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Drei Siege und Schützenhilfe dringend benötigt

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Offenbach/Gießen (pm/red). Es ist längst eine Gewohnheit geworden, aber für einen 20-Jährigen längst keine Selbstverständlichkeit: Denis Huseinbasic ist trotz seiner Jugend schon eine konstante Größe im Team des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach. In den letzten eineinhalb Jahren absolvierte der Mittelfeldspieler 58 Pflichtspiele, Nummer 59 steht am Sonntag (14 Uhr) gegen die SG Sonnenhof Großaspach an.

»Wir sind geil auf Siege, wollen noch jedes Spiel gewinnen«, sagt Huseinbasic mit Blick auf die verbleibenden drei Partien in der Regionalliga gegen Großaspach, beim VfB Stuttgart II (7. Mai), gegen den FSV Frankfurt (14. Mai) und das Hessenpokalfinale gegen Steinbach Haiger (21. Mai). Eine Aussage, die den lauf-, spiel- und einsatzfreudigen Mittelfeldmann bestens charakterisiert. Ermüdungserscheinungen prallen an ihm trotz dreier Englischer Wochen in Folge, in denen er nur beim 3:1 in Bahlingen gelbgesperrt fehlte, offenbar ab. Der Name Huseinbasic steht in Offenbach längst für typische Kickers-Attribute: Kämpfen, laufen - und nie aufgeben. Selbst bei der schwächsten Saisonleistung in Steinbach war Huseinbasic neben Kapitän Sebastian Zieleniecki, Ronny Marcos und Jayson Breitenbach einer der Akteure, die Widerstand leisteten.Seinen enormen Stellenwert unterstreichen zwei andere Statistiken: Huseinbasic hat nur drei Partien in dieser Saison verpasst, neben der Gelbsperre im April fehlte er im Februar zweimal wegen einer Sprunggelenkverletzung. In 30 Einsätzen in dieser Spielzeit stand er 29-mal in der Startelf.

Starker Huseinbasic

Am Sonntag wird Huseinbasic aller Voraussicht nach wieder an der Seite von Tunay Deniz die Mittelfeldzentrale der Kickers besetzen. Deniz hatte zuletzt zweimal gefehlt. Beim 0:3 in Steinbach wegen einer Gelbsperre, beim 4:0 im Hessenpokal gegen den FSV Frankfurt wegen einer Roten Karte. Deniz, mit zehn Treffern zweitbester Schütze des OFC, kehrt in ein Team zurück, das durch den Einzug ins Hessenpokalfinale neuen Glauben in sich geschöpft hat. »Wir wollten eine Reaktion zeigen, das ist uns gelungen«, meinte Huseinbasic. Trainer Sreto Ristic sah das ähnlich, hat den Erfolg gegen die Bornheimer aber abgehakt. »Das Halbfinale war ein supertolle Sache, aber es ist vorbei.« Nun gelte es, den Blick wieder auf die Liga zu richten. In der SG Sonnenhof Großaspach kommt ein Team an den Bieberer Berg, das um den Klassenerhalt kämpft. »Sie stehen mit dem Rücken zur Wand«, sagt Ristic: »Sie brauchen jeden Punkt.«

Ein entsprechend intensives Spiel erwartet der Kickers-Trainer am Sonntag. Für den Coach der Schwaben ist es eine Rückkehr an die Stätte großer Erfolge: Hans-Jürgen Boysen, der den OFC 1999 und 2005 in die 2. Liga führte und insgesamt dreimal am Bieberer Berg im Amt war. Im Januar dieses Jahres übernahm er ebenfalls zum dritten Mal das Traineramt bei der SG Sonnenhof.

Seine Mission, die im Mai endet, ist klar: Der Klassenerhalt soll her. Ärgster Konkurrent ist im FSV Frankfurt ein weiterer Ex-Klub des 64-Jährigen. Boysen muss am Sonntag auf zwei gesperrte Leistungsträger verzichten. Mittelfeldspieler Joel Gerezgiher und Winterzugang und Co-Trainer Sascha Mölders fehlen gelbgesperrt. Der Torjäger (37) wird den Klub wieder verlassen, wird ein Spielertraineramt beim bayerischen Amateurklub TSV Landsberg annehmen. Die Nachfolge bei der SG Sonnenhof ist schon geregelt. Evangelos Sbonias (zuletzt beim Oberligisten SGV Freiberg) beerbt Boysen, Ex-Profi Julian Schieber (u.a. VfB Stuttgart, Hertha BSC, Dortmund) wird Co-Trainer. »Hans-Jürgen Boysen hat frischen Wind reingebracht«, lobt Sreto Ristic, der aber für sein Team genügend Motivation aus dem Hinspiel zieht: »Das haben wir im Kopf, da hat Sonnenhof aus wenig sehr viel gemacht.« Und überraschend 3:2 gewonnen.

Mini-Chance

Mit einem Auswärtssieg in Ko blenz will der FC Gießen am heutigen Samstag (14 Uhr) die Mini-Chance auf den Klassenverbleib in der Fußball-Regionalliga Südwest wahren - gleichzeitig droht bei einer Niederlage und zeitgleichem Punktgewinn des FSV Frankfurt der garantierte Abstieg in die Hessenliga.

Sollten die Gießener beim direkten Konkurrenten FC Rot Weiß Koblenz verlieren und der FSV Frankfurt punkten oder die SG Sonnenhof Großaspach gewinnen, wäre der Gang in die Fünftklassigkeit am Samstagnachmittag besiegelt. Trainer Daniyel Cimen umschreibt die Restchancen des aktuellen Tabellenletzten so: »Nicht berauschend, aber noch vorhanden.« Zwar könnten auch sieben oder gar sechs Zähler aus den verbleibenden drei Partien für das kleine Fußball-Wunder reichen, realistisch betrachtet aber braucht Gießen drei Siege und ordentlich Schützenhilfe. »Um die bestmögliche Chance auf den Klassenerhalt zu haben, sollten wir alle drei Spiele gewinnen«, weiß auch Cimen. »Ansonsten sind wir zu viel auf andere Partien angewiesen. Unser Fokus liegt auf Koblenz.« Gefühlt sei sein Team bereits »abgeschrieben, wir haben keinen Druck mehr«. Für Cimen, der den Verein seit 164 Partien coacht, wäre es der erste Abstieg in seiner Trainerkarriere. »Es ist nach wie vor unsere Pflicht, daran zu glauben, dass wir es schaffen können.« Die Trainingswoche habe dem 37-Jährigen Mut gemacht: »Obwohl die Situation nach dem Ulm-Spiel nicht besser geworden ist, hat sich im Training keiner hängen lassen. Es war eine total intensive Woche.«

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