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Fan-Ärger beim FC Gießen

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Region (sno/tfr/fnp). Der FC Gießen hat auch sein letztes Regionalliga-Heimspiel verloren - beim 1:2 (1:0) gegen die TSG Hoffenheim II musste der Absteiger knapp 70 Minuten in Unterzahl bestreiten und kann nach der Niederlage am letzten Spieltag nun höchstens noch auf den vorletzten Tabellenrang der Fußball-Regionalliga Südwest rutschen. In dieser sind derweil (fast) nun alle relevanten Entscheidungen gefallen:

Absteigen werden neben Gießen garantiert Pirmasens und Schott Mainz. Großaspach ist vor dem letzten Match bei drei Punkten Rückstand und einem um 14 Treffer schlechteren Torverhältnis auf den FSV Frankfurt ebenfalls so gut wie abgestiegen, Meister wird (zu 99,9 Prozent) die SV Elversberg, die mit drei Punkten Vorsprung und einem um 19 Treffer besseres Torverhältnis in den letzten Spieltag geht.

Schande von Gijon in Frankfurt?

Dabei kam es beim 1:1 zwischen dem FSV Frankfurt und Elversberg zu kuriosen Szenen: Die letzten zwölf Minuten von Bornheim stehen für ein weiteres Kapitel Gijon. 1982, bei der Weltmeisterschaft in Spanien, ließen deutsche und österreichische Nationalfußballer das Spiel austrudeln, beiden reichte das 1:0 der DFB-Adler zum Weiterkommen, punktgleiche Algerier mussten die kurze Heimreise antreten. Diesmal fiel ein Tor mehr, und das Unentschieden machte alle beim FSV Frankfurt und bei der SV Elversberg glücklich: Die einen bleiben der Regionalliga erhalten, die anderen werden Meister und steigen in die 3. Liga auf. Bizarr die Endphase: Während die Elversberger gepflegt mit der Innenseite sich den Ball zwischen Mittellinie und 16er hin und her schoben, verschanzten sich die Bornheimer weitgehend in ihrer eigenen Spielhälfte, bei schwarz-blauen Scheinattacken wurde höflicherweise stets darauf geachtet, zumindest den Corona-Sicherheitsabstand von 1,50 Metern einzuhalten; und Auswechslungen waren so nicht mehr möglich. Jubelrufe, Gelächter, Beifall und vielleicht zwei, drei Pfiffe vermischten sich, ehe Schiedsrichter Jonas Brombacher, dessen Aktionsradius am Mittelfeldkreis sich arg in Grenzen hielt, exakt nach 90 Minuten das Schauspiel beendete.

In Gießen war die dürftige Saison Anlass für einige Fans, ihrem Unmut Luft zu verschaffen. Mit einem großen Plakat auf der Stehplatztribüne prangerten sie fehlenden Willen und Einsatz der Mannschaft an. Trainer Daniyel Cimen: »Wir sind enttäuscht über diese Plakate. Bis auf diese eine Halbzeit gegen den FSV Frankfurt kann ich das der Mannschaft nicht vorwerfen. Ein Abstieg ist nie schön, aber man sollte das Team fair bewerten. Das Plakat ist schon hart. Dafür habe ich kein Verständnis.« In der Halbzeitpause bat Cimen Fans, das Plakat zu entfernen, zudem erklärte er der Mannschaft, dass sie sich nach Spielschluss nicht bei den Anhängern bedanken müsse - ein kleiner Teil der 320 Zuschauer war nach Abpfiff schon gar nicht mehr da. Klar ist: Die Stimmung im von Notvorstand Turgay Schmidt geführten Verein ist am Gefrierpunkt.

Nach dem Kehraus am Samstag (14. Mai, 14 Uhr, beim KSV Hessen Kassel) geht es für Trainer Cimen in den Urlaub - ob der 37-Jährige, der noch einen gültigen Kontrakt bis Sommer 2023 besitzt, bleibt, soll sich nach Wunsch des Ex-Profis bis zum kommenden Wochenende entscheiden.

Ein Neuanfang auf möglichst allen Ebenen in der Hessenliga-Saison 2022/23 ist notwendig - mit einem neuen Übungsleiter an der Seitenlinie oder mit dem seit über viereinhalb Jahren in Gießen wirkenden Cimen?

Deniz-Doppelpack für Offenbach

Kickers Offenbach feierte einen 4:2-Erfolg beim VfB Suttgart II. Tunay Deniz erzielte einen Doppelpack, zudem trafen Paul Milde und Davud Tuma. Vom Anpfiff weg boten beide Teams den insgesamt 400 Zuschauern im GAZI-Stadion auf der Waldau eine besonders spektakuläre erste Halbzeit mit fünf Treffern. Der OFC begann äußerst druckvoll und störte mit hohem Anlaufen früh. Folgerichtig bereits in der ersten Minute die Führung: Eine Flanke von links landete bei Milde, der kurz vor dem Strafraumeck abzog und traf.

In der neunten Minute glich Stuttgart durch Mateo Klimowicz nach einem schönen Steckpass aus. Nur eine Spielminute später traf Deniz per Kopf zur erneuten OFC-Führung. In der 21. Minute mussten die Kickers erstmals wechseln: Tuma ersetzte den angeschlagenen Rafael Garcia und fügte sich nahtlos ein. Nachdem er zunächst erst noch am Torwart gescheitert war, traf Tuma auf Milde-Flanke nur sechs Minuten nach seiner Einwechslung zum 3:1. In der 34. Minute kam Stuttgart durch Noah Ganaus zum Anschlusstreffer. Mit dem Stand von 3:2 für den OFC ging es nach spektakulärer erster Halbzeit in die Kabinen.

Ab der 68. Minute spielte Stuttgart nur noch zu zehnt, Ganaus sah nach Ellbogenschlag gegen Sebastian Zieleniecki Rot. Etwas Glück für den OFC dann in der 79. Minute: Zusammen mit dem Pfosten verhinderte Keeper David Richter den Ausgleich. In der 83. Minute sah Bennetts nach hartem Einsteigen Gelb-Rot, der VfB fortan nur noch zu neunt.

In der Nachspielzeit ahndete Schiedsrichter Heiker ein Stuttgarter Handspiel im Strafraum, den fälligen Elfmeter verwandelte Deniz sicher zum 4:2-Endstand.

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