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Der HSG gehen die Spielerinnen aus

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Kirsten Schindler (am Ball) stellt sich seit Wochen gesundheitlich angeschlagen in den Dienst der Mannschaft. © Achim Senzel

Gedern/Nidda (flo). Über wie viel Resilienz verfügen die Drittliga-Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda? Eine Frage, die die verbliebene Rumpftruppe von Christian Breiler in den nächsten Wochen zwangsweise beantworten wird. »Die, die übrig geblieben sind, müssen sich jetzt eine Jetzt-erst-recht-Mentalität aneignen«, fordert der Trainer. Idealerweise schon am Sonntag (14 Uhr, Heinrich-Heine Gesamtschule), wenn die Wetterauerinnen bei Fortuna Düsseldorf gastieren.

3. Liga Frauen: Fortuna Düsseldorf - HSG Gedern/Nidda (Sonntag, 14 Uhr). Vor der Dienstreise an den Rhein ist jedenfalls klar: Der Spielgemeinschaft gehen allmählich die Spielerinnen aus. Die Ausfallliste wird länger, die Verletztenmisere will partout kein Ende nehmen. Neben den beiden Langzeitverletzten Sabine Kaiser und Hanna Rösner fehlen seit geraumer Zeit auch Alicia Pfaff (Fingerbruch) und Christin Kraft (Knieprobleme). Bei der 17:20-Auswärtspleite in Nieder-Roden verletzte sich nun auch noch Linksaußen Isabell Schüler, die Fingerverrenkung zog auch umliegende Bänder in Mitleidenschaft. Mindestens vier Wochen dürfte die 28-Jährige fehlen. Dass obendrein Aushilfe Nadin Patz (Wadenverletzung) nicht unterstützen kann, passt da ins Bild. »Das ist schon sehr, sehr frustrierend für alle Beteiligten, wie das die ganze Zeit läuft. Das geht an die Substanz«, gesteht Breiler.

Neun Feldspielerinnen stehen der HSG nun noch zur Verfügung. Von denen allerdings längst nicht alle im Vollbesitz ihrer Kräfte sind. Wie etwa Außen- und Rückraumakteurin Kirsten Schindler, die sich seit Wochen gesundheitlich angeschlagen in den Dienst der Mannschaft stellt. Alternativen? Weit und breit nicht in Sicht. »Von den ehemaligen Spielerinnen hat in letzter Zeit keine trainiert, von der zweiten Mannschaft war auch keine bei uns dabei. Das ist dann nicht sinnvoll, trotzdem jemand mit nach Düsseldorf zu nehmen«, sagt Breiler. »Bei einem Heimspiel ist das vielleicht nochmal etwas anderes.«

Als Schüler-Ersatz auf dem linken Flügel kommen Rechtshänderin Emely Nau, die bei der HSG sonst die rechte Außenbahn bekleidet, sowie die beiden Kreisläuferinnen Klara Engel und Yeruti Krauß infrage. Und auf der Halbposition in der 6:0-Deckung? »Da wird es schwierig, adäquaten Ersatz zu finden. Isabell hat das gut gemacht und sich dort auch festgespielt gehabt.«

Wie sich Gedern/Nidda in den vergangenen beiden Auswärtspartien - sowohl beim 21:20-Erfolg bei Kleenheim-Langgöns als auch bei der Niederlage in Nieder-Roden - präsentierte, taugt freilich nicht als Hoffnungsschimmer für den Schlussspurt. Der Mannschaft fehlt derzeit eine solide Spielstruktur in der Offensive, sie ist voll und ganz abhängig von Mittelfrau Hannah Niebergall. Alles in allem wirkt die HSG merklich angeschlagen. »Das war in Nieder-Roden im Angriff wirklich desillusionierend«, befindet Breiler. Und weiß: »Mit Düsseldorf treffen wir nun auf einen Gegner, der eine ganz andere Qualität als unsere letzten beiden Gegner hat.« Zumal die Fortuna, die aktuell Rangdritter ist, zwölf ihrer 18 Punkte zu Hause geholt hat. Die letzten sechs Heimspiele haben die Düsseldorferinnen allesamt für sich entschieden, zuletzt mit 29:21 gegen das Schlusslicht HSG Lumdatal.

»Wir brauchen uns zurzeit eigentlich gar nicht so sehr mit dem Gegner zu befassen, sondern umso mehr mit uns selbst. Wir brauchen im Angriff mehr Bewegung, wir müssen wieder Zweikämpfe führen, müssen gute Wurfsituationen suchen und die Würfe dann auch nehmen«, gibt Breiler die Marschroute vor. »Es ist insgesamt eine Situation, die alles andere als einfach ist. Aber es bleibt uns nichts anderes übrig, als bis zum Schluss alles reinzuwerfen.« Eine Frage der Widerstandskraft also.

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