Büdinger EM-Reporter macht Fußball-Deutschland Hoffnung

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BÜDINGEN/MÜNCHEN - Ein Büdinger macht Fußball-Deutschland Hoffnung. "Jogi Löws Truppe gewinnt heute Abend 2:1 gegen Portugal", sagt Patrick Berger, der die Nationalmannschaft während der Europameisterschaft begleitet. Der Chefreporter von SPORT 1 hat vor dem zweiten Gruppenspiel in München ein gutes Gefühl. "Alleine der Blick auf die Statistik verrät, dass die Portugiesen uns liegen.

Zudem mache ich mir um unsere Verteidigung trotz des Eigentores von Mats Hummels keine Sorgen." Die Abwehr habe bei der 0:1-Niederlage gegen Frankreich gut gestanden, keiner der gegnerischen Weltstars ein Tor erzielt. "Und Toni Kroos, den ich oftmals kritisiere, machte als Sechser gerade in der Rückwärtsbewegung ein starkes Spiel."

Berger ist sich sicher: "So bekommen wir auch die starke portugiesische Offensive mit Cristiano Ronaldo, Diogo Jota und Bernardo Silva in den Griff." Dem 28-Jährigen, der seit Ende Mai mit der Nationalmannschaft unterwegs ist, bereitet eher die Offensive Kopfzerbrechen. "Das war viel zu wenig. Jetzt sind Kai Havertz, Serge Gnabry und Thomas Müller gefordert." Bergers Hoffnung: "Gegen Portugal werden die Spieler ihre Räume bekommen. Da ich Dortmund als BVB-Reporter begleite, weiß ich, dass Linksverteidiger Raphael Guerreiro nach hinten lange nicht so gut wie nach vorne arbeitet." Außerdem spüre er bei seinen Presseterminen im Herzogenauracher EM-Quartier, dass das Team nach der 0:1-Auftaktpleite gegen Frankreich näher zusammengerückt sei. "In Mannschaftskreisen wird von einer Jetzt-erst-recht-Situation gesprochen."

In der Startaufstellung würde Berger eine Änderung vornehmen, aber nichts am System ändern, "weil die Dreierkette in der Vorbereitung ausgiebig trainiert wurde". Für den Reporter von SPORT 1 gehört Leon Goretzka ins Team, "sollte er hundertprozentig fit sein". Ilkay Gündogan müsste dann weichen. "Sollte Goretzka nicht können, würde ich Joshua Kimmich für Gündogan ins zentrale Mittelfeld stellen und Emre Can auf Kimmichs Außenbahnposition."

Selbst wenn am Samstag gegen den amtierenden Europameister "nur" ein Remis herausspringen sollte, geht Berger fest von der Achtelfinal-Qualifikation aus. "Deutschland gewinnt auf jeden Fall das letzte Gruppenspiel gegen Ungarn und käme dann eben als einer der vier besten Gruppendritten weiter."

Berger berichtet zusammen mit Florian Plettenberg sowie Jochen Stutzky seit dem Seefeld-Trainingslager Ende Mai täglich von der Nationalmannschaft. "Aktuell pendeln wir zwischen dem Spielort München und dem DFB-Quartier in Herzogenaurach hin und her", sagt der Büdinger. "Morgens um 8.45 Uhr geht es mit der Teambesprechung los. Den ersten Text für unsere Homepage und die App von SPORT 1 liefern wir um 12 Uhr pünktlich zur Mittagspause der Fußball-Fans." Ein weiteres Stück kommt in der Regel nachmittags, das letzte zwischen 22 und 0 Uhr. Sendungen im TV sind von 12 bis 14 Uhr (EM Aktuell), 19.30 bis 20.15 (EM-News) Uhr und ab 23.15 Uhr (EM-News) frei empfangbar zu sehen. "Entweder sitzt einer von uns live im Studio in München oder wir werden zugeschaltet", erklärt Berger, der bei aktuellen Ereignissen natürlich zeitnah reagiert und Extra-Texte schreibt. "Ansonsten versuchen wir, die Atmosphäre im DFB-Quartier zu spüren, bereiten uns auf die Pressegespräche vor, picken besondere Themen rund um die Mannschaft heraus und halten per WhatsApp oder Telefon Kontakt zu den Spielern."

Viel Freizeit bleibt da freilich nicht. "Zumal mein Handy ständig klingelt, weil viele Freunde und Spielerberater Dinge rund um die Nationalmannschaft wissen wollen." Diesen Stress nimmt Berger gerne noch einige Zeit in Kauf. Am liebsten bis zum 11. Juli. Das würde nämlich heißen, dass Deutschland ins Endspiel einzieht.

Zur Person

Seine ersten Erfahrungen mit einer Tageszeitung sammelte Patrick Berger in der achten Klasse, als er ein Schülerpraktikum beim Kreis-Anzeiger absolvierte. Nach dem Abitur volontierte der Büdinger von September 2011 bis September 2013 bei der Gelnhäuser Neuen Zeitung, ehe er als freier Sportreporter unter anderem für Titel wie BILD, BILD am Sonntag, die Handballwoche und die Hamburger Morgenpost schrieb. Für letztere war er drei Jahre lang als HSV-Reporter tätig. Von August 2017 bis Januar 2018 arbeitete Berger als Pressesprecher des Handball-Bundesligisten Füchse Berlin, seit Januar 2019 lebt der heute 28-Jährige in Köln und ist Chefreporter bei SPORT 1. Zu seiner Vita zählt darüber hinaus die Gründung des YouTube-Formats "Bembel Brothers", in dem er hochkarätige Gäste aus der Sport- und Medienbranche zu Gast hatte. Seine sportjournalistische Kompetenz erweiterte er von Oktober 2013 bis März 2017 als Sportjournalismus-Stipendiat des Verbandes Deutscher Sportjournalisten (VDS) an der Hochschule Macromedia in Hamburg. In seiner Heimat spielte Berger Handball für den HC Büdingen (später HSG Oberhessen) und agierte als Fußball-Unparteiischer für die Schiedsrichter-Vereinigung Büdingen. Aktiv kickte er als Jugendlicher für den TSV Vonhausen. Zudem wurde Berger 2019 Botschafter der Stadt Büdingen. (tf)

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