlige Situation gemeinsam gemeistert. Dass die Qualität im Kader stimmt, demonstrierten die Dauernheimer Fußballer in den vergangenen Jahren im Kreispokalwettbewerb. In den vergangenen sieben Jahren (2015 und 2020) wanderte der große Pott gleich zweimal in die Vereinsvitrine des familiär geführten Vereins aus dem Ranstädter Gemeindeteil.

Dauernheimer Verletzungspech

Mit der bescheidenen Zielsetzung »Klassenerhalt« bewiesen die Verantwortlichen des Vereins vor der Saison Realitätssinn. Dass es angesichts der nicht grenzenlosen Auswahl an kickendem Personal hin und wieder zu Engpässen kommen kann, war im Vorfeld einkalkuliert.

»Im Großen und Ganzen sind wir mit dem Verlauf der Hinrunde zufrieden. Uns war vor der Saison klar, dass es in erster Linie um den Klassenerhalt geht und die Tatsache, dass wir derzeit knapp über dem Strich stehen unterstreicht die Einschätzung«, erläutert Michael Dietrich. Die Vorzeichen zu Saisonbeginn waren nicht optimal. Stürmer Max Henss verletzte sich bereits in der Vorbereitung erneut am Knie und hat seither kein Spiel absolviert. Ebenso fielen im weiteren Saisonverlauf mit Pascal und Sören Haust sowie Baris Demir drei wichtige Spieler mit schweren Verletzungen aus. Gut für den FSV, dass mit Marco Grollmann einer der langjährigen Stützen plötzlich kaum gekannte Torjägerqualitäten an den Tag legt. Mit elf Treffern nimmt Grollmann den zweiten Platz in der Liga-Torschützenliste ein. Zum Vergleich: Die Gesamtzahl aller Dauernheimer Treffer beläuft sich lediglich auf 19 geschossene Tore. »Die Mannschaft ist nach diesen personellen Rückschlägen enger zusammengerückt und hat Charakter gezeigt. Spieler wie beispielsweise Philipp Hauler haben einen Schritt nach vorne gemacht«, freut sich der FSV-Trainer über positive Entwicklungen. Wie eng die Personaldecke beim langjährigen Kreisoberligisten tatsächlich war und ist, wurde deutlich, als mit Carsten Meißner ein »Oldie« reaktiviert wurde, der seine Karriere mit seinen rund 50 Jahren schon längst beendet hatte. »Carsten hat voll mitangepackt und wusste zu überzeugen«, ist Dietrich voll des Lobes über den früheren Ausnahmespieler, der Ende der 80er Jahre für die A-Junioren des Bundesligisten Eintracht Frankfurt gespielt hat.

Michael Dietrich, der als Trainer bereits für die Ligakonkurrenten Blau-Weiß Schotten und SV Seemental gearbeitet hat und als aktiver Spieler selbst lange Jahre im Büdinger Oberhaus gekickt hat, kennt die Kreisoberliga wie seine eigene Westentasche und weiß um die Ausgeglichenheit der Spielklasse. »Wichtig war, dass wir in der Hinrunde, abgesehen von der Partie gegen Ortenberg, gegen alle anderen Mitkonkurrenten punkten konnten und somit Big Points eingefahren haben«, blickt der in Ranstadt lebende Polizeibeamte auf die Vorrunde zurück. Verbesserungswürdig sieht er das Offensivspiel seines Teams. »Unsere Tore verteilten sich auf zu wenige Schultern, wodurch wir leichter auszurechnen sind«, so Dietrich.

Stammkeeper verlässt den FSV

Wie das auch in anderen Vereinen bei verschworenen Gemeinschaften häufig der Fall ist, so hält sich auch beim FSV Dauernheim die Fluktuation an Spielern in den Transferperioden zumeist in Grenzen. Mit Andre Schmid hat sich in der Winterpause jedoch der bisherige Stammkeeper in Richtung des Gruppenligisten Viktoria Nidda verabschiedet. Mit Jannik Hofmann steht jedoch ein geeigneter Nachfolger in den Startlöchern.

Frank Schneider

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