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Glanzlos über nächste Hürde

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Alicia Pfaff hat sich gegen Königsborns Hanna Wrede (links) durchgesetzt und erzielt einen ihrer insgesamt zwei Treffer für die HSG Gedern/Nidda. © Ralph Lehmberg

Konradsdorf (flo). Die Drittliga-Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda sammeln wichtige Punkte für den Klassenerhalt - und immer weniger schauen zu. Gerade einmal 75 Zuschauer sehen den 24:19 (11:7)-Erfolg gegen den Königsborner SV im zweiten Spiel der Abstiegsrunde.

Allenfalls zu einem Drittel war die Sporthalle Konradsdorf gefüllt, vielleicht nicht einmal das. »Das ist schon bitter, aber wer will schon diese Umleitung fahren«, hat der Vorsitzende Martin Schindler Verständnis. Christian Breiler, den Trainer, macht der Anblick weitgehend menschenleerer Tribünen »traurig«. Er sagte: »Wir spielen in Konradsdorf auswärts. Von den Zuschauerzahlen, von der Stimmung her ist das schwierig für uns.«

Gegen Königsborn zumindest reichte es auch ohne die Energie von den Rängen und ohne eine Leistung am Maximum zu einem im Grunde ungefährdeten Sieg. Dabei legte die Breiler-Sieben zwar los wie die Feuerwehr, führte dank Ballgewinnen in der Abwehr und schneller Umschaltaktionen ratzfatz mit 3:0 (2.). Damit aber hatten die Gastgeberinnen ihr Pulver auch erst einmal verschossen. Ganze achteinhalb Minuten dauerte es bis zum nächsten Treffer. Denn: Die HSG produzierte plötzlich Fehlwürfe und technische Fehler in bedenklicher Anzahl. Das gegen einen Gegner, der damit jedoch nicht sonderlich viel anzufangen wusste, der - das muss man so deutlich artikulieren - in Konradsdorf bei allem Bemühen auch die Begründung dafür ablieferte, weshalb die Niederlage im Oberhessischen die nun schon 15. Pleite in Serie war.

»Wir haben uns das Leben unnötig schwergemacht«, fasste Breiler zusammen. Bis zur Pause setzte sich seine Mannschaft immerhin auf 11:7 ab. Um dann mit Beginn des zweiten Durchgangs wieder durchzustarten: Mit konsequentem Tempohandball über die erste und zweite Welle zogen die Gastgeberinnen auf 16:9 (40.) davon. Ehe sich die Geschichte des ersten Abschnitts wiederholte. Wieder überkam die HSG Gedern/Nidda mit der klaren Führung im Rücken eine gewisse Lethargie, wieder nahm sie die Geschwindigkeit aus dem Spiel, wieder schoss die Fehlerrate in die Höhe.

Vielleicht all das auch deshalb, weil die Breiler-Truppe möglicherweise spürte, dass von Königsborn wenig Gefahr ausgeht. Weil sie instinktiv merkte, ohne ernsthafte Folgen den Fuß etwas vom Gaspedal nehmen zu können. Einmal - dreieinhalb Minuten vor Schluss war das - verkürzten die Nordrhein-Westfälinnen tatsächlich auf 18:21. Ehe das 22:18 (58.) von Kreisläuferin Klara Engel die Entscheidung bedeutete. Trotz 20 Fehlwürfen und 15 technischen Fehlern: Wirklich bedroht war dieser 24:19-Sieg nie.

»In dieser Runde zählt es nicht, schön zu spielen. Es zählt einfach nur, die Spiele zu gewinnen«, machte Breiler einen Haken hinter diese Aufgabe. Wohlwissend: Bei der PSV Recklinghausen müssen die Wetterauerinnen am nächsten Samstag ein ganz anderes Gesicht zeigen. »Es läuft auf einen Dreikampf zwischen Königsdorf, Recklinghausen und uns hinaus. Wir wollen unter den ersten beiden, die drinbleiben, dabei sein«, weiß der HSG-Trainer um die Bedeutung des anstehenden Auswärtsspiels.

Auf einem anderen Blatt steht, ob der sportliche Klassenerhalt dann auch tatsächlich mit einem Drittligaverbleib einherginge. Bis zum 15. Mai läuft die Meldefrist für die nächste Saison. »Bisher haben wir nicht gemeldet«, erklärte Schindler auf Nachfrage. Denn eine Lösung hinsichtlich der Hallensituation ist bis dato nicht in Sicht, in Konradsdorf sieht der Club bekanntlich keine Perspektive. »Ja, es ist etwas Bewegung reingekommen, aber nicht bei den Entscheidern«, so Schindler. Dorthin, wo Entscheidungen getroffen werden, ist die Spielgemeinschaft also noch nicht durchgedrungen. Breiler sagte: »Es ist traurig, dass von der Politik keine Perspektive aufgezeigt wird. Wir versuchen das als Mannschaft auszublenden, aber natürlich ist das schwierig. Es ist keine positive Stimmung zurzeit.« Klar ist: Die Uhr tickt. Aktuell wohl gegen eine Drittliga-Zukunft der HSG Gedern/Nidda.

HSG Gedern/Nidda - Königsborner SV 24:19 (11:7).

HSG Gedern/Nidda: Petek, Heß (ab 50.); Schüler (1), H. Niebergall (7/1), Engel (3), Pfaff (2), Hutin, Wäscher, E. Niebergall, Schindler (9/3), Krauß, Schäfer (2).

Königsborner SV: Röttger, Jünner (ab 31.); Webers (1), Hering (2), Nordberg, Fahn (1), Wrede (5), Krogull, Axtmann, Gerbe, Pein (9/7), Grünzig, Krollmann (1).

Schiedsrichter: C. Kamper/K. Kamper (Mönchengladbach) - Zuschauer: 75 - Zeitstrafen: 4:2 Minuten (Engel, Schäfer - Axtmann) - Siebenmeter: 7/4:7/7 - Spielfilm: 3:0 (2.), 4:2 (11.), 7:4 (20.), 11:7 (30.), 16:9 (40.), 20:15 (50.), 24:19 (60.).

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Jona Krollmann (links, Königsborn) versucht, Gedern/Niddas Hannah Niebergall zu bremsen. © Ralph Lehmberg

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