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Frankfurt enttäuscht im Spitzenspiel

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Region (löf). Der Platz des bisherigen Sponsors auf den Trikots der Eishockey-Löwen Frankfurt blieb nicht ungenutzt: Anstelle des Schriftzugs der russischen Bank VTB, ihrem Kooperationspartner, von dem sich die Löwen am Freitag nach dem Angriff von Russland auf die Ukraine getrennt hatten, prangte eine starke Botschaft. »Peace« - Frieden - hatten sich die Frankfurter auf ihr Dress geschrieben.

Sportlich lief es für den Eishockey-Zweitligisten durchwachsen: Am Freitag gewann der Tabellenführer bei den Tölzer Löwen, gestern Abend setzte es eine Heimniederlage im Spitzenspiel

Löwen Frankfurt - Ravensburg Towerstars 1:3 (0:1, 0:1, 1:1). Auf dem Eis konnten die Löwen aber keine derart starke Vorstellung hinlegen. Im Spitzenspiel der DEL 2 gelang es ihnen nicht, ein geeignetes Mittel zu finden, um die sehr kompakt stehende Mannschaft der Ravensburg Towerstars zu knacken. Und so erlebten die 2206 Zuschauer trotz eines Aufbäumens im Schlussdrittel eine enttäuschende 1:3-Niederlage.

Ungeachtet dessen treten die Löwen am Dienstag (20 Uhr) in Bayreuth zum viertletzten Hauptrundenspiel als Spitzenreiter an, denn zuvor war die Überlegenheit der Frankfurter, die bis zum Sonntag elf von zwölf Spielen bei einer Tordifferenz von 60:21 gewonnen hatten, beinahe schon beängstigend,

Die einzige Niederlage in dieser Phase war das 3:5 gegen die Kassel Huskies. Und an diese erinnerte irgendwie auch das 1:3 gegen Ravensburg. Die Towerstars, die in der laufenden Saison alle vier Duelle mit den Löwen für sich entschieden hatten, kamen nach Frankfurt praktisch mit einer fast identischen Taktik wie vor drei Wochen die Huskies. Einerseits kompakt den Raum vorm eigenen Gehäuse eng machend und Schüsse nur von außen zulassend, andererseits jede Gelegenheit nutzend, um selbst Stiche zu setzen.

Das Schussverhältnis von 26:31 unterstreicht, dass die Ravensburger trotz der Kompaktheit in der eigenen Zone auch nach vorne aktiv waren. »Wir haben defensiv sehr gut gestanden, haben es verstanden, den Löwen das Leben vor unserem Tor schwer zu machen. Nur so hat man gegen diese Klassemannschaft eine Chance«, meinte hinterher Towerstars-Coach Peter Russell. Gelang es den Löwen doch einmal, aussichtsreich vors Tor zu kommen, haben sie es nicht verstanden, den besten Mann des Tages, Towerstars-Torwart Jonas Langmann, zu überlisten.

»Unsere Chancenauswertung war nicht gut«, bekannte auch Löwen-Trainer Bo Subr, der anprangerte, dass seine Löwen zu Beginn überhaupt nicht richtig ins Spiel gekommen waren. »Das war ein anderes Level als in Bad Tölz. Der Gegner hat sehr stark verteidigt. Hätten wir unser Tor früher erzielt, wäre dennoch mehr drin gewesen«, fügte er gestern hinzu.

Entscheidung fällt kurz vor Schluss

Das Tor von Bobby Raymond fiel aber erst dreieinhalb Minuten vor der Schluss-Sirene. Die Gäste, die zwei Unaufmerksamkeiten der Löwen zu nutzen wussten - vor dem 0:1 (4.) wurde Nick Latta sträflich allein vorm Tor gelassen, beim 0:2 (26.) ging der verdeckt abgefeuerte Schuss von Julian Eichinger durch die Hosenträger von Jake Hildebrand - wirkten insgesamt entschlossener. Sie gewannen auch die meisten Zweikämpfe.

Die Frankfurter waren erst in der Schlussphase, als sie das Tempo gewaltig erhöht hatten, die überlegene Mannschaft. Ihre Bemühung, mit sechs Spielern ohne Torwart den Ausgleich zu erzielen, endete zehn Sekunden vor dem Ende mit Herrs 3:1 ins verwaiste Tor.

Tölzer Löwen - Löwen Frankfurt 0:8 (0:4, 0:2, 0:2). Dank des siebten Sieges in Folge bauten die Löwen Frankfurt am Freitagabend ihre Führung in der Deutschen Eishockey Liga (DEL)2 aus. Beim 8:0-Triumph bei den Tölzer Löwen fiel sofort auf, dass auf dem Rücken der Spieler der Name des langjährigen Sponsors VTB fehlte.

Als Folge des russischen Überfalls auf die Ukraine entschied die Geschäftsführung, das Logo der zweitgrößten russischen Bank sofort zu entfernen. Zudem werden alle weiteren Werbemaßnahmen gestoppt. »Wir sind uns der Tragweite und Auswirkungen dieser Entscheidung sehr bewusst, denn sie hat elementaren, ja schmerzhaften Einfluss auf die wirtschaftliche Situation und die Zukunftsfähigkeit. Selbstverständlich werden wir kämpfen, um die negativen Auswirkungen für die Löwen Frankfurt und den Eishockeystandort so gering wie möglich zu halten und die Zukunft des professionellen Eishockeys in Frankfurt sicherzustellen«, heißt es in der Presseerklärung der Löwen.

Auf dem Eis bekräftigten die Spieler indes eindrucksvoll die Absicht, in die DEL aufzusteigen. Nach Toren von Reid McNeill, Bobby Raymond, Ryon Moser und Rylan Schwartz war schon während des ersten Drittels klar, welches Löwen-Rudel das stärkere ist. Erneut Raymond sowie Pierre Preto erhöhten im mittleren Spielabschnitt für die drückend überlegenen Frankfurter auf 6:0, ehe Alexej Dmitriev und Darren Mieszkowski den 8:0-Endstand besorgten.

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