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Ein Aufstiegsgarant und ein Job-Vermittler

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Früher einer der besten Offensivspieler im Fußballkreis Büdingen: Sebastian Kaiser (Mitte) vom SC Viktoria Nidda. © Red

»Ich habe Fußballer ausgewählt, die auch etwas für den Verein machen. Oder welche, zu denen ich in jungen Jahren aufschauen konnte«, sagt »Traumelf-Zusammensteller« Sven Schaumburg

Sven Schaumburg gibt zu, »dass es keine leichte Aufgabe war«. Der aktuelle Trainer des Büdinger Fußball-A-Ligisten SG Geiß-Nidda/Steinberg/Glashütten hätte locker dreimal seine persönliche Traumelf benennen können. Schließlich hat der 45-jährige Polizeibeamte während seiner Karriere schon einiges erlebt - und dementsprechend viele gute Kicker kennengelernt. Der in Echzell lebende B-Lizenzinhaber trat erstmals beim SC Viktoria Nidda gegen den Fußball. Mt seinem Heimatklub feierte er 2000 auch seinen größten Spielererfolg, als er mit der Mannschaft von der Gänsweid in die damalige Bezirksoberliga Frankfurt Ost aufstieg.

Nach drei Jahren bei der SKG Fauerbach kehrte Schaumburg zur Viktoria zurück und startete seine Spielertrainer-Laufbahn. »In Nidda erlebte ich wohl auch meinen schönsten Fußball-Moment. Wir spielten in der Saison 2008/2009 sehr guten Fußball und stiegen mit dem B-Team in die Kreisoberliga Büdingen auf.« Zudem wird Schaumburg seine Spielertrainerzeit beim VfR Rudingshain nie vergessen. »Aufgrund der emotionalen Zuschauer gibt es dort kein normales Heimspiel. In meiner ersten Saison beim VfR machten wir am letzten Spieltag mit einem 5:5-Remis gegen den VfB Höchst den Klassenerhalt perfekt. Das war der Wahnsinn.«

In der kommenden Saison übernimmt Schaumburg, der auch für die FSG Geiß-Nidda/Borsdorf/Ober-Widdersheim tätig war und im Kreis Friedberg den SV Nieder-Weisel sowie die SG Melbach trainierte, den FC Germania Ortenberg. »Natürlich würde ich gerne einen Kreisoberligisten trainieren. Aber es sieht wohl so aus, dass Ortenberg in die A-Liga absteigt«, sagt der 45-Jährige, der sich trotzdem auf seine neue Aufgabe freut. »Und einfach wird sie auch nicht, weil sich in der kommenden Saison viele starke Mannschaften in der Kreisliga A tummeln werden«, weiß der zukünftige Germanen-Trainer.

So charakterisiert Sven Schaumburg die nominierten Spieler seiner Traumelf (in Klammern stehen die Vereine, für die diese Akteure damals aktiv waren, als Schaumburg erstmals mit ihnen spielte):

Tor

Moritz Linkmann (SG Geiß-Nidda/Steinberg/Glashütten): Die Entwicklung von »Mo« darf ich schon seit einigen Jahren begleiten. Es ist einfach schön zu sehen, wie er sich in den letzten Jahren sowohl sportlich als auch privat entwickelt hat. Ewig in Erinnerung bleiben wird mir, wie er sich für ein Spiel abgemeldet hat, da ein Freund von ihm angeblich kurzfristig seinen Junggesellenabschied feiern würde.

Abwehr

Björn Lehmer (TSV Geiß-Nidda): Unsere Wege haben sich erst im späten Fußballalter gekreuzt. Kopfballstark in der Offensive und Defensive, läuft ohne seine Nummer 5 nicht auf. Für mich als Trainer war und ist er ein wichtiger Ansprechpartner. Die Arbeit, die er für den Verein leistet ist mit Geld nicht zu bezahlen. Hat mich bereits zweimal als Trainer vermittelt.

Josip Kosor (SC Viktoria Nidda): »Jolle« war damals für uns junge Spieler in Nidda ein Vorbild und auch wichtiger Ansprechpartner. Hatte und hat auch heute noch die absolute Ruhe am Ball. Seine Schnelligkeitsdefizite hat er mit seinem überragenden Stellungsspiel ausgeglichen.

Carsten Ganz (SC Viktoria Nidda): Haben uns in der Jugend-Kreisauswahl kennengelernt und sind dann zusammen zu den Senioren gekommen. Haben auf und neben dem Platz die eine oder andere Schlacht zusammen geschlagen. Wenn er in den Strafraum eingedrungen ist, habe ich mich bereits auf den Elfmeter vorbereitet.

