Großer Kampf, große Aufregung

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Gießen (mk). Gießens Trainer Pete Stobl war sichtlich mitgenommen. Bei aller Emotionalität wählte er seine Worte mit Bedacht. »Ich will nicht Ausreden suchen. Aber entscheidend war heute die Verteilung der Freiwürfe«, sagte der Coach der Gießen 46ers nach der bitteren 95:103 (41:55)-Niederlage seiner Bundesliga-Basketballer gegen Bonn.

Strobl hatte zudem zu Beginn des letzten Viertels sein zweites technisches Foul kassiert und musste folglich den Innenraum verlassen. Für was er diese »T« kassiert hatte, blieb rätselhaft. »Ich habe überhaupt nicht verstanden, warum der Schiedsrichter zu mir gekommen ist«, sagte Strobl hinterher. Er hatte mit seinem Spieler Dennis Nawrocki geschimpft - und bekam ein technisches Foul von Schiedsrichter Dennis Sirowi aufgebrummt. Der Verdacht liegt nahe, dass Sirowi wegen der Vornamens-Gleichheit irgendetwas aus dem Gespräch Strobls mit Nawrocki aufgeschnappt hat und einem Missverständnis aufgesessen ist.

Schon das erste »T« gegen Strobl war sehr seltsam gewesen: Er stand in seiner Coachinzone und gab Anweisungen an seine Spieler, als ein Bonner beim Einwurf den Ball aus kurzer Distanz gegen den ausgestreckten Arms Strobl warf, der in eine andere Richtung geschaut hatte.

Dass Strobl vor seinem Rauswurf keinesfalls mit oder über die Referees gemeckert hatte, bestätigten auch die Augen- und Ohrenzeugen, Co-Trainer Steven Wriedt und Florian Koch, Gießens Bester gegen das Spitzenteam. Fakt ist aber: Mit dem Innenraum-Verweis für Strobl - zu diesem Zeitpunkt lagen seine 46ers mit 70:76 (32.) zurück - hatten die schwachen Schiedsrichter die Partie vorentschieden.

Bärenstarker Koch

Denn die Verunsicherung bei den Mittelhessen war danach deutlich spürbar - die Folge: Ein Bonner 8:0-Lauf zum 84:70 (34.), weitere zwei Minuten später hieß es 91:73 (36.) für die Rheinländer. Danach kamen die wacker kämpfenden Gießener zwar durch einige verwandelte Dreier von unter anderem Topscorer Nuni Omot (26) auf 90:96 heran, in Gefahr bringen konnten sie den sechsten Bonner Sieg in Serie aber nicht mehr.

Ein erstes Ausrufezeichen setzte Fayne, der es nach einem Steal von McCullum mächtig krachen krachen ließ - 13:9 (5.). Doch nach der Bonner Auszeit egalisierten die Gäste schnell wieder, und beide Teams lieferten sich fortan ein ausgeglichenes erstes Viertel (21:24). Zu Beginn des zweiten Abschnitt legten die Bonner, die insgesamt die reifere Spielanlage und schraubten ihren Vorsprung bis zur Pause in den zweistelligen Bereich (55:41). Doch zu Beginn der zweiten Halbzeit feierten die 46ers ein beeindruckendes Comeback: Angeführt von dem gebürtigen Bonner Koch legten die leidenschaftlichen Gießener mit Vollgas-Basketball einen 14:0-Lauf hin und hatten beim 55:55 nach nur 3:20 Minuten in der zweiten Halbzeit die Begegnung wieder ausgeglichen. Nach einer Auszeit fingen sich die Baskets aber und gingen mit einem 76:70-Vorsprung in den Schlussabschnitt. Wenig später flog Strobl aus der Halle - und der Tabellenzweite schaukelte den 103:95-Erfolg, nach Hause

Gießen: McCullum (9, 8 Assists, 2 Steals), Omot (26/4 Dreier, 6 Rebounds, 4 Steals), Nawrocki (3/1), Anderson (9/3, 1 Assist), Begue (4), Uhlemann, Tate (10, 4 Rebounds, 4 Assists), Koch (23/3, 6 Rebounds), Fayne II (6, 4 Rebounds), Williams (3, 1 Assists), Bryant (2, 4 Rebounds). Schiedsrichter: Krause/Sirowi/Fingerling. Zuschauer: 1001 (ausverkauft). - Viertelergebnisse: 21:24, 20:31, 29:21, 25:27.

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