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Breilers Reise in die Vergangenheit

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HSG-Trainer Christian Breiler spielte drei Jahre lang für Rodgau Nieder-Roden. © Florian Deis

Gedern/Nidda (flo). Von Gefühlsduselei ist Christian Breiler meilenweit entfernt. Doch wenn der 44-Jährige am Samstag (17 Uhr) mit den Drittliga-Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda in der Sporthalle an der Wiesbadener Straße bei der HSG Rodgau Nieder-Roden gastiert, ist es für den Trainer der Wetterauerinnen eine Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte.

Im Vordergrund jedoch steht, weitere Punkte im Kampf um den Klassenerhalt zu sammeln.

3. Liga Frauen: HSG Rodgau Nieder-Roden - HSG Gedern/Nidda (Samstag, 17 Uhr). Zweimal hatte Breiler die Rodgauer bereits abblitzen lassen, ehe er sich im Sommer 2008 dann doch der Truppe aus dem Landkreis Offenbach anschloss. Drei Jahre lang warf der damalige Rückraumspieler, der zuvor beim HC Büdingen, TV Gelnhausen und der SG Bruchköbel gespielt hatte, daraufhin seine Tore für die HSG und erlebte sportlich mitreißende Zeiten. Oberliga-Vizemeister im ersten, Hessenmeister und Drittliga-Aufsteiger im zweiten, direkter Wiederabstieg im dritten Jahr. »Die drei Jahre in Nieder-Roden«, erinnert sich Breiler noch heute gerne zurück, »waren eine wunderschöne Zeit. Ich habe mich dort pudelwohl gefühlt und diese Station hat mich auch in meiner Trainertätigkeit ein großes Stück geprägt.«

Dass nicht mindestens ein viertes Jahr in Nieder-Rodener Diensten dazukam, dass Breiler entgegen aller Planungen seinerzeit nicht die A-Jugend des Vereins übernahm, stellt die unmittelbare Verknüpfung zwischen Vergangenheit und Gegenwart dar. Denn im November 2010 sprang bei der HSG Gedern/Nidda der damalige Trainer Thomas Wallendorf ab. Breiler, der die Mannschaft als Lebensgefährte von Spielerin Claudia Pfaff bestens kannte, wurde kurzfristig als Interimslösung installiert, spielte parallel dazu Drittliga-Handball in Nieder-Roden.

Es war der Beginn einer Erfolgsstory. Der Interimstrainer führte Gedern/Nidda aus der Landes- zurück in die Oberliga, entschied sich nach zähen Verhandlungen im Frühjahr 2011, seine Zelte bei der HSG Rodgau Nieder-Roden abzubrechen und der HSG Gedern/Nidda als Übungsleiter erhalten zu bleiben. Ein Jahr später stand der nächste Aufstieg zu Buche, die Wetterauerinnen waren in die 3. Liga durchmarschiert.

Seit 2012 also ist die Spielgemeinschaft mit Ausnahme einer Zweitligasaison fester Bestandteil der Spielklasse. Mal als Mittelfeldteam, mal als Aufstiegsaspirant, mal im Kampf um den Klassenerhalt. Ausschließlich um diesen geht es auch in diesem Spieljahr. Was gewiss auch im Modus, der gleich sechs Mannschaften der Staffel in die Abstiegsrunde verbannt, begründet ist. Will die Breiler-Truppe diese vermeiden, dann ist ein Erfolg beim Tabellenneunten Nieder-Roden im Grunde Pflicht. »In all diesen Spielen gibt es keine Schönheitspreise zu gewinnen. Es geht einzig und allein darum zu punkten«, betont der HSG-Coach und setzt darauf, dass sich sein Ensemble in puncto Chancenverwertung gegenüber dem jüngsten 21:20-Sieg bei der HSG Kleenheim-Langgöns steigert.

Es sind solche Basiselemente, auf die die Wetterauerinnen setzen. Das Anstoßen tief greifender Entwicklungsