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Der Berg bebt

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Offenbach (op). Kickers Offenbach und seine treuen Fans: Ein Epos, das am Samstag um eine weitere Episode reicher geworden ist. Der erste Sieg im neuen Jahr in Walldorf (2:1) hatte genügt, um so viele Anhänger wie nie in dieser Saison zum Spitzenspiel der Fußball-Regionalliga Südwest gegen den FSV Mainz 05 II zum Bieberer Berg zu bewegen. Und dieses Mal wurden die 6219 Zuschauer nach zuvor zwei Heimniederlagen in Folge nicht enttäuscht:

Der OFC gewann ein hochintensives Spiel mit 2:0 (1:0) und meldete sich mit diesem Sieg aus Leidenschaft im Aufstiegsrennen zurück.

Spätestens als Mathias Fetsch in der 90. Minute nach Pass des ebenfalls eingewechselten Lucas Hermes alleine aufs Tor zusteuerte und cool zum Endstand traf, entlud sich eine Welle der Emotionen, die auch Sreto Ristic nicht unberührt ließ. »Ich habe die Stimmung einfach genossen«, sagte der Kickers-Trainer - und das nicht erst nach der Entscheidung: »Die Fans haben gespürt, wann sie uns unterstützen mussten.«

Und das war in einer »brutal intensiven Partie« (Ristic) einige Male der Fall. Die Kickers, die mit David Richter anstelle von Angelo Tramontana im Tor begannen, mussten gleich nach zwei Minuten eine Schrecksekunde überstehen, als Romario Rösch nach zu kurzem Rückpass von Jayson Breitenbach alleine auf Richter zusteuerte, aber mit seinem Schuss am Offenbacher Punktspieldebütanten scheiterte.

»Da hatten wir etwas Glück gehabt«, räumte Ristic ein. Auch sechs Minuten später war das Glück auf Offenbacher Seite: Dejan Bozic reagierte nach einem Sekundenschlaf der Mainzer Verteidiger Lukas Quirin und Giuliano Modica, die den Ball nicht klären konnten, geistesgegenwärtig und schoss zwischen den beiden stehend die Kugel in den Winkel.

Der Berg bebte zum ersten Mal - und das beeindruckte auch den besten Offenbacher Torschützen (10 Saisontore): »Da sieht man, was passiert, wenn wir alle gemeinsam funktionieren.«

Was aber bedeutet nun dieser Sieg im Spitzenspiel für die Kickers? Womöglich einer mit Signalwirkung für die letzten zehn Spiele? Ristic wiegelt ab: »Jeder Sieg tut gut«, sagte er: »Für uns ging es darum, Charakter zu beweisen.« Und das haben auch die Fans gespürt und schöpfen bei drei Punkten Rückstand auf den neuen Tabellenführer SV Elversberg (54 Punkte) neue Hoffnung.

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