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EC Bad Nauheim: Warum der Sieg gegen Bad Tölz kein Maßstab ist

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Andrej Bires trifft gegen Jimmy Hertel zum 3:1-Zwischenstand beim 6:2-Erfolg des EC Bad Nauheim gegen die Tölzer Löwen. © Red

Hauptsache gewonnen! Der EC Bad Nauheim hat nach einem 6:2 (2:0, 2:1, 2:1)-Erfolg gegen die Tölzer Löwen drei am Ende vielleicht noch so wichtige Zähler mehr auf dem Punktekonto.

Von einer Trendwende nach sieben Niederlagen aus den neun Spielen zuvor kann aber nicht gesprochen werden. Vor 916 Zuschauern im Colonel-Knight-Stadion profitierten die Roten Teufel von ihrer konditionellen Überlegenheit, die viele Defizite in uninspirierten 60 Minuten kaschieren konnte, Die Gäste waren nach 16-tägiger corona-begründeter Wettkampfpause in der Deutschen Eishockey-Liga 2 mit gerade einmal zehn Feldspielern in die Wetterau gereist; unter anderem fehlten mit Lubor Dibelka und Cam Spiro die torgefährlichsten Spieler.

»So ein Spiel kannst du nur verlieren. Jeder erwartet drei Punkte. Und ich bin zufrieden, dass wir diese geholt haben«, sagte Trainer Harry Lange, der angesichts der jüngsten Torflaute (21 Tore in zehn Spielen) seine Offensiv-Formationen einmal komplett auf links gedreht hatte. Die markantesten Verschiebungen: Andrej Bires rutschte an an die Seite von Taylor Vause. Und Jordan Hickmott rotierte in die dritte Reihe zum zuletzt starken Fabi Herrmann. Das Comeback von Tomas Schmidt erlaubte zudem die Rückkehr von Mick Köhler in den zweiten Block an die Seite von Jerry Pollastrone. Trotz 45:18 Schüssen war keine signifikante Qualitätssteigerung zu erkennen.

Ein Geduldsspiel war zu erwarten, doch hatten die Roten Teufel bis zur 15. Minute durch Stefan Reiter und Taylor Vause tatsächlich eine Zwei-Tore-Führung erzielt. Tölz hatte erst gar keine Zweikämpfe gesucht, war nur bemüht, die Scheibe im eigenen Drittel außen an der Bande zu halten. Vielleicht hatte der eine oder andere Rote Teufel trotz der bitteren Lehren der Spiele gegen die Rumpf-Truppen in Kassel und Dresden die Partie erneut im Kopf abgehakt. Zu allem Überlfuss wurde der Tölzer Philipp Schlager auf der Mannschaftsbank stehend vom Puck am Kopf getroffen, musste sich zwischenzeitlich behandeln lassen. Jetzt konnten die Gäste nicht mal durchwechseln, kamen aber zum Anschluss durch Oliver Ott, der Durchsetzungsvermögen gezeigt hatte (27.). Bad Nauheim leistete sich zu viele Ungenauigkeiten, die eben über die physischen Vorteile kompensiert wurden. Ein Treffer von Andrej Bires, schön aufgelegt von Vause, beruhigte (33.), schließlich erhöhte Huba Sekesi per Rebound vorentscheidend auf 4:1 (38.).

Zum letzten Abschnitt blieb Mick Köhler in der Kabine. Er hatte sich bei einer Attacke von Ian Brady verletzt. Mit der vierminütigen Überzahl wusste Bad Nauheim nichts anzufangen. Später, als die Gäste ausgepumpt waren, nutzte Bad Nauheim zwei Überzahl-Möglichkeiten durch Tristan Keck (53.) und Marc El-Sayed (57.), um den Vorsprung auszubauen. Den Schlusspunkt setzte Pascal Aquin, der im eigenen Drittel loslief, keinen Widerstand spürte und einschoss (59.).

»Wir wollten das Spiel lange offen halten, und das ist uns 30 Minuten lang ganz gut gelungen. Nach dem 1:4 kurz vor der zweiten Pause war dann ein wenig der Dampf raus«, bilanzierte Florian Funk. Er hatte Kevin Gaudet an der Tölzer Bande vertreten.

EC Bad Nauheim: Maurer - Kevin Schmidt, Tomas Schmidt, Stephan, Sekesi, Seifert, Ketter, Hafenrichter - Keck, Vause, Bires, Pollastrone, Mick Köhler, Körner, Herrmann, Hickmott, Reiter, van Calster, El-Sayed, Leon Köhler.

Tölzer Löwen: Hertel - Fichtner, Brady, Schlager, Hörmann - Aquin, McNeely, Ott, Engel, Brandl, Horschel.

Im Stenogramm / Tore: 1:0 (11.) Reiter (Herrmann, Stephan), 2:0 (15.) Vause (Mick Köhler, Kevin Schmidt - PP1), 2:1 (27.) Ott (Engel, Brandl), 3:1 (33.) Bires (Vause, Keck), 4:1 (39.) Sekesi (Hickmott, Herrmann), 5:1 (53.) Keck (Reiter, Körner - PP1), 6:1 (56.) El-Sayed (Vause, Kevin Schmidt - PP1), 6:2 (59.) Aquin (Schlager, Hörmann - PP1), - Schiedsrichter: Apel/Ratz. - Strafminuten: Bad Nauheim 10, Bad Tölz 14. - Zuschauer: 916.

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