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Das Wetter hat ein Einsehen mit dem OFC

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Offenbach (cd). Zumindest das Wetter hat ein Einsehen mit den von Verletzungen und einem Corona-Ausbruch arg gebeutelten Offenbacher Kickers gehabt. Nachdem deren Antrag auf Verlegung der Partie beim Bahlinger SC von der Regionalliga Südwest am Freitag abgelehnt worden war, obwohl das Stadt-Gesundheitsamt gegenüber der Profi-Mannschaft sowie dem Trainer- und Betreuerteam des OFC ein »Spiel-, Trainings- und Zusammenkunftsverbot« ausgesprochen hatte, folgte am frühen Samstagmorgen das nächste Kapitel dieser kuriosen Geschichte:

Die Platzkommission erklärte den Rasen für unbespielbar. Die Partie musste also doch verlegt werden.

Sobotzik spricht von »einer Farce«

Bei den OFC-Fans sorgte die Nachricht von der Absage für Freude. Sie bedankten sich beim »Wettergott« - oder dem »Wetterdienst«, der in Offenbach beheimatet und somit quasi für alles verantwortlich ist, was mit dem Klima zu tun hat. Thomas Sobotzik hingegen war trotz der glücklichen Fügung alles andere als zum Scherzen aufgelegt. Der Geschäftsführer des OFC nannte den gesamten Vorgang »eine Farce« und machte die Regionalliga Südwest indirekt dafür verantwortlich, dass es bei den Kickers, die am Freitag mit einem absoluten Rumpfkader (zwei Torhüter, zwölf Feldspieler) angereist waren, am Samstag drei weitere Verdachtsfälle gegeben hatte, die per PCR-Test als positiv bestätigt wurden. Darunter sei ein Spieler, der eine hochschwangere Frau habe. »Sie hat kommende Woche den errechneten Geburtstermin. Jetzt hoffen wir nur, dass sie sich nicht auch noch ansteckt«, sagte Sobotzik.

Voller Ironie dankte der Geschäftsführer der Kickers dem »findigen Juristen Frank Thumm« vom württembergischen Fußballverband, der die Regionalliga Südwest GbR in Rechtssachen berät. Deren Entscheidung habe nun »erste Früchte getragen«, so Sobotzik. »Es hat sich richtig gelohnt, dass wir eine Zusammenkunft hatten und diesen schönen Ausflug nach Bahlingen gemacht haben.« Es ist zwar wohl ausgeschlossen, dass ein Spieler, der sich am Freitag bei einem Kollegen angesteckt hat, bereits am Samstag positiv getestet wird. Doch die drei Verdachtsfälle zeigen, dass die Anordnung des Gesundheitsamtes, Zusammenkünfte zu vermeiden, sinnvoll war. Es ist mit Blick auf die hochansteckende Omikron-Variante nicht auszuschließen, dass es weitere Infektionen gegeben hat, die erst in den nächsten Tagen nachweisbar sind. Für den OFC hat sich die Lage also eventuell zugespitzt.

Die Kickers hatten verkündet, dass einige Spieler, bei denen der Befund vergangene Woche positiv war, gestern die Chance hatten, sich freizutesten. Ob das gelungen ist, darüber will der OFC ebenso erst heute informieren wie über weitere Schritte beziehungsweise potenzielle Folgen. Sobotzik: »Wir müssen sehen, was noch kommt und welche Konsequenzen das hat.«

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