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Drei große Ziele

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Im Kader der U18-Handball-Nationalmannschaft hat die Gederner Jana Haas (vorne, Zweite von links) großes Entwicklungspotenzial. © Florian Deis

Gedern/Bensheim (flo). Nach der Lehrgangswoche bei der U18-Nationalmannschaft hat sich Jana Haas mittlerweile wieder weitgehend an den Alltag gewöhnt. »Nur der Mittagsschlaf fehlt noch«, lacht die 18-Jährige. Die in Gedern groß gewordene Handballerin hat in dieser Saison noch gleich drei große Ziele: Den Bundesliga-Klassenerhalt mit der HSG Bensheim/Auerbach, den Drittliga-Aufstieg mit dem Oberliga-Team der Südhessinnen und die Teilnahme an der U18-Weltmeisterschaft.

Nein, das Jahr 2021 lief für Haas über weite Strecken sicherlich nicht nach Maß. Erst die abgebrochene Drittliga-Saison bei der HSG Gedern/Nidda mitsamt fehlender Spielpraxis, dann die Nichtnominierung für die U17-EM. Doch von diesen Rückschlägen hat sich die Linkshänderin ganz offenbar nicht aus der Bahn werfen lassen. Im vergangenen Sommer wechselte sie zum Erstligisten Bensheim/Auerbach, unterschrieb dort einen Profivertrag. Und nun ist sie auch beim Deutschen Handballbund (DHB) wieder voll auf dem Radar.

Nach Teilnahmen an zwei Regionallehrgängen nominierte U18-Bundestrainer Gino Smits das Talent aus dem Oberhessischen zuletzt für einen Lehrgang inklusive dreier Länderspiele. »Wieder im 16er Kader dabei zu sein, das hat mich schon sehr gefreut. Gerade nachdem das letzte Jahr nicht wie gewünscht lief«, gesteht Haas. Diese drei Partien gegen Frankreich - eine wurde gewonnen, zwei gingen verloren - waren die ersten Spiele des WM-Jahres. Ein Fingerzeig für eine gute Chance, auch dann an Bord zu sein? »Mit jedem Lehrgang, bei dem man dabei ist, steigt sicherlich die Chance, mit zur WM zu fahren. Aber ich schaue jetzt erst mal auf den nächsten Lehrgang im Juni«, sagt Haas. Inklusive der Gedernerin konkurrieren drei Spielerinnen um die Position auf der rechten Außenbahn, lediglich zwei werden im August beim interkontinentalen Vergleich in Nordmazedonien wohl dabei sein.

In den nächsten Wochen steht aber erst einmal wieder die HSG Bensheim/Auerbach im Vordergrund. Der Bundesliga-Klassenerhalt ist noch nicht eingetütet. Weil aufgrund der Langzeitverletzung von Sarah Dekker seit Februar mit Lotta Heider nur eine weitere Rechtsaußen zur Verfügung steht, erhält Haas immer wieder Einsatzminuten im Erstligateam. Ihre Hauptaufgabe aber wird nun darin bestehen, der Oberliga-Truppe der Südhessinnen zum Aufstieg zu verhelfen. Ein Selbstläufer wird das gewiss nicht. Nach der 32:34-Niederlage bei der TSG Leihgestern, bei der Haas aufgrund des DHB-Lehrgangs fehlte, ist ein Zwei-Punkte-Rückstand auf die Mittelhessinnen aufzuholen. Schließlich gibt es nur einen Aufsteiger.

Auf sieben, manchmal auch acht Trainingseinheiten pro Woche kommt Haas im Südhessischen. Beim Bundesligatraining ist sie immer dabei, wenn möglich, dann auch mal bei den Einheiten der zweiten Mannschaft. Sich täglich mit erfahrenen Erstligaspielerinnen messen zu können, davon profitiert sie immens. »Je länger man dabei ist, desto besser kann man mithalten. Ich glaube, dass ich in dieser Saison schon einiges dazugelernt habe«, sagt Haas, die sich in Bensheim angekommen fühlt - auch weil Freund und Familie regelmäßig zu Besuch sind.

Welche Schwerpunkte nun auf der To-do-Liste stehen? »Ich möchte meine Spritzigkeit im Spiel verbessern und weiter an meinen Würfen arbeiten. Als Außenspielerin hat man eben oft einfach nur den Job, die Bälle, die man bekommt, im Tor unterzubringen. In der Abwehr möchte ich in Eins-gegen-eins- oder Eins-gegen-zwei-Situationen noch bessere Entscheidungen treffen. Daran arbeite ich jeden Tag im Training.« Um sich sowohl bei der HSG Bensheim/Auerbach als auch bei der U18-Nationalmannschaft für weitere Einsätze aufzudrängen.

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