Mittelfeld

Philipp Franz (SG Steinberg/Glashütten): Von seiner Spielweise bin ich ein absoluter Fan. Weiß in den meisten Fällen, wann er das Spiel schnell machen oder beruhigen muss. Fällt in den meisten Spielen nicht sonderlich auf. Ist aber für die Mannschaft enorm wichtig.

Basti Brack (SG Geiß-Nidda/Steinberg/Glashütten): Ist nicht das größte Laufwunder. Hat einen feinen linken Fuß und weiß diesen auch bestens einzusetzen. Beim Torabschluss sehr abgezockt und vor dem Tor mit einer guten Quote. Im Spiel kommentiert er gerne mal die einzelnen Ballpassagen.

Thomas Nies (SC Viktoria Nidda): Mit ihm durfte ich viele Jahre in Nidda zusammenspielen. Absoluter Führungsspieler sowohl auf als auch neben dem Platz. Als Mittelfeldspieler war er enorm torgefährlich, insbesondere durch sein gutes Kopfballspiel.

Mario Schmidt (SC Viktoria Nidda): Er hatte die Ruhe am Ball und in jedem Zweikampf hatte er einen Fuß dazwischen. Wurde von den Trainern meistens mit Sonderaufgaben betraut - und die Gegenspieler verzweifelten oftmals an ihm. Sowohl auf dem Platz als auch in der dritten Halbzeit war er nicht müde zu bekommen.

Sturm

Sebastian Kaiser (Viktoria Nidda): Zum damaligen Zeitpunkt war er aufgrund seiner Schnelligkeit und Kopfballstärke einer der stärksten Stürmer im Kreis. Mit etwas mehr Trainingsfleiß hätte er auch höherklassig spielen können. Durch seine Tore konnten wir den einen oder anderen Erfolg feiern.

Dennis Fritzges (VfR Rudingshain): Bei ihm durfte ich kennenlernen, dass zwischen Genie und Wahnsinn nur ein ganz schmaler Grat besteht. Verfügt über eine außergewöhnliche Schusstechnik und erzielte Tore aus unmöglichen Positionen. Auf dem Platz ein Heißsporn und immer für eine Überraschung gut.

Christian Fröscher (SC Viktoria Nidda): Er war mein Stürmer während meiner ersten Trainerstation bei Nidda II. Er erzielte in der Aufstiegssaison 2008/2009 fast 50 Tore und war einer der Garanten für den Aufstieg. Mit seinem linken Fuß konnte er machen was er wollte. Irgendwie war der Ball doch immer wieder im Tor. Trotz seiner Größe verzichtete er auf Kopfballtore.

Joker

Sascha Renner (SKG Eintracht Fauerbach): Sascha war ein Torwart, der nie zurücksteckte und für die Mannschaft alles gegeben hat. Die meisten Stürmer waren froh, wenn sie zu ihm ausreichend Distanz hatten.

Dennis Oechler (VfR Rudingshain): Gibt für den Verein und die Mannschaft von der ersten bis zur letzten Minute alles. Unvergessen, wie er vor drei Jahren in Hainchen sein erstes Tor im Seniorenbereich schoss.

Dennis Ketzer (SC (Viktoria Nidda): »Knacki« war auf allen Positionen eine Bank. Er ging keinem Zweikampf aus dem Weg und gab für die Mannschaft alles. Auch wenn die Spielvorbereitung nicht immer vorbildlich war, brachte er seine Leistung.

Trainer

Helmut Haas (SC Viktoria Nidda): Helmut war mein erster Trainer im Seniorenbereich. Er hatte damals den Mut und gab uns jungen Spielern die Chance, uns in der damaligen Bezirksliga zu beweisen. Sehr oft hat er uns die Möglichkeit gegeben, zu erfahren wie breit und lang der Sandplatz in Nidda tatsächlich ist. Wenn er wollte ein absolutes »Feierbiest«. Von Torben Frieborg

Zur Serie: In unserer Lokalsportserie »Meine Traumelf« stellen Fußballer eine Mannschaft aus Spielern zusammen, auf die sie in der Regel während ihrer aktiven Zeit getroffen sind. Dabei muss es sich nicht nur im Mitspieler handeln - es können auch Gegner sein, die in Erinnerung geblieben sind. Heute: Teil 26 mit Sven Schaumburg. TFR

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Bild aus früheren Tagen: »Trainervermittler« Björn Lehmer in Aktion. © Red
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Aufstiegsgarant und zuverlässiger Torjäger: Christian Fröscher (links) steht in Sven Schaumburgs Traumelf. © Achim Senzel

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