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Die Abstiegsrunde droht

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Alicia Pfaff fehlt der HSG Gedern/Nidda am kommenden Wochenende. © Achim Senzel

Gedern/Nidda (flo). Es ist die große Frage: Welches Gesicht werden die Drittliga-Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda dieses Mal offenbaren? Es steht außer Frage, dass die Leistungen der Wetterauerinnen einer Berg- und Talfahrt gleichen, dass die Mannschaft in dieser Saison eine Wundertüte ist. Eine, die gegen so ziemlich jeden Gegner gewinnen, genauso allerdings gegen jeden Kontrahenten verlieren kann.

Im Auswärtsspiel beim Tabellenneunten HSG Kleenheim-Langgöns am Samstagabend (19 Uhr, Weidig-Halle Oberkleen) sollte aber tunlichst Zählbares her.

3. Liga Frauen: HSG Kleenheim-Langgöns - HSG Gedern/Nidda (Samstag, 19 Uhr). Im Rennen um den direkten Klassenerhalt wird die Luft doch zusehends dünner. Die Abstiegsrunde droht nicht nur, sie ist längst ein realistisches Szenario. Rangsiebter sind die Ballwerferinnen aus Gedern und Nidda derzeit, haben 12:14 Punkte auf dem Konto. Der Sechste TB Wülfrath und der Fünfte 1. FC Köln haben beide jeweils 13:13 Zähler. Doch das Restprogramm der HSG hat es in sich. Zuhause trifft man - mit Ausnahme Kölns - auf die Elite der Liga. Und: Fünf der verbleibenden neun Begegnungen stehen auswärts an, in der Fremde jedoch haben die Wetterauerinnen in dieser Saison bislang nur einmal gepunktet.

»Wenn wir Sechster werden wollen«, sagt Trainer Christian Breiler, »muss schon alles optimal verlaufen«. Die nächsten beiden Auswärtspartien gegen die direkte Konkurrenz - erst Kleenheim-Langgöns, dann Rodgau Nieder-Roden - haben somit einen vorentscheidenden Charakter. »Holen wir in diesen Spielen nichts, wird Platz sechs nur noch sehr schwierig zu schaffen sein. Das sind also Knackpunktspiele«, weiß der HSG-Coach. Nicht nur deshalb bergen diese Duelle Brisanz: Sollte Gedern/Nidda in einer etwaigen Abstiegsrunde auf Kleenheim-Langgöns oder Nieder-Roden treffen, würden die Punkte aus der Hauptrunde entsprechend mitgenommen. »Eventuell geht es da also schon um Punkte für die Abstiegsrunde«, sagt Breiler.

Alicia Pfaff bricht sich kleinen Finger

Einen weiteren personellen Rückschlag gab es derweil im Laufe dieser Woche: Alicia Pfaff brach sich im Training den kleinen Finger der Wurfhand, wird wohl einige Wochen ausfallen. Damit bricht eine weitere Alternative im Rückraum weg, zuletzt nämlich hatte die etatmäßige Flügelkraft in der Aufbaureihe ausgeholfen. Weil mit Sabine Kaiser (Aufbautraining nach Kreuzbandriss), Hanna Rösner (Kreuzbandriss) und Kristin Amos (Bänderriss) ohnehin schon drei Rückraumspielerinnen fehlen, sind Optionen rar. Es müssen also umso mehr diejenigen liefern und Verantwortung schultern, die noch da sind: Die beiden Halben Rica Wäscher und Kirsten Schindler, die bei der jüngsten 26:29-Heimpleite gegen Wülfrath nicht die benötigten Impulse lieferten, sowie Mittelfrau Hannah Niebergall. »Bei Rica geht es darum, Konstanz in ihre Leistungen zu bekommen. Kirsten muss bessere Entscheidungen treffen«, sagt Breiler, der mit Charlotte Schäfer und Emma Niebergall noch zwei Nachwuchsakteurinnen in der Hinterhand hat.

Trotz der Personalsorgen: »Wir gehen besser vorbereitet in dieses Spiel als es gegen Wülfrath der Fall war«, betont der HSG-Trainer. »Den Spielerinnen, die krank waren, tut jedes Training gut. Dementsprechend ist unser Ziel, selbst wieder Tempo in unser Spiel zu bekommen.« Mutig, flott und kampfstark - so wollen die Wetterauerinnen in Mittelhessen bestehen. Bei einem Gegner, der über viele Jahre hinweg eine feste Drittligagröße war, dem nun aber der Abstieg droht. Im November ersetzte der Club deshalb Trainer Marc Langenbach durch Martin Saul, der in fünf Partien immerhin vier Punkte holte, drei davon in den letzten beiden Partien. Mit dem Wechsel an der Seitenlinie ging allerdings auch sportliche Substanz verloren, weil sich mit Tanja Schorradt und Kim Winkes zwei Leistungsträgerinnen verabschiedeten.

»Das wird Abstiegskampf pur. Die Mannschaft, die die bessere Abwehr und somit mehr Ballgewinne hat sowie einfache Tore erzielt, wird dieses Spiel auch gewinnen«, prognostiziert Breiler. Und versprüht durchaus Zuversicht: »Bisher haben wir dann, wenn es unbedingt nötig war, immer gepunktet und eine gute Leistung gezeigt.«

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