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EC Bad Nauheim: Was bei der Derby-Niederlage den Unterschied ausmacht

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Von: red Redaktion

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Die Entscheidung: Adam Mitchell (rechts) erzielt hier seinen zweiten Treffer zur 4:2-Führung der Löwen Frankfurt in Bad Nauheim: Felix Bick ist geschlagen. Jordan Hickmott kann nicht mehr eingreifen. © pv

Der EC Bad Nauheim hat Platz vier der Deutschen Eishockey-Liga 2 abgegeben. Beim 2:5 gegen die Löwen Frankfurt blieben die Schlüsselspieler blass.

Tor- und Ergebniskrise beim EC Bad Nauheim! Im Derby mit den Löwen Frankfurt kassierten die Roten Teufel am Samstag vor 2350 Zuschauern im Colonel-Knight-Stadion beim 2:5 (0:1, 1:0, 1:4) die siebte Niederlage aus den vergangenen neun Spielen, haben dabei maximal drei Treffer pro Partie erzielt und sind in der Tabelle der Deutschen Eishockey-Liga 2 aus den Top Vier herausgerutscht.

»Wenn du ein solches Spiel gewinnen willst, dann muss alles passen. Und dann müssen deine besten Spieler eben auch die Besten im Spiel sein«, sagt Harry Lange, der Trainer des EC Bad Nauheim. Er sprach von einem verdienten Sieg der Löwen. Beim Gast aus Frankfurt überließ Bo Subr seinem Assistenten Jan Barta das Wort. »Wir hätten gerne über drei Drittel gespielt wie in den ersten 20 Minuten. Letztlich sind wir froh, dass wir die drei Punkte mitgenommen haben«, sagte der »Co«, der einst in Bad Nauheim das Eishockey gelernt hatte.

Matchwinner bei den Löwen war der zweifache Torschütze Adam Mitchell. Ebenso wie Dylan Wruck und Rylan Schwartz, seine Nebenleute in der Top-Formation, ist Mitchell mit einer +3 in der Plus-Minus-Statistik vom Eis gegangen.

Die Kritik von Harry Lange dürfte insbesondere an die nominell zweite Reihe mit Jordan Hickmott, Jerry Pollastrone und Andrej Bires addressiert gewesen sein. Rückkehrer Bires, der Bad Nauheim einst als Torjäger verlasen hatte, kommt auf einen Scorerpunkt aus inzwischen sieben Spielen seit seinem Comeback bei den Teufeln, Pollastrone ist seit zehn Spielen ohne Torerfolg, und Hickmott (drei Tore, vier Vorlagen aus den letzten zehn Spielen) ist keiner, der dem Spiel seinen Stempel aufdrücken und vorangehen lann. Aber auch Taylor Vause, Tristan Keck und Kevin Schmidt - er gar mit -4 - sind mit negativer Plus-Minus-Bilanz aus der Partie gegangen.

Bezeichnend: Es waren Fabian Herrmann und Leon Köhler, die mit wechselndem Center im vierten Block die gefährlichsten Aktionen hatten und bei beiden Treffern der Gastgeber auf dem Eis standen.

Frankfurt hatte im ersten Abschnitt ein echtes Feuerwerk gezündet. Selten zuvor war eine Löwen-Mannschaft derart heiß, aggressiv und motiviert in ein Duell mit dem Nachbarn gegangen; nicht mal auf eigenem Eis. Bad Nauheim brachte den Puck kaum einmal über mehr als zwei Stationen zum Mann, stand permanent im eigenen Drittel unter Druck, hatte diesmal nicht nur spielerisch, sondern auch läuferisch und körperlich nichts entgegenzusetzen. Gerade einmal drei Torschüsse der Gastgeber wurden in den ersten 20 Minuten gezählt. Mit dem 0:1-Rückstand - Adam Mitchell hatte einen Kyle-Sonnenburg-Schuss abgefälscht (17.) - war Bad Nauheim zur ersten Pause gut bedient.

Die Löwen-Dominanz deutete sich auch zu Beginn des zweiten Abschnitts an. Erst nach rund 25 Minuten nahm Bad Nauheim am Spiel teil, wie es Trainer Lange im Anschluss formulierte, kam nun zu Möglichkeiten, ohne selbst etwas zuzulassen. Der Lohn: der Ausgleich durch Marc El-Sayed (39.).

Turbulent wurde es dann im Schlussabschnitt. Bei einem Break hatte Vause die Führung für Bad Nauheim auf dem Schläger (42.), dann stellte Frankfurt mit einem Doppelschlag binnen 1:32 Minuten die Weichen. Yannik Wenzel sorgte nach starker Vorarbeit von Tomas Sykora für die erneute Führung, mit einem verdeckten Schuss erhöhte Rylan Schwartz (46.). Zwar stellte Herrmann tatsächlich rasch den Anschluss her (50.), aber quasi im Gegenzug sorgte Adam Mitchell mit dem 2:4 für die Vorentscheidung. Drei Treffer binnen fünf Minuten - da war’s den Löwen leicht gemacht worden. Als Bad Nauheim den Torwart vom Eis genommen hatte, setzte Sykora den Schlusspunkt.

EC Bad Nauheim: Bick - Kevin Schmidt, Mick Köhler, Sekesi, Stephan, Seifert, Hafenrichter, Ketter, Dobryskin - Körner, Vause, Keck, Pollastrone, Hickmott, Bires, van Calster, El-Sayed, Reiter, Leon Köhler, Herrmann.

Löwen Frankfurt: Hildebrand - Sonnenburg, Faber, McNeill, Maginot, Freis, Raymond, Erk - Schwartz, Wruck, Mitchell, Wenzel, McMillan, Sykora, Mieszkowski, Moser, Breitkreuz, Strodel, Vogt, Preto.

Im Stenogramm / Tore: 0:1 (17.) Mitchell (Sonnenburg, Schwartz), 1:1 (39.) El-Sayed (Sekesi, Herrmann), 1:2 (44.) Wenzel (Sykora, Faber), 1:3 (46.) Schwartz (Mitchell, Wruck), 2:2 (50.) Herrmann (Seifert, El-Sayed), 2:4 (51.) Mitchell (Schwartz, Wruck), 2:5 (59.) Sykora (Faber, Wenzel - EN). - Schiedsrichter: Brill/Schmidt. - Strafminuten: Bad Nauheim 0, Frankfurt 4. - Zuschauer: 2350.

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