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Halbfinale oder Sommerpause

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Von: Michael Nickolaus

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Taylor Vause (hier verfolgt von Mitch Wahl) und der EC Bad Nauheim müssen nach der Nullnummer vom Sonntag wieder einen Weg finden, Tore zu erzielen. © Red

Halbfinal-Qualifikation oder Sommerpause? Der EC Bad Nauheim ist heute (19.30 Uhr) zu Spiel sieben der Playoff-Serie bei den Kassel Huskies zu Gast. Der Eishockey-Zweitligist aus der Wetterau hat gute Erinnerungen an ein Alles-oder-nichts-Spiel in Nordhessen.

Alles oder nichts in Kassel - da war doch mal was! Im April 2013 hatten die Roten Teufel am Auepark den Oberliga-Meistertitel gewonnen. Am Dienstag (19.30 Uhr) könnte der EC Bad Nauheim mit einem Erfolg in Spiel sieben bei den Huskies erstmals seit 2004 in das Halbfinale der zweiten Eishockey-Liga einziehen. Bei einem Sieg winkt ab Donnerstag eine Serie mit den Ravensburg Towerstars (außerdem stehen sich Frankfurt und Heilbronn gegenüber). Bei einer Niederlage ist die Saison 2021/22 für den Klub aus der Wetterau beendet.

»Viele dachten, irgendwie wird’s schon werden. Letztlich haben wir nicht genug getan, nicht genug gearbeitet. Und dann kam eines zum anderen«, sagt Harry Lange nach der Niederlage am Sonntag. Der Trainer des EC Bad Nauheim hatte an dem für die Wetterauer eishockeyhistorischen 21. April 2013 noch selbst für die Roten Teufel auf dem Eis gestanden, ebenso wie Daniel Ketter.

Die Niederlage vom Sonntag war am Montagmorgen abgehakt. Dass das 0:5 zugleich für die höchste Saison-Pleite steht - nebensächlich. »Eine Niederlage nach Verlängerung oder ein 0:5 - in den Playoffs macht das keinen Unterschied«, sagt Lange. Die offensive Nullnummer dürfte den Coach aber zum nachdenken bringen. Mit Tristan Keck hat der Top-Torjäger zuletzt als überzähliger Kontingentspieler zuschauen müssen. Dass sich der Trainer vor dem Playoff-Showdown diesbezüglich nicht in die Karten blicken lässt - verständlich.

Klar ist: Neben den Langzeitausfällen Philipp Wachter und Christoph Körner wird auch Andreas Pauli nach einem Drei-Spiele-Comeback erneut krankheitsbedingt nicht dabei sein können. »Die Jungs hätten sich das Halbfinale einfach verdient nach dieser Saison«, sagt Lange. Kurios: In vier von sechs Spielen der aktuellen Playoff-Serie hat sich die Auswärtsmannschaft durchsetzen können.

Am Sonntag, vor Saisonrekord-Kulisse von mehr als 3700 Zuschauern, hatte Langes Mannschaft schlicht zu wenig gemacht, ihre gute Anfangsviertelstunde nicht zu Treffern genutzt, Backup-Keeper Jonas Neffin zu selten ernsthaft geprüft und sich durch Strafzeiten geschwächt. Ob der Fall Jerry Kuhn und die Zwei-Spiele-Sperre gegen den Stammtorwart die Nordhessen hat noch mehr zusammenrücken lassen - reine Spekulation.

Die körperliche Attacke des 36-jährigen Profis gegen einen Fan des EC Bad Nauheim war am Wochenende bundesweit in die Schlagzeilen geraten. Die Liga hatte den Aussetzer des gebürtigen US-Amerikaners mit der Mindestsperre von zwei Spielen sanktioniert. Andreas Ortwein, Geschäftsführer des EC Bad Nauheim, hatte am Samstagmorgen einen deeskalierenden Austausch mit seinem Amtskollegen Joe Gibbs von den Huskies gesucht. Während der Fall sportrechtlich durch die Sperre der DEL2 abgeschlossen wurde, laufen noch die zivilrechtlichen Ermittlungen der Behörden. Zum einen von Amtswegen wegen Körperverletzung, zum anderen wurde auch der Vorwurf von Todesdrohungen gegen die Familie des Torwarts geäußert und in den sozialen Medien gestreut. Ein Vorwurf, der nun auf seinen Wahrheitsgehalt überprüft wird. »Wenn die polizeilichen Ermittlungen ergeben, dass ein Straftatbestand vorliegt, werden wir entsprechend handeln. So lange dieser Prozess läuft, werden wir uns nicht äußern«, nennt Ortwein den Standpunkt des EC.

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