Gnadenlose Effizienz

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Region (op). Einen Titel dürften die Offenbacher Kickers jetzt schon sicher haben: Standardmeister. Keine Mannschaft erzielt in der Fußball-Regionalliga Südwest so viele Tore nach ruhenden Bällen wie die Offenbacher. Der OFC gewann das Topspiel gegen die SV Elversberg mit 3:1.

Ein Elfmetertreffer und zwei Kopfballtore nach Eckbällen bescherten dem OFC den zehnten Sieg in den letzten elf Spielen. Die Tabellenspitze ist jetzt die zweite Woche in Offenbacher Hand. Mit einer beeindruckenden Konstanz absolvieren die Kickers die Aufgaben. Auf Tuchfühlung ist im Moment nur die zweite Mannschaft des FSV Mainz 05, die einen Punkt zurückliegt.

Vor 5173 Zuschauern profitierten die Kickers wieder einmal von der exzellenten Schusstechnik des defensiven Mittelfeldspielers Tunay Deniz. Der 27-Jährige hatte vergangene Woche das Siegtor gegen den FC Homburg mit einem Freistoß aus mehr als 50 Metern erzielt. Nun verwandelte er einen Elfmeter zum 1:1, zirkelte dann zwei Eckbälle so exakt in den Strafraum, dass Flo Bojaj und Mathias Fetsch die einstudierte Variante zweimal per Kopf verwandelten. Der überragende Deniz war damit an fünf der letzten OFC-Treffer direkt beteiligt, wobei fünf Tore durch Standards fielen, und der sechste Treffer ein Eigentor war. »Standards sind bei uns eine Waffe«, durfte sich Ristic freuen. »Deniz hatte dieses Gefühl im Fuß, er kann so exakt spielen, das müssen wir ausnutzen«, sagte Ristic. Wobei der Einsatz von Deniz wegen der bevorstehenden Geburt seines Kindes immer ein bisschen in Gefahr ist. »Bis jetzt hat es geklappt, er wartet noch auf die Geburt. Vielleicht müssen wir es bis zum 19. Dezember hinausziehen«, schmunzelte Ristic mit Blick auf das nächste Spitzenspiel für den OFC. Nach einer zweiwöchigen Pause steht am 18. Dezember noch das nächste Spitzenspiel beim SSV Ulm 1846, der am Wochenende überraschend zu Hause gegen den FC Homburg verloren hat, an.

Den besseren Start erwischten die Gäste, die etwas mehr Zug im Spiel nach vorne hatten. Der OFC war zunächst damit beschäftigt, im letzten Drittel des Spielfeldes alles zu kontrollieren. Das funktionierte aber nur bis zur 22. Minute, bis zwei Schwächen auf den defensiven Außenbahnen bestraft wurden. Linksverteidiger Marcos ließ sich hinterlaufen, die Flanke von Feil flog über die gesamte OFC-Deckung, an deren Ende Maik Vetter den Ball verfehlte, den dann Schnellbacher akrobatisch per Seitfallzieher zum 0:1 ins lange Eck wuchtete. Die bis dahin verdiente Führung für die Gäste aber war wie ein Hallo-Wach-Effekt für die Kickers, die jetzt entschlossener auftraten. Lohn der Bemühungen war der Ausgleich. Menke hatte Bozic sechs Meter vor dem Tor zu Fall gebracht. Deniz verwandelte sicher.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit waren die Elversberger erneut die aktivere Mannschaft, konnten sich aber in der Offensive nicht mehr so entwickeln.Offenbachs Flo Bojaj hatte in der 70. Minute signalisiert, dass er mit den Kräften am Ende war und raus wollte. An der Außenlinie stand Mathias Fetsch bereit, doch der Auswechslung kam ein Offenbacher Eckball zuvor. »Bei Ecke darfst du nicht auswechseln«, und dafür wurde Ristic belohnt, denn Bojaj köpfte das 2:1 und wurde durfte dann raus. Trainer Ristic freute über die gnadenlose Effizienz seiner Mannschaft, die zur Belohnung erst mal bis Mittwoch frei machen darf. Dann beginnt die Vorbereitung auf Ulm, wahrscheinlich auch mit Training von Standards.

Tore: 0:1 Schnellbacher (21.), 1:1 Deniz (32/Foulelfmeter), 2:1 Bojaj (74.), 3:1 Fetsch (83.). Gelbe Karte: Huseinbasic, Bozic - Menke, Feil, Mustafa. Schiedsrichter: B auer (Mainz). Zuschauer: 5173.

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