1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport

Gang in Abstiegsrunde

Erstellt: Aktualisiert:

KA_Sport_RLE_124_030422_4c
Emely Nau hat sich durchgesetzt und erzielt einen ihrer insgesamt fünf Treffer für die HSG Gedern/Nidda. © Ralph Lehmberg

Konradsdorf (flo). Es steht nun auch rechnerisch fest: Die Drittliga-Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda müssen ab Ende April in der Abstiegsrunde um den Klassenerhalt kämpfen. Nach der 20:30 (10:16)-Heimpleite gegen den Staffel-Meister SG Mainz-Bretzenheim ist der rettende sechste Platz nicht mehr zu erreichen.

Die Zuschauer in der Sporthalle Konradsdorf bewiesen ein gutes Gespür. Sie verabschiedeten die Mannschaft von Trainer Christian Breiler mit aufrichtigem Applaus, obwohl diese über 60 Minuten hinweg ohne jede Chance auf einen Erfolg geblieben war. Das aber ändert freilich nichts an der Feststellung, dass die Spielgemeinschaft schleunigst den Schalter umlegen muss. So wie sich die HSG Gedern/Nidda bei den jüngsten drei Niederlagen gegen den 1. FC Köln, beim TuS Königsdorf und gegen Mainz-Bretzenheim präsentierte, dürfte es in der Abstiegsrunde schwer werden, den Klassenerhalt zu realisieren.

Insbesondere die anhaltend erschreckend hohe Fehlerquote ist ein massives Problem. Gegen Bretzenheim verlor die Spielgemeinschaft sage und schreibe 25 Mal den Ball aufgrund von technischen Fehlern oder nicht angekommenen Anspielen. »Wir müssen die unnötigen Fehler abstellen«, weiß Breiler. Doch es ist ein Handicap, das sich bereits durch die gesamte Rückrunde zieht. Gut möglich, dass dies Ausdruck der vorhandenen Verkrampfung ist.

Hemmnisse

Vom beabsichtigten befreiten Aufspielen gegen den Spitzenreiter war jedenfalls nichts zu sehen. »Wir tun uns da momentan schwer, uns fehlen die Lockerheit und der Spaß«, sagt der HSG-Coach. »Die Niederlage gegen Köln zuhause und in dieser Höhe war schon ein Knackpunkt. Man sieht, dass der Kopf eine Rolle spielt und die Mannschaft sich selbst im Weg steht. Aber wir müssen das hinter uns lassen.« Es gibt einfachere Aufgaben.

Da passte es ins Bild, dass die Handballerinnen aus Gedern und Nidda gegen Bretzenheim fast viereinhalb Minuten für ihren ersten Treffer brauchten. Das übrigens war zugleich auch der erste Wurf aufs Tor, denn alle drei vorherigen Angriffe hatten sie schon vor dem Abschluss weggespielt. Doch auch danach kam die Breiler-Sieben nie in Schwung. Entweder torpedierten Ballverluste die eigenen Angriffsbemühungen. Oder aber die Spielgemeinschaft fand gegen die kompakte und körperlich klar überlegene Bretzenheimer Deckung nicht den Weg in die Tiefe. Die Folge waren viele Versuche aus dem Rückraum, die aber regelmäßig leichte Beute für SG-Torfrau Nathalie Schlesinger waren.

Dabei war es beileibe nicht so, dass die Rheinhessinnen ihre Bestform aufs Parkett gebracht hätten. Sie erledigten diese Pflichtaufgabe eher im Schongang. »Meine Mannschaft«, sagt Trainerin Ildikò Barna, »ist aktuell etwas kaputt, nicht einmal körperlich, eher mental. Das Spiel war daher nicht besonders schön. Bei uns haben Torhüterin, Abwehr und Gegenstoß funktioniert. Das hat gereicht.« In der Tat: Kurze Phasen, in denen Gedern/Nidda allzu schnell und allzu häufig den Ball herschenkte, nutzten die Gäste regelmäßig, um den Vorsprung in Windeseile in die Höhe zu treiben. Sei es von 3:3 (9.) auf 7:3 (13.) oder von 11:9 (25.) aufs Pausen-16:10. Ebenso in der zweiten Hälfte von 25:19 (54.) auf das finale 30:20.

Die HSG Gedern/Nidda sollte nun tunlichst versuchen, sich in den letzten beiden noch ausstehenden Begegnungen irgendwie ein gutes Gefühl für die Abstiegsrunde zu holen. Ob und wann diese Partien stattfinden, ist aber noch offen. Das Auswärtsduell beim 1. FSV Mainz 05 II ist bis dato für den kommenden Mittwoch (19.30 Uhr) angesetzt, eine nochmalige Verlegung steht jedoch im Raum. Bayer Leverkusen II indes - so jedenfalls heißt es vonseiten der HSG-Verantwortlichen - blockt bislang alle Termine ab. Allein: Spätestens am Gründonnerstag müssen alle Spiele ausgetragen sein, das hat der Deutsche Handballbund festgelegt. HSG-Trainer Breiler bringt’s so auf den Punkt: »Dieses ganze Hin und Her mit Verlegungen und Terminen nervt einfach nur noch.«

HSG Gedern/Nidda - SG Mainz-Bretzenheim 20:30 (10:16). HSG Gedern/Nidda: Petek, Elisath (bei einem Siebenmeter), Heß (n.e.); Patz (n.e.), Schüler (n.e.), H. Niebergall (3), Engel, Pfaff, Hutin (2), Wäscher (3), Amos (2), E. Niebergall, Schindler (3/3), Krauß, Nau (5), Schäfer (2).

SG Mainz-Bretzenheim: Leinert (ab 50.), Schlesinger; Schmitt (2), Gangel (1), Quetsch (2/1), Weber (4), Schneiders, Bach (3), Graebling (2), Mack (5/2), Stolle (3), Herrgen (2), Dankwardt (5), Dingeldein (1).

Schiedsrichter: Marx/Pühler (Leichlingen/Nümbrecht) - Zuschauer: 100 - Zeitstrafen: 4:0 Minuten (Niebergall, Krauß - keine) - Siebenmeter: 4/3:3/3 - Spielfilm: 3:3 (9.), 3:7 (13.), 7:10 (20.), 10:16 (30.), 13:20 (40.), 16:25 (50.), 20:30 (60.).

Auch interessant