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EC Bad Nauheim: Die Sorgenkinder treffen zum Sieg

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Von: Michael Nickolaus

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Tor durch Jordan Hickmott: Der Kanadier trifft hier zur 2:0-Führung beim 3:2-Erfolg des EC Bad Nauheim gegen die Bayreuth Tigers. © Red

Einmal tief durchatmen! Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim feierte nach zuvor vier Niederlagen in Serie einen 3:2 (0:0, 2:0, 1:2)-Arbeitssieg gegen die Bayreuth Tigers.

Vor 1000 Zuschauern im Colonel-Knight-Stadion haben sich die Roten Teufel am Samstagabend das Leben in erster Linie selbst schwer gemacht. Großzügig wurden offensiv Chancen verschludert, um eine Vorentscheidung herbeizuführen, sodass bis zur Schlusssekunde um den »Dreier« gezittert werden musste. »Das waren wichtige Punkte. Wir tun uns schwer, Tore zu schießen«, resümierte Trainer Harry Lange. Robin Farkas, sein Kollege auf seiten der Gäste, sah »Playoff-Intensität«, einen »tollen Kampf« und »ein gutes Spiel, für das ich als Zuschauer gerne ein Ticket gekauft hätte.«

Für Bad Nauheim trafen Tristan Keck und Jordan Hickmott, bezüglich ihrers Scorings zuletzt Sorgenkinder, sowie Christoph Körner, der bei seinem Comeback die neu formierte Reihe mit den beiden Kanadiern komplettierte. Top-Scorer Taylor Vause fehlte krankheitsbedingt erneut. Mit seiner Rückkehr ist am Montag (19.30 Uhr), im Heimspiel gegen Ravensburg zu rechnen.

Verteidiger Eric Stephan und eben Körner rückten diesmal in den Kadern, dafür fehlten Luis Üffing und Julian Chrobot, die am Montag bei DEL-Partner Köln in das Training einsteigen sollen. Mit der Trennung des Duos Hickmott/Pollastrone hatte Trainer Lange auf die jüngste Torflaute (nur zehn Tore in fünf Spielen) reagiert und Andrej Bires erstmals auf der Mittelstürmer-Position auflaufen lassen.

Bad Nauheim hatte einen vielversprechenden Start in die Partie. Gleich zweimal lupfte Mick Köhler den Puck am bereits geschlagenen Keeper Timo Herden, aber auch am Tor der Wagnerstädter vorbei, ebenso wie später Keck. Zudem bot sich Körner bei einem Unterzahl-Break die Chance auf die Führung - Herden hielt. In eigenen Drittel machten es sich die Roten Teufel zumeist selbst schwer, gerade im ersten Abschnitt fehlten Abstimmung und Timing, was zu Fehlpässen führte.

Im zweiten Durchgang schien Bad Nauheim dann auf den richtigen Weg einzubieten. Keck - in den vergangenen neun Spielen nur einmal erfolgreich - traf mit einem Handgelenkschuss ins kurze, obere Eck zur Führung (22.), schließlich feierte auch Hickmott ein persönliches Erfolgserlebnis und erhöhte auf 2:0. In zwei anschließenden Powerplay-Situationen fehlte dann die letzte Konsequenz.

Ex-Teufel Dani Bindels nahm kurz vor der Pause gleich zwei Teufel mit auf die Strafbank - und das große Zittern gegen die technisch extrem starke Überzahl-Formation mit Cason Hohmann und Ville Järvelainen begann. Letztlich erzielte der kleine Finne den Anschluss, nachdem Pollastrone und Körner auf der Gegenseite den dritten und wohl vorentscheidenden Treffer der Hausherren verpasst hatten. Nur wenig später spielte Tobias Wörle vor dem (fast) leeren Tor dem Gäste-Verteidiger in die Schlittschuhe, wenig später traf Luke Pither nach feiner Hohmann-Vorarbeit zum Ausghleich für Bayreuth. Rund sieben verbleibende Minuten zeigte die Uhr, als Körner sich ein Herz nahm und ein Solo mit der erneuten Führung abschloss. Noch einmal galt es, ein Tigers-Powerplay zu überstehen - am Ende rettete Bad Nauheim den Sieg über die Zeit.

EC Bad Nauheim: Bick - Stephan, Sekesi, Kevin Schmidt, Seifert, Ketter, Mick Köhler, Hafenrichter - Pollastrone, Bires, Wörle, Keck, Hickmott, Körner, van Calster, El-Sayed, Reiter, Leon Köhler, Shevyrin, Herrmann.

Bayreuth Tigers: Herden - Pruden, Schug, David, Pokovic, Meisinger, Menner - Meier, Kolozvary, Schumacher, Järveläinen, Pither, Hohmann, Kunz, Kretschmann, Bindels, Ribarik, Cabana, Lobach.

Im Stenogramm / Tore: 1:0 (22.) Keck (Körner, Hickmott), 2:0 (31.) Hickmott (Leon Köhler, Kevin Schmidt), 2:1 (44.) Järveläinen (Hohmann, Davis - PP1), 2.2 (50.) Pither (Hohmann, Davis), 3:2 (54.) Körner (El-Sayed). - Schiedsrichter: Westrich/Neutzer. - Strafminuten: Bad Nauheim 12, Bayreuth 12. - Zuschauer: 1000.

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