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Gederns Jung: »Es geht immer etwas«

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Oberau/Gedern/Nidda (jore). In der Fußball-Gruppenliga Frankfurt Ost marschiert Spitzenreiter Sportfreunde Seligenstadt mit acht Zählern Vorsprung weiter vorneweg. Auch der coranabedingte Ausfall von sieben Spielern und Coach Lars Schmidt konnte den Ligaprimus nicht stoppen. Es reichte dennoch zu einem 7:1-Kantersieg gegen Schlusslicht SC Viktoria Nidda.

Schon am heutigen Samstag (Anpfiff 15 Uhr) hat der Tabellenführer den FSV Bad Orb zu Gast, was dann auch nur zu einer Pflichtaufgabe werden dürfte. Die drei Büdinger Kreisvertreter müssen am Sonntag (alle Spiele um 15.30 Uhr) allesamt reisen. Nach dem Spielausfall in der Woche beim FC Langen treten die Sportfreunde Oberau nunmehr beim Tabellensiebten FC Germania Klein-Krotzenburg an. Der Dreier in der Woche im Heimspiel gegen die Hessenliga-Reserve des FC Hanau 93 hat den FC Alemannia Gedern wieder ein Stück weit neue Hoffnung im Abstiegskampf gegeben. Morgen Nachmittag im Auswärtsspiel bei der SG Nieder-Roden dürften die Trauben dann aber doch ein wenig höher hängen. Die Partien gegen Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel finden für den SC Viktoria Nidda am Sonntag eine Fortsetzung. Die Pilch-Elf gastiert beim Tabellenvierten FC Bayern Alzenau II.

FC Germania Klein-Krotzenburg - Sportfreunde Oberau (Sonntag, 15.30 Uhr). Das Corona-Chaos beim Gegner FC Langen und der hieraus folgende Spielausfall kam den Sportfreunden aus Oberau in der Woche mit Sicherheit nicht ungelegen. »Ich will ja nicht jammern, aber die Liste der verletzten und kranken Spieler ist aktuell sehr lang«, teilte Spielausschusschef Peter Kuhl mit und führte gleich acht Spieler auf. Die langzeitverletzten Spieler wie Fischer, Kern oder Hassler hat Kuhl dabei noch nicht einmal mitgerechnet. Von der Anzahl her betrachtet ist es dann sogar eine ganze Mannschaft, die in Langen nicht zur Verfügung gestanden hätte. Die missliche Personallage entspannt sich vor dem morgigen Gastspiel im Fußballkreis Offenbach nicht wirklich. Stefano Amore (OP), Kevin Kuhl (Bänderriss), Jonas Jacobi (Knie), Nicolas Schubert, Falk van Haaren (beide krank) und Semir Kurtovic (Knöchel) fallen weiterhin aus. Bei Helge Wagner (Kniekehle) besteht (Stand Freitagmorgen) nach Mitteilung von Coach Christoph Werner zumindest noch Hoffnung auf einen Einsatz. »Unser Verletzungspech in dieser Saison, das ist wirklich schon unglaublich«, teilte Werner mit. Die Ergebnisse am letzten Mittwoch haben die Ausgangsposition im Abstiegskampf für die Sportfreunde nicht unbedingt verschlechtert. »Sie haben eigentlich alle für uns gespielt«, stellte Werner fest. Allerdings auch verbunden mit der Feststellung, »dass wir jetzt natürlich auch selbst punkten müssen«.

Vorne hui, hinten pfui

Vorne hui, hinten pfui, so darf man Stärken und Schwächen des morgigen Gastgebers kurz zusammenfassen. Mit spielentscheidend wird morgen Nachmittag sein, ob die Sportfreunde Vuk Toskovic (22 Tore), den Goalgetter der Germania in den Griff bekommen. 58 Gegentore hat der Tabellensiebte im bisherigen Saisonverlauf bereits kassiert und damit sogar drei mehr als die Gäste aus Oberau. Das sollte aus Sicht der Sportfreunde doch Mut machen. Auch das Hinspiel, als man nach einem 1:4-Rückstand noch 4:4-Remis spielte, hat gezeigt, dass der Gegner verwundbar ist. »Hätten wir nicht die Personalprobleme, würde ich sagen, das ist ein Duell auf Augenhöhe«, so Werner, der sich jedoch auch mit dezimierter Elf etwas ausrechnet. »Ein Punkt ist unser Minimalziel.«

SG Nieder-Roden - FC Alemannia Gedern (Sonntag; Anpfiff 15.30 Uhr). Man mag es kaum glauben, doch die Statistik lügt nicht: Der FCA hat im neuen Jahr bis dato mehr Punkte eingefahren als der morgige Gastgeber aus dem Rodgau. Sechs Zähler aus drei Spielen, so lautet die Bilanz der Gäste, während der Tabellensechste in vier Partien vier Punkte eingeheimst hat. Dem Auftaktremis in Oberau (1:1) folgte in der Woche der 3:2-Heimsieg gegen den FSV Bad Orb. Die SGN hat beispielsweise beim FC Hanau 93 II mit 0:1 verloren. Also gegen die Mannschaft, gegen die der FCA am Mittwoch einen 2:0-Heimsieg feierte.

Nach so viel Statistik sei die Frage erlaubt: Geht da am Sonntag was für den FCA? »Es geht immer etwas«, teilt FCA-Coach Jannik Jung diesbezüglich mit, gibt im gleichen Atemzug aber auch zu verstehen, »dass Nieder-Roden in diesem Spiel natürlich der klare Favorit ist«. Jung charakterisiert den Gegner als »physisch ungemein starke Mannschaft, die wenig Fehler macht und bei der vor allem im Offensivbereich viel Qualität vorhanden ist«. Es könnte aus Sicht des FCA am Sonntag auch deshalb etwas gehen, weil es schon im Hinspiel (1:2) ein enges Spiel war und die Mannschaft nach zwei Siegen im neuen Jahr vielleicht auch ein wenig Selbstvertrauen hinzugewonnen hat.

»Es ist kein weiterer verletzter Spieler hinzugekommen«, das war neben dem Ergebnis eine weitere frohe Botschaft, die FCA-Coach Jannik Jung nach dem Erfolg gegen Hanau verkünden konnte. Gianluca Kraus und David Malter werden mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder in den Kader zurückkehren. Jung erinnert sich an eine am Ende etwas unglückliche Heimniederlage und bleibt auch nach sechs Punkten aus den letzten drei Spielen weiterhin Realist.

Nicht zu hohe Ansprüche stellen

»Wir sollten jetzt nicht gleich wieder zu hohe Ansprüche an uns selbst stellen, sondern weiterhin einfachen Fußball spielen. Ich denke, das war eine Stärke, die uns bei den letzten beiden Siegen ausgezeichnet hat«, teilte Jung abschließend mit.

FC Bayern Alzenau II - SC Viktoria Nidda (Sonntag; Anstoß 15.30 Uhr). Nach dem Gastspiel in der Woche beim Tabellenführer in Seligenstadt (1:7) geht es für die Viktoria an diesem dritten März-Wochenende erneut gegen eine Mannschaft aus dem oberen Tabellendrittel. Am kommenden Mittwoch steht dann schon die nächste Herkulesaufgabe bei der SG Rosenhöhe auf dem Terminkalender.

Man kann Viktoria-Spielertrainer Christoph Pilch verstehen, wenn er sagt: »Ich bin froh, wenn dieses wahnsinnig schwere Auftaktprogramm endlich vorbei ist.« Über 80 Minuten spielte die Gänsweid-Elf am letzten Mittwoch beim Ligaprimus in Unterzahl. »Mit nur zehn Spielern auf ungewohntem Kunstrasen - und dann noch gegen einen solchen Gegner. Da war für uns natürlich nichts zu holen. Seligenstadt ist dann natürlich auch kein Maßstab für uns«, hat Pilch das letzte Ergebnis schnell abgehakt.

Lenhart Matheis bricht sich den Arm

Noch bitterer als die einkalkulierte Auswärtsniederlage war aus Niddaer Sicht die rote Karte für Arsen Dashyan und der verletzungsbedingte Ausfall des gerade erst wiedergenesenen Lenhart Matheis, der sich einen Armbruch zugezogen hat und jetzt wieder länger ausfallen wird. Da auch Jannis Scheffler (Skifreizeit) weiterhin nicht zur Verfügung steht, stellt sich die Mannschaft morgen Nachmittag im Freistaat Bayern quasi von alleine auf.

Immerhin kehrt Tolga Yilmaz in den Kader zurück und der langzeitverletzte Abwehrchef Raul Doda steht nach Mitteilung von Pilch zumindest als »Notnagel« zur Verfügung. Dass die Aufgabe gegen die Alzenauer Hessenliga-Reserve alles andere als einfach wird, dessen ist sich Pilch (»Das ist eine junge wilde und gut ausgebildete Truppe«) bewusst. In der Woche haben die »Bayern« dem FC Germania Klein-Krotzenburg beim 6:4-Erfolg ein halbes Dutzend an Toren eingeschenkt und im Hinspiel behielt Alzenau mit 3:0 die Oberhand. Schon ein Punktgewinn wäre aus Viktoria-Sicht ein ganz tolles Ergebnis.

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