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Furiose Teufel schlagen Crimmitschau

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Von: Christoph Sommerfeld

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Stefan Reiter (89) bejubelt mit seinen Teamkollegen das 1:0 für Bad Nauheim. © Red

(cso). Acht Tore, aufgeheizte Stimmung auf den Rängen und eine Eishockey-Partie auf hohem Niveau sahen die Zuschauer am Faschingsdienstag im Kurpark. Der EC Bad Nauheim entschied eine furiose DEL 2-Begegnung gegen die Eispiraten Crimmitschau mit 5:3 (2:1, 3:1, 0:1) für sich und setzte ein deutliches Zeichen im Kampf um Platz vier.

Unter den Augen von Star-Comedian Oliver Pocher, der für einen guten Zweck in Bad Nauheim weilte und auch im Colonel-Knight-Stadion vorbeischaute, legten die Roten Teufel konzentriert los und waren gleich im Spiel. Von schlampigen Pässen wie am Sonntag war nicht viel zu sehen. Beim EC musste Patrick Seifert aufgrund eines positiven Schnelltests am Morgen kurzfristig passen.

Im Anschluss an einen Lemay-Versuch lief Stefan Reiter, der schon vor zwei Tagen überzeugt hatte, einen Konter und traf aus dem rechten Bullykreis zum 1:0 (8.). Die Eispiraten ließen sich davon beeindrucken. Nach einem Puckverlust hatte Tristan Keck freie Bahn, nur Mario Scalzo konnte ihn noch stören (10.). Dann feuerte Leo Hafenrichter einen Blueliner ab, der schließlich seinen Weg ins Tor fand. Fabian Herrmann war als Letzter an der Scheibe - 2:0 (10.). Das Gäste-Powerplay überstanden die Bad Nauheimer zwar in der Folge, fingen sich aber einen unnötigen Gegentreffer ein. Huba Sekesi vertändelte den Puck und gab Andre Schietzold eine Möglichkeit zum Abschluss. Bei dessen Treffer sah Felix Bick nicht gut aus. Der EC-Goalie war anschließend aber bei einem Lemay-Schuss auf dem Posten (18.). Im EC-Powerplay zum Viertelende prüfte Kevin Schmidt noch zweimal den Eispiraten-Schlussmann.

Und der frisch gebackene Vater nahm den Elan mit ins nächste Drittel. Mit beherztem Einsatz setzte er sich vor dem Eispiraten-Gehäuse durch und erzielte das 3:1 (21.). Nicht bestrafen konnten die Gäste dann den Fauxpas von Erik Stephan, dessen Pass erneut Schietzold abfing und mutterseelenallein vor Bick stand. Der entschärfte die Situation (25.) routiniert. Effektiver zeigten sich die Roten Teufel. Einen Tobi-Wörle-Kracher konnte Luka Gracnar nur abprallen lassen. Sekesi drückte den Rebound aus der Luft spektakulär zum 4:1 über die Linie (30.). Zu viel war auch vor dem Gästetor los, als Kevin Schmidt den nächsten Distanzschuss losließ. Anrej Bires war mit dem Abstauber zur Stelle (38.). Noch im EC-Jubel unter ging dann das 2:5 durch Willy Rudert (38.).

Im Schlussviertel hatte Timo Gams für Crimmitschau seinen großen Auftritt. In Minute 48 narrte er mit einem fulminanten Alleingang die gesamte EC-Abwehr und netzte zum 3:5 ein. Ihre Aufholjagd vermasselten sich die Gäste dann selbst. Als die Sachsen ihren Torwart vom Eis nehmen wollten, unterlief ihnen ein Wechselfehler, der dem EC ein weiteres Powerplay bescherte. Letztlich reichte es für die Truppe von Trainer Harry Lange. »Wir haben vor allem läuferisch überzeugt. Am Ende war die Partie ein bisschen wild«, sagte der EC-Coach recht nüchtern.

EC Bad Nauheim: Bick - K. Schmidt, M. Köhler, Stephan, Sekesi, T. Schmidt, Hafenrichter, Ketter - Keck, Vause, Wörle, Pollastrone, Hickmott, Bires, Herrmann, El-Sayed, Reiter, van Calster, L. Köhler.

Eispiraten Crimmitschau: Gracnar - Scalzo, Kreutzer, Wishart, Olleff, Thomas, Walsh - Feser, Timmins, Lemay, Schietzold, Pohl, Gams, Reisnecker, Gläser, Lavallee, Rudert, Weyrauch, Demmler.

Steno / Schiedsrichter: Singaitis/Neutzer. - Zuschauer: 1506. - Tore: 1:0 (8.) Reiter (El-Sayed), 2:0 (10.) Herrmann (Hafenrichter, El-Sayed), 2:1 (15.) Schietzold, 3:1 (21.) K. Schmidt (Bires, Vause), 4:1 (30.) Sekesi (Wörle, Bick), 5:1 (38.) Bires (Pollastrone, K. Schmidt), 5:2 (38.) Rudert (Demmler, Weyrauch), 5:3 (48.) Gams. - Strafen: 18:6 Minuten.

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