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Trainer Christian Wenzel (rechts) mit seinem Team.

Handball

Gemeinsam das Maß aller Dinge

Weibliche A-Jugend der HSG Oberhessen und HSG Gedern/Nidda kooperieren erfolgreich. Team führt die Bezirksligatabelle an.

Büdingen/Nidda (flo). Sechs von sechs Partien gewonnen, ein weiteres Spiel kampflos zu eigenen Gunsten entschieden: Die A-Jugend-Handballerinnen der HSG Oberhessen sind als verlustpunktfreier Herbstmeister das Maß aller Dinge in der Bezirksliga A Offenbach-Hanau. Der Vorsprung auf den Rangzweiten TSG Offenbach-Bürgel beträgt bereits drei Punkte. Im Interview spricht Trainer Christian Wenzel über die Gründe des Erfolgs, die Kooperation mit der HSG Gedern/Nidda und die Aussichten auf den Titel.

Herr Wenzel, Sie haben mit Ihrem Team alle bisherigen Spiele gewonnen. Weshalb läuft’s so gut?

Vor der Saison sind einige Spielerinnen von der HSG Gedern/Nidda zu uns gekommen. Dadurch haben wir noch mal sieben Mädels dazubekommen. Das verschafft uns eine höhere Spielerstärke, mehr Qualität und natürlich auch ganz andere Trainingsvoraussetzungen. Dass wir immer eine gute Trainingsbeteiligung hatten, ist schon ein großer Vorteil. Wir sind auf jeder Position gleichwertig doppelt besetzt, können also ohne Leistungsabbruch tauschen. Und wir kommen über Kampfbereitschaft und Einstellung, dadurch holen wir oft die letzten Prozente raus.

Wie kam es dazu, dass die Spielerinnen der HSG Gedern/Nidda unter dem Dach der HSG Oberhessen auflaufen?

Gedern/Nidda hatte zwar schon für die Runde gemeldet, konnte dann aber kurzfristig keine Mannschaft mehr stellen, sie waren insgesamt zu wenige Spielerinnen. Wir hatten vor ein paar Jahren schon einmal eine solche Kooperation. Damals waren wir unterbesetzt und unsere Mädels haben in Gedern/Nidda gespielt. Diesmal haben wir deren Mädels aufgenommen, um ihnen die Möglichkeit zu geben, weiterhin Handball zu spielen. Andernfalls hätten viele, die noch nicht alt genug sind, um im Damenbereich mitzuspielen, gar nicht mehr spielen können. Deshalb ist Gedern/Nidda auf uns zugekommen. Es war zeitlich aber zu knapp, um noch eine Jugendspielgemeinschaft zu gründen.

Hatten Sie sich ausgerechnet, eine solch gute Rolle zu spielen? Oder ist das doch ein Stück weit überraschend?

Wir waren mit unserer Mannschaft immer oben dabei. Aber wir haben vor der Runde keine Erwartungen formuliert, Erster oder gar zu diesem Zeitpunkt verlustpunktfrei zu sein. Für uns stand eigentlich im Vordergrund, die sieben neue Spielerinnen zu integrieren. Daher hatten wir uns diese sehr gute Platzierung keineswegs als Ziel gesetzt.

Wie reibungslos ist es gelungen, zwei Mannschaften zu einer Mannschaft zusammenzuführen?

Zu Beginn der Saison hatten wir da noch ein paar Schwierigkeiten. Das zum Teil auch, weil einige Spielerinnen in der Vorbereitung schon Testspiele bei den Frauen in Gedern/Nidda gemacht hatten und deshalb in den ersten Spielen gesperrt waren. Die Mädels mussten sich dann natürlich mannschaftlich und sportlich erst mal finden. Das haben sie aber echt gut gemacht und das wurde im Laufe der Saison immer besser. Aber auch da können wir uns noch steigern.

Fünf Spiele stehen noch an. Da kann das Ziel nur lauten, oben zu bleiben und Meister zu werden, oder?

Wir gehen nicht davon aus, dass wir noch mal so locker durchkommen. Da warten noch viele enge Spiele auf uns, wir hatten einige gute Gegner dabei. Wir werden daher von Spiel zu Spiel gucken. Aber wenn wir unsere Arbeit machen, dann werden wir am Ende auch Erster sein.

Inwieweit gibt es Planspiele, die Zusammenarbeit zwischen Oberhessen und Gedern/Nidda fortzusetzen?

Wir sind da tatsächlich dran, nächste Saison noch mal eine gemeinsame A-Jugend auf die Beine zu stellen. Fakt ist: Beide Vereine werden es nicht schaffen, alleine eine weibliche A-Jugend an den Start zu bringen. Wir schauen, ob wir das gemeinsam hinbekommen. Wenn das gelingt, sind wir uns eigentlich einig, nächste Saison in der A-Jugend eine Jugendspielgemeinschaft einzugehen.

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