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Fast schon »historische« Chance für Gedern

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Gedern/Oberau/Nidda (jore). In der Fußball-Gruppenliga Frankfurt Ost marschiert Tabellenführer Sportfreunde Seligenstadt weiterhin einsam vorne weg. Der Abstand auf Verfolger Kickers Obertshausen wird sich am Sonntag (Anstoß 15 Uhr) wohl kaum verringern, alles andere als ein Auswärtssieg bei der abstiegsgefährdeten Hessenliga-Reserve des FC Hanau 93 wäre eine Überraschung.

Mit einem Dreier würde der Ligaprimus dann auch noch zwei heimischen Klubs Schützenhilfe im Abstiegskampf leisten. Schon aus eigener Kraft heraus hat der FC Alemannia Gedern in den letzten drei Spielen viel für das Ziel Klassenerhalt getan. Drei Spiele, drei Siege, mehr ging aus FCA-Sicht nicht. Können die Schwarz-Gelben ihren Höhenflug am Sonntag (Anstoß 15.30 Uhr) im neuerlichen Heimspiel gegen den unmittelbaren Tabellennachbarn Türk Gücü Hanau weiter fortsetzen? Zumindest von der Papierform her betrachtet ist die Aufgabe für die Sportfreunde Oberrau schwerer einzustufen. Sie sind beim Tabellendritten SG Rosenhöhe zu Gast (Sonntag, 15.30 Uhr).

Für das schon deutlich abgeschlagene Tabellenschlusslicht SC Viktoria Nidda steht zur gleichen Anstoßzeit das Auswärtsspiel beim Tabellenneunten SG Bruchköbel an.

FC Alemannia Gedern - Türk Gücü Hanau (Sonntag, 15.30 Uhr). Am Sonntag könnte fast schon Historisches passieren und der FCA nach vielen Monaten die Abstiegsränge verlassen. Die Rechnung ist ganz einfach: Schafft der FCA gegen den unmittelbaren Tabellennachbarn den vierten Sieg in Folge, dann wird dies tatsächlich passieren. Mit elf Zählern Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz sind die Alemannen in die Winterpause gegangen, jetzt sind es nur noch zwei Pünktchen. So drückt es die aktuelle Tabelle aus, doch darf man natürlich auch nicht ignorieren, dass hinter den Alemannen platzierte Mannschaften zum Teil zwei oder sogar drei Spiele weniger ausgetragen haben. FCA-Spielertrainer Jannik Jung findet den aktuellen Höhenflug natürlich auch »ganz toll«, doch kann auch er die Tabelle lesen und weiß: »Das was wir bis jetzt erreicht haben ist, dass wir wieder ein wenig träumen dürfen«. Träumen vom Klassenerhalt, dem man ein Stück näher kommt, wenn man den vierten Sieg in Folge schafft. Unmöglich ist das angestrebte Unterfangen nicht, doch so leicht wie im Hinspiel (5:1) wird es nach Einschätzung von Jung nicht werden. »Wir haben die Hanauer damals erwischt, als sie vor der Winterpause ein wenig gewankt haben. Im neuen Jahr sieht das nunmehr ganz anders aus, auch wenn das letzte Heimspiel gegen den FC Hanau 93 II verloren wurde«, so Jung. Als Maßstab wollte Jung also das klare Hinspielresultat nicht heranziehen. In der Form der letzten drei Spiele muss sich der FCA vor dem Gegner aber auf keinen Fall verstecken - und aus Sicht von Jung ist es ohnehin »ein Duell auf Augenhöhe«. In der Breite ist der Gederner Kader aktuell weiterhin nicht unbedingt üppig aufgestellt. Aus der Not geboren scheint sich zwischenzeitlich aber eine Stammformation gefunden zu haben, welche die Vorgaben der beiden Trainer Jung und Bechmann sehr gut umsetzt. Die Tatsache, dass sich Spieler wie Till Barschtipan, Justin Lohrey und Anton Krutenko nach Aussage von Jung aktuell in Topform befinden, hat zum aktuellen Höhenflug mit beigetragen. Für den FCA ist es bereits die vierte Englische Woche in Folge. »Umso erstaunlicher ist es natürlich, was die Jungs zuletzt abgeliefert haben«, lobte Jung Einsatz und Einstellung der gesamten Mannschaft.

Es fühlt sich aktuell beim FCA an wie ein kleines »Frühlingsmärchen«. Angesprochen hierauf meinte Jung abschließend: »Ein Märchen ist es, wenn wir tatsächlich den Klassenerhalt schaffen«.

