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Rommelhausens Andrei Butiu führt mit 17 Treffern die Torjägerliste an.

Vorrundenrückblick der Fußball-Kreisliga A Büdingen

Dreikampf um einen Aufstiegsplatz

Die SG Wallernhausen/Fauerbach, der SV Rainrod und der FC Alemannia Gedern II machen wohl den Titel unter sich aus.

Kreis Büdingen (pem). Die Corona-Krise ist noch nicht vorbei - aber immerhin konnte in der Fußball-Kreisliga A Büdingen die erste Saisonhälfte durchgespielt werden. Nur wenige Begegnungen fielen wegen Quarantäne-Maßnahmen aus - der FC Rommelhausen sagte zwei Partien ab, der FC Alemannia Gedern eine. Diese Spiele konnten sämtlich nachgeholt werden, zudem spielte das Wetter mit. Es sieht gut aus, dass es die erste Saison seit 2018/19 sein könnte, die zu Ende gespielt wird - und sie verspricht, spannend zu werden. Der Kreis-Anzeiger blickt aber erst einmal auf die Vorrunde zurück.

Haardt-Team legt starke Serie hin

Um den einzigen Aufstiegsplatz kämpfen drei Teams mit großer Leidenschaft. Die SG Wallernhausen/Fauerbach setzte sich zur Winterpause verdient an die Spitze. Bereits im Vorjahr zählten die Wallernhäuser zum Favoritenkreis. Vor dieser Saison war die Vorfreude noch verhalten. Trainer Christian Haardt hatte gleich einige Ausfälle zu beklagen. Und am zweiten Spieltag gab es eine Niederlage in Gedern. Doch ab Mitte September kam die Mannschaft richtig in Fahrt. Zwölf Siege in Folge landete die Elf, schoss die meisten Tore, bekam die wenigsten Gegentore. Dabei kam die bereits im Vorjahr stark besetzte Elf ohne Neuzugänge aus. Fast als solcher könnte allerdings Aboubaker Benchaib bezeichnet werden. Nach einem Kreuzbandriss im Vorjahr startete das Offensivtalent diesmal richtig durch - bisher stehen zehn Treffer auf seinem Konto. Im Angriff überzeugten auch Stürmer Fabian Lauer (12 Tore) oder Robin Lang (8 Treffer). Aber auch die Defensive ist gut besetzt, mit Torwart-Veteran Elias Papachristos (13 Spiele) oder Alex Schuchart (12/1). Es sieht so aus, als ob Trainer Haardt der dritte Aufstieg innerhalb von sechs Jahren gelingen könnte.

Im Weg steht ihm dabei zum einen der SV Rainrod . Seit Spielertrainer Sven Diedrich 2019 zum SVR gewechselt ist, wird die Mannschaft hoch gehandelt. Doch in den vorherigen Spielzeiten konnte die Elf sich noch nicht in der Spitzengruppe etablieren, spielte nicht kontinuierlich gut und litt unter Ausfällen. Doch diesmal war der SVR von Anfang an eingespielt und leistungsstark. Um ein Haar hätte Rainrod die Vorrunde ungeschlagen überstanden, doch kurz vor der Winterpause gab es noch eine 0:1-Niederlage in Wallernhausen. Auf dem Platz steht vor allem Diedrich selbst im Rampenlicht. Er spielt eine sehr starke Saison und erzielte zwölf Treffer in 14 Partien. Vor allem gelang es den Rainrödern, beginnend bereits im Vorjahr, zahlreiche junge Talente wie Tim Bausch, David Schneider, Max Strecker oder Niklas Nies in die Mannschaft zu integrieren. In der Rückrunde empfangen die Rainröder die Hauptrivalen Wallernhausen/Fauerbach und Gedern II zu Hause - das könnte ein großer Vorteil im Aufstiegsrennen sein. Der FC Alemannia Gedern II zählt auch in diesem Jahr zum Favoritenkreis. Die Elf von Trainer Tino Schmitt liegt fünf Punkte hinter Wallernhausen, drei Punkte hinter Rainrod. Das hat seine Gründe. Die Mannschaft wirkt nicht so sicher wie im Vorjahr. Gerade auswärts geriet der FCA mehrfach in Schwierigkeiten. Der starke Einsatzwillen sorgte freilich auch dafür, dass gelegentlich noch in den letzten Spielminuten Punkte gesichert werden konnten, wie etwa beim 6:4 in Hainchen, als erst kurz vor Spielende die entscheidenden zwei Tore fielen. Nach wie vor unbestritten ist die Klasse im Kader, mit Spielern wie Justin Luft, Rene Boos oder Schmitt selber in der Abwehr. Allerdings mussten dieses Jahr Spieler der Reserve verstärkt in der Gruppenliga aushelfen. Mit Jannik Hainz war ein wichtiger Offensivmann nun fast ausschließlich in der ersten Mannschaft tätig.

