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Breilers Rumpftruppe spielt groß auf

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Rica Wäscher (Mitte) setzt sich gegen die Düsseldorferinnen Anna Bergschneider (links) und Lina Klinnert durch. Insgesamt wirft sie zehn Tore für die HSG Gedern/Nidda. FOTO. SEZ © Achim Senzel

Chapeau, HSG Gedern/Nidda! Mit einer leidenschaftlichen Performance fahren die Drittliga-Handballerinnen einen eminent wichtigen Heimsieg gegen Düsseldorf ein.

Die Erleichterung über diesen Erfolg war Christian Breiler auch am Tag danach noch deutlich anzumerken. »Ein Riesenkompliment an die Mannschaft. Das war in allen Bereichen richtig, richtig gut. Die Mädels können stolz auf ihre Leistung sein«, lobte der Handballtrainer.

3. Liga Frauen: HSG Gedern/Nidda - Fortuna Düsseldorf 28:23 (12:11). Besonders bemerkenswert: Die verbliebene und um Routinier Nadin Patz verstärkte Rumpftruppe aus Gedern und Nidda steckte sogar noch den Ausfall von Kapitänin Hannah Niebergall, die nach 34 Minuten infolge eines Schlags auf den Brustkorb mit Atemschwierigkeiten ausschied, weg. »Nach den Tiefschlägen der letzten Wochen«, freute sich Breiler, »tut das unserer jungen Mannschaft unheimlich gut, um den Glauben daran zu bewahren, dass wir unsere Ziele erreichen können.«

Yvonne Petek mit 15 Paraden

Fraglich war, wie die Wetterauerinnen das Fehlen von Abwehrchefin Hanna Rösner (Kreuzbandriss) auffangen wollen. Die imponierende Antwort lieferte die Spielgemeinschaft auf dem Parkett: Von der ersten Minute an verteidigte die Breiler-Sieben um den Start-Innenblock Niebergall/Klara Engel als Kollektiv mit maximaler Bereitschaft. Dem wurfgewaltigen Düsseldorfer Rückraum gestatteten die Gastgeberinnen kaum freie Abschlüsse, sie waren stets mit zwei, nicht selten gar mit drei Spielerinnen dran am Gegner. Was doch durchkam, war regelmäßig Beute der starken Torhüterin Yvonne Petek (15 Paraden). »Wir haben es geschafft, die Rückraumschützinnen des Gegners weitgehend unter Kontrolle zu haben. Diese Bereitschaft müssen wir immer wieder an den Tag legen«, befand Breiler.

Darüber holte sich die HSG, die die letzten beiden Partien vor dem Jahreswechsel schließlich verloren hatte, Selbstvertrauen. Sie bespielte die offensiv interpretierte 6:0-Deckung der Fortuna diszipliniert und mit überschaubarer Fehlerzahl, aber trotzdem mutig, suchte ihre Chancen geduldig, aber zielstrebig. Und sie hatte mit Rica Wäscher eine bärenstarke Schützin in ihren Reihen. Einen Tag nach ihrem 26. Geburtstag erzielte die Rückraumakteurin die wichtigen Tore aus der zweiten Reihe, je fünf in der ersten sowie in der zweiten Hälfte - so etwa per krachendem Hüftwurf das 8:5 (19.). Bis auf 10:6 (22.) zog Gedern/Nidda davon, führte zur Pause aber nur knapp mit 12:11.

Der Schock nach Wiederbeginn ließ nicht lange auf sich warten. Dass nach 34 Minuten Niebergall als zentrale Figur des HSG-Spiels verletzungsbedingt nur noch von der Bank aus zuschauen konnte, hätte ein Wendepunkt sein können. Doch zumindest an diesem Tag stemmte sich die Breiler-Truppe mit aller Vehemenz dagegen, diese Partie aus den Händen zu geben. Mit Kirsten Schindler als Spielmacherin gegen die nun probierte Düsseldorfer 5:1-Abwehr, zwischenzeitlich mit Aushilfe Patz im Innenblock und am Kreis, trotz mehrfacher Unterzahl - die Spielgemeinschaft begeisterte mit Kampfkraft und Resistenz.

Schindler und Wäscher stark

Insbesondere Schindler und Wäscher waren es, die in dieser Phase im Angriff vorangingen, sei es mit Anspielen oder eigenen Abschlüssen. Sie nutzten die Räume, die die offensivere Düsseldorfer Deckungsformation bot. So bediente Schindler Kreisläuferin Engel, die auf 22:18 (52.) stellte, ehe Wäscher ein Rückraum-Geschoss zum 24:20 (56.) abfeuerte. Diesen Vorsprung ließen sich die Gastgeberinnen nicht mehr nehmen.

»Das ist eine Leistung, auf die es aufzubauen gilt und die uns hilft, optimistischer in die Zukunft zu blicken. Das muss der Mannschaft Selbstvertrauen geben«, sagte Breiler. Wohlwissend, dass mit dem neuen Tabellendritten Bayer 04 Leverkusen II am nächsten Samstag bereits die nächste schwere Aufgabe bevorsteht.

HSG Gedern/Nidda: Petek, Elisath (n.e.), Heß (n.e.); Patz (1), Schüler (4), Niebergall, Engel (2), Pfaff, Hutin (1), Wäscher (10), Schindler (6/3), Nau (4), Schäfer.

Fortuna Düsseldorf: Happe, Watermeier (ab 31.); Petters, Otten (2), Gipperich (3), Münch, Klinnert (4), Bergschneider (2), Söntgen, Szücs, Herbak, Knippert (1), Freude (3), Heinrichs (2), Steinhausen (3), Berger (3/2).

Schiedsrichter: Siebert/Welke (Bergneustadt/Radevormwald) - Zuschauer: 120 - Zeitstrafen: 10:4 Minuten (Patz, Engel, Wäscher, Nau, Schäfer/Bergschneider, Freude) - Siebenmeter: 3/3:2/2 - Spielfilm: 4:3 (10.), 8:6 (20.), 12:11 (30.), 17:14 (40.), 20:18 (51.), 24:20 (56.), 28:23 (60.). Florian Deis

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Starker Rückhalt: Yvonne Petek. © Achim Senzel

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