Sportfreunde Oberau - SG Rosenhöhe (Sonntag, 15.30 Uhr). »Aktuell läuft einfach viel gegen uns«, teilte Oberaus Spielausschussvorsitzender Peter Kuhl vor dem Wochenspiel gegen den VfB Oberndorf mit. Am letzten Mittwoch wurde zwar nicht verloren, doch dürfte sich die Freude nach einem 2:2-Remis in Grenzen gehalten haben. »Dieser Punkt hilft uns nicht so richtig weiter«, stellte Oberaus Vorsitzender Thomas Haas unmittelbar nach Spielende völlig zutreffend fest. Ein Dreier wäre auch für das angeknackste Selbstvertrauen wichtig gewesen, denn reichlich Selbstbewusstsein werden die Grün-Weißen im morgigen Heimspiel gegen den Tabellendritten auf jeden Fall benötigen. »Nach zwei Remis und vier Niederlagen müssen wir jetzt wieder einmal gewinnen. Und drei Punkte nehmen wir auch gerne gegen die SG Rosenhöhe mit«, weiß auch Oberaus Vorsitzender Thomas Haas die Lage realistisch einzuschätzen. So ganz utopisch erscheint das Unterfangen dann auch gar nicht, denn schon das Hinspiel (1:2) war eine enge Kiste. Und die Sportfreunde hätten das Match nach Auskunft von Haas nicht verloren, »wenn Nicolas Schubert in der Nachspielzeit die Riesenchance zum Ausgleich genutzt hätte«. Wichtig aus Oberauer Sicht wird sein, das SG-Sturmduo Weber/Rüger in den Griff zu bekommen. Die beiden Offensivkräfte der Gäste haben im bisherigen Saisonverlauf bis dato zusammen 34 Tore erzielt und damit gerade einmal zwei Treffer weniger als die gesamte Oberauer Mannschaft. Der Tabellendritte war im bisherigen Rundenverlauf schon mal für den einen oder anderen Aussetzer gut. Selbst Tabellenschlusslicht Nidda hat gegen die SG Rosenhöhe einen Punkt geholt. Im Oberauer Lager darf man sicherlich auch ein wenig darauf spekulieren, dass die Gäste vielleicht nicht mehr ganz so motiviert auftreten werden. Bei elf Zählern Rückstand auf Tabellenführer Seligenstadt dürfte nämlich der Meisterschaftszug für die SG Rosenhöhe bereits abgefahren sein. Gelingt den Grün-Weißen am Sonntag wirklich der erste Dreier im neuen Jahr, dann darf man auch in Reihen der Sportfreunde wieder ein wenig träumen - auch weil man noch zwei Nachholspiele in der Hinterhand hat.

SG Bruchköbel - SC Viktoria Nidda (Sonntag, 15.30 Uhr). Nach der Corona-Zwangspause greift die Viktoria wieder in das Spielgeschehen mit ein. Die »Abschiedstournee« wird fortgesetzt mit dem Auswärtsspiel in Bruchköbel. In der Rolle des Außenseiters geht es für die Elf von der Gänsweid darum, für eine kleine Überraschung zu sorgen. Doch wäre ein Punktgewinn beim Hanauer Kreisvertreter überhaupt eine Überraschung? Auffällig vor diesem Duell ist: In der Heimtabelle steht die SGB auf einem Abstiegsplatz und in der Auswärtstabelle auf Rang vier. Sechs Heimpleiten hat der Tabellenneunte bereits kassiert und von 13 Partien auf eigenem Terrain gerade viermal einen Dreier geholt. So ganz utopisch erscheint es also nicht, dass die Viktoria mit einem Punkt im Gepäck die Heimreise antreten wird. Es wäre ein Punkt, der am so gut wie besiegelten Abstieg nichts ändert, für den weiteren Saisonverlauf dann aber dennoch nicht unbedeutend wäre. Die Vorbereitung auf dieses Spiel verlief für das Tabellenschlusslicht aber alles andere als optimal. Wegen zahlreicher Corona-Fälle war ein ordnungsgemäßer Trainingsbetrieb natürlich nicht möglich, erst am letzten Montag wurde mit kleiner Truppe die Trainingsarbeit wieder aufgenommen. Niddas Spielertrainer Christoph Pilch hat den zuletzt spielfreien Sonntag genutzt und den morgigen Gegner im Auswärtsspiel beim Tabellenzweiten Kickers Obertshausen unter die Lupe genommen. Was er sah, war eine am Ende unglückliche 1:2-Auswärtsniederlage der Schäfer-Elf. »Was uns ein wenig in die Karten spielen könnte ist, dass nach den zwei Platzverweisen die SGB nicht in ihrer Stammformation auflaufen wird«, teilte Pilch mit. Aus Sicht des Viktoria-Coachs lebt der Gegner von seiner mannschaftlichen Geschlossenheit, aber auch von einer gut besetzten Offensive. »Wichtig wird sein, so lange wie möglich die Null zu halten«, so Pilch. Fraglich ist bei den Gästen noch der Einsatz von Garik Rafaelyan, der in der Woche im Training umgeknickt ist. Lenhart Matheis ist nach seiner Armverletzung am Sonntag noch keine Alternative, steigt aber wohl nächste Woche wieder in das Training ein.

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