Die SG Rohrbach/Büches führt eine Gruppe von vier Mannschaften an, die sich wohl auch bis zum Saisonende einen Platz im oberen Mittelfeld erkämpfen, aber in den Kampf um die Meisterschaft nicht angreifen werden. Im Vorjahr gelang es der Mannschaft von Spielertrainer Ali Haiahem noch nicht, ihre Stärken auszuspielen. Zu Rundenbeginn kamen Verstärkungen für die Offensive. Zum Beispiel Patrick Haiahem (10 Spiele/7 Tore), Bruder des Trainers, der sich gleich auf der Außenbahn in Szene setzte. Zudem kehrte Louis Göckel (8/8) zur SG zurück. Er litt freilich an einigen Blessuren, hätte sonst wohl noch mehr Tore erzielt. Insgesamt hatte die Mannschaft mit einigen Verletzungen zu kämpfen, nur Ali Haiahem und Mittelfeldspieler Max Harmann machten alle Spiele mit. Dafür konnte sich die Leistung der SG sehen lassen.

Allerdings: Gegen die Top 3 in der Liga holten die Bücheser nur in Wallernhausen einen Punkt (3:3). Vielleicht ein Anzeichen dafür, wo es noch hapert.

Fast schon »Stammgast« im oberen Tabellenmittelfeld sind die Sportfreunde Oberau II . Unter Trainer Michael Dorn, der im Winter kam, machte die Mannschaft sogar wieder einen kleinen Schritt nach vorne. Die Sportfreunde profitieren in dieser Saison auch von talentierten und jungen Spielern. Bereits im letzten Jahr fiel Enis Gjoshi auf - er steigerte sich noch und schoss bis jetzt die drittmeisten Tore (13). Dazu zählen aber auch dessen Bruder Endrit (10/3) und Xafer Mustafa (10/1) im Mittelfeld und David Juschzak (13/7) im Sturm. Im Tor etablierte sich Malte Thiele (13/-) gleich in seiner ersten Saison bei den Senioren.

Mit der SG Geiß-Nidda/Steinberg/Glashütten ging eine neu formierte Spielgemeinschaft an den Start. Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile - das trifft nach der Fusion zu: Steinberg/Glashütten belegte in der letzten Runde zum Abbruchzeitpunkt Rang 13 in der Kreisliga A, die Geiß-Niddaer Platz elf in der Kreisliga B Büdingen. Nun konnte sich die Mannschaft im oberen Feld der A-Liga-Tabelle etablieren. Und die beiden Trainer Sven Schaumburg und Deniz Türk arbeiten gut zusammen. Auch die Leistungsträger verteilen sich gut auf die beiden Teilvereine: Die Steinberger steuerten Spieler wie Max Schmidt (12/4), Raphael Nawroth (11/9) oder Robert Behrendt (13/1) bei, während von den Geiß-Niddaern Deniz Türk (12/11), Bayram Türk (11/3) oder Kemal Ünver (11/1) überzeugten.

Rommelhausen: Typische Schwächen

Der FC Rommelhausen legte eine Vorrunde mit typischen Schwächen hin. Wieder einmal sah es so aus, als könnte die Mannschaft mit A-Liga-Top-Torjäger Andrei Butiu (13 Spiele/17 Tore) und Gheorghe Anghel (14/11) im Favoritenkreis mitspielen. Doch durch einige Niederlagen in der zweiten Vorrundenhälfte rutschte die Elf von Spielertrainer Alin Carp auf den siebten Platz ab. Es scheint ausgeschlossen, dass sie noch einmal ganz nach vorne vorstoßen. Gibt es Ausfälle, so ist der Kader immer noch zu klein. Vor allem aber fehlen dem FC die Alternativen in der Abwehr, die ohnehin nicht der starke Mannschaftsteil im Gefüge ist.

In der morgigen Ausgabe erscheint der zweite Teil des Vorrundenrückblicks.

Spannendes Rennen um den Aufstieg: Tim Müller (links) liegt mit der SG Wallernhausen/Fauerbach knapp vor Tim Bausch und dem SV Rainrod.

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