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DJane und Flügelflitzerin

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Eigengewächs Alicia Pfaff (am Ball) startet mit der HSG Gedern/Nidda am Wochenende in die Restrunde. © Ralph Lehmberg

Gedern/Nidda (flo). Allzu schlecht hat es Alicia Pfaff nicht erwischt, als bei den Drittliga-Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda die Zuständigkeitsbereiche verteilt wurden. Denn die 21-Jährige, ein echtes Eigengewächs, kümmert sich um die Musik. »Ein harter Job«, grinst die Flügelflitzerin, die am Samstag (18 Uhr, Gymnasiumhalle Nidda) mit ihrer Mannschaft gegen den TSV Bönnigheim in die Restrunde startet.

»Vor den Spielen«, erzählt die Hobby-DJane, »haben wir zwar grundsätzlich eine Kabinenplaylist. Ich schaue aber immer in die Runde und überlege dann, was die Mädels jetzt wohl brauchen.«

Nächstes Kapitel der Familiengeschichte

Dass Pfaff mittlerweile eine der angenehmeren Aufgaben innehat, hängt freilich auch damit zusammen, dass sie zwar immer noch zu den Jungspunden der Spielgemeinschaft zählt, aber eben längst nicht mehr zu den Küken. Schon als B-Jugendliche stieß sie einst zum Drittligateam dazu - erst ein gutes Jahr zum Heranführen im Training, seit der Saison 2017/18 als vollwertiges Kadermitglied. Damit führt Pfaff sozusagen ein Familienerbe fort: Tante Claudia, mittlerweile Trainerin und Spielerin der zweiten Mannschaft, war über viele Jahre hinweg Leistungsträgerin des Frauenteams, Papa Thomas ein Antreiber der Männermannschaft. Nun also schreibt Alicia Pfaff das nächste sportliche Kapitel der Familiengeschichte. Apropos Familie: Zum engsten Kreis eben dieser gehört als Lebensgefährte von Claudia Pfaff auch HSG-Trainer Christian Breiler. Dass es im Spiel oder im Training auch mal deutliche Kritik setzt, belastet das Verhältnis mitnichten. »Handball ist Handball und Familie ist Familie«, versichert Pfaff. »Ich bin ihm da nicht böse und auch nicht nachtragend, wenn ich während des Spiels mal Ärger bekomme. Vielleicht redet man danach noch mal, wie ich es hätte besser machen können. Aber dann ist das auch abgehakt, da sind wir beide relativ entspannt«, lacht die Lehramtsstudentin (Fächer Sport sowie Politik und Wirtschaft).

Samstag gegen TSV Bönnigheim

Dass die stets gut gelaunte Rechtshänderin mal auf der linken und mal auf der rechten Außenbahn zum Einsatz kommt, stört sie herzlich wenig. »Das ist mir wirklich total egal«, sagt sie. »Ich spiele dort, wo ich gebraucht werde und gebe dort mein Bestes.« Ja, ein kleiner Vorteil sei der linke Flügel als Rechtshänderin schon. »Aber so kompliziert ist das ehrlich gesagt auch auf Rechtsaußen nicht. In dem Moment, wo ich zu viel nachdenke, vergebe ich auch auf der linken Seite zu viele Chancen. Daher: Einfach werfen, dann klappt das auch auf Rechtsaußen.« Neben Fortschritten in der Abwehr hat sich Pfaff genau das vorgenommen: Einfach machen, »also nach misslungenen Aktionen nicht aufhören, in die Lücke zu ziehen oder zu werfen, sondern immer wieder mit einem positiven Gefühl und dem nötigen Zutrauen an die Sache herangehen«.

Ein Unterfangen, das die Niddaerin nach der Winterpause und einem Ski-Urlaub bei bestem Wetter in der Steiermark mit frischer Kraft angehen kann. »Ich war schon froh, mal nicht in der Halle zu stehen«, gesteht Pfaff, die obendrein bei gleich drei Jugendteams zum Trainerteam zählt. »Das war mal etwas Entspannung für den Kopf.« Die nicht nur Pfaff selbst, sondern nach den letzten Eindrücken des vergangenen Jahres vielmehr die gesamte Mannschaft dringend nötig hatte. Nun aber geht der Blick nach vorne, zehn Spiele stehen noch aus. Der frühestmögliche Klassenerhalt ist das klare Ziel.

Die Abwehr muss stehen. Das Tempospiel, das uns eigentlich auszeichnet, muss wieder viel mehr zum Tragen kommen. Und im Angriff müssen wir wieder mehr den Ball laufen lassen und unsere Spielzüge mit Druck durchspielen, statt ohne Not überhastet abzuschließen«, macht Pfaff drei Faktoren für die Rückkehr in die Erfolgsspur aus.

Am besten schon am Samstag gegen den Vorletzten Bönnigheim, den die HSG Mitte November souverän mit 30:22 schlug. »Wir dürfen den Gegner nicht auf die leichte Schulter nehmen, nur weil wir dort gewonnen haben. Das ist ein wegweisendes Spiel«, betont die Außenspielerin. An der individuellen Musikauswahl vor dem Spiel jedenfalls wird es Alicia Pfaff gewiss nicht scheitern lassen.

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