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Das Handball-Jahr 2021: Kein Zuckerschlecken für Hannah Niebergall (rechts) und die HSG Gedern/Nidda.

Goldener November und Corona-Fälle

Gedern/Nidda (flo). Was eigentlich ist Normalität? Sicherlich eine Begrifflichkeit, die in Zeiten der Pandemie höchst relativ geworden ist. Das gilt in allzu vielen Lebensbereichen, gewiss auch im Sport. Ist es etwa normal, dass die Drittliga-Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda die erste Saisonhälfte weitgehend nach Plan über die Bühne bringen? Oder ist das, was vor zwei Jahren ohne jeden Zweifel als Normalität etikettiert worden wäre, heutzutage schon eher außergewöhnlich?

Ligabetrieb startet im September

Sei’s drum: Bei den Wetterauerinnen sind sie heilfroh, endlich wieder regelmäßig spielen zu dürfen. Von November 2020 bis Ende Juni diesen Jahres kann die Spielgemeinschaft monatelang nur trainieren - freilich, selbst das ist zeitweise als Privileg zu betrachten. Ab Juli stehen dann Testspiele auf dem Programm, im September startet für die Mannschaft von Trainer Christian Breiler der herbeigesehnte Ligabetrieb. Und das sogar vor Zuschauern, die dem Klub weiterhin die Treue halten. Im Schnitt kommen bei den fünf Heimspielen je rund 250 Zuschauer.

Auch sportlich nimmt die HSG nach Anlaufschwierigkeiten Fahrt auf. Der goldene November mit drei Siegen in Serie hievt das Breiler-Team in die obere Tabellenhälfte. Ein kurzer Höhenflug, der jäh gestoppt wird: Drei Corona-Fälle sorgen für eine Trainingspause und eine Spielabsage. Zwei Niederlagen im Dezember lassen Gedern/Nidda auf Rang acht und somit auf einen Abstiegsrundenplatz zurückfallen. Die schwere Verletzung von Abwehrchefin Hanna Rösner (Kreuzbandriss) trübt die Aussichten weiter ein. Fünf Siege, sechs Niederlagen und also 10:12 Punkte stehen zur Winterpause zu Buche.

Hiobsbotschaft abseits des Parketts

Hiobsbotschaften gibt’s auch abseits des Parketts: Der Deutsche Handballbund beschließt im Oktober, die 3. Liga in einem noch nicht näher definierten Zeitfenster auf 36 Teams zu verkleinern. Sich auch dann in dieser Spielklasse zu halten, wird eine Herausforderung. Aber natürlich will die HSG in der 3. Liga bleiben, sie ist ja gewissermaßen ein Urgestein, bestreitet derzeit ihre achte Drittligasaison seit dem Aufstieg 2012. Normalität in bewegten Zeiten sozusagen.

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