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Die Gesichter des Erfolges (von links): Top-Torjäger Tristan Keck, Top-Scorer Taylor Vause und Kevin Schmidt, der überragende Verteidiger.

Die beste erste DEL 2-Saison-Hälfte

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Bad Nauheim (mn). Der EC Bad Nauheim spielt die erfolgreichste erste Hauptrunden-Hälfte in der Deutschen Eishockey-Liga 2 seit dem Wiederaufstieg 2013. 49 Punkte haben die Roten Teufel aus 25 Spielen gewonnen. Hochgerechnet auf die Saison würden die Badestädter damit sogar die Mannschaften von 2002/03 und 03/04 (Schnitt jeweils 1,85 Zähler) übertreffen.

»Wir hatten einen richtig guten Start, ja. Aber andere Teams haben auch irgendwann ihren Lauf. Wir können uns keine Nachlässigkeiten erlauben«, sagt Harry Lange, der Trainer, nach einem Drei-Punkte-Wochenende (2:1 gegen Freiburg, 0:3 in der Lausitz). - Der EC-Fakten-Check zur Hauptrunden-Halbzeit.

Fakt I: Die Mannschaft von Harry Lange hat die Erwartungen übertroffen; die Punktausbeute, den Spaß-Faktor wie auch die Einstellung betreffend. Nur einmal in jetzt neun DEL 2-Jahren, standen die Roten Teufel zu diesem Saison-Zeitpunkt ähnlich gut dar. Im Dezember 2019 waren aus 25 Spielen 48 Punkte unter Christof Kreutzer geholt worden. Rund ums Winter-Derby in Offenbach waren die Teufel dann durch Ausfälle auf den Kontingentpositionen und schließlich durch die Ankündigung des Coaches, den Klub zu verlassen, aus dem Rhythmus gekommen, verspielten sogar noch die direkte Playoff-Qualifikation. Mit dem momentanen Schnitt wandeln die Roten Teufel auf den Spuren der Mannschaft von 1998/99, die Frank Carnevale zusammengestellt hatte, um den Titel zu gewinnen (2,15 Punkte im Schnitt nach der Hauptrunde).

Fakt II: Die Roten Teufel bieten Entertainment mit hohem Unterhaltungswert. Elf ihrer Partien haben die Hessen nervenstark mit lediglich einem Treffer Unterschied gewonnen (vier Siege nach Verlängerung oder Penaltyschießen). Höchster Sieg war ein 7:3 in Bad Tölz. Dass die Hessen nur ein Spiel mit mehr als zwei Treffern Unterschied verloren haben, zeigt, dass die Mannschaft in jedem Spiel bis zum Schluss die Chance auf einen Punktgewinn hatte. Das kennt man aus der Vergangenheit anders. Das 0:3 vom Sonntag war die höchste Niederlage.

Fakt III: Bad Nauheim ist DEL2 -Rekordhalter. Die Roten Teufel waren mit neun Auswärtssiegen in Serie in die Saison gestartet. Das hatte zuvor kein andere Klub auch nur annähernd geschafft.

Fakt IV: Das Offensiv-Feuerwerk zündet in den Adventswochen nicht. Die Durchschlagskraft fehlt. Am Sonntag blieb die Mannschaft zum ersten mal gar ohne eigenen Treffer. Taylor Vause (er hatte vier Spiele pausiert) und Tristan Keck (er fehlte in fünf Partien) sind nach ihrem Comebacks noch nicht die Alten, sodass nun auch die fehlende Produktivität von Jordan Hickmott zunehmend ins Gewicht fällt. Top-Scorer Vause kommt aus gerade einmal zwei Punkte aus den letzten sechs Partien. Top-Torjäger Keck ist zuletzt fünfmal leer ausgegangen. Hickmott wartet seit neun Spielen auf einen Torerfolg, bei fünf Assists. Auf den deutschen Stürmerpositionen kann diese Misere aktuell nicht kompensiert werden. Acht der letzten 18 Tore wurden durch Verteidiger erzielt. Zum Vergleich: In der gesamten Vor-Saison gab es nur neun Verteidiger-Tore.

Fakt V: Personelle Baustellen begleiten den EC Bad Nauheim jetzt auch in das Mammut-Programm mit acht Spielen in 18 Tagen, beginnend am Donnerstag in Kaufbeuren. Zwar stand Sommer-Neuzugang Patrick Seifert am vierten Adventswochenende erstmals im Kader, dafür fehlt Philipp Wachter länger als erwartet. In der Offensive zeichnet sich nach fast dreimonatiger Verletzungspause die Rückkehr von Andreas Pauli ab, dafür steht Christoph Körner aktuell nicht zur Verfügung. Zudem verletzte sich Ersatz-Torwart Philipp Maurer im Training in Köln - er war im DEL-Kader eingeplant -, sodass Niklas Moll aus der U 20 der Roten Teufel die weite Reise in die Lausitz hatte angetreten müssen. Der 16-Jährige Leon Willerscheid, am Freitag in Bad Nauheim Back-up, saß beim DEL-Spiel der Kölner als Ersatzmann auf der Bank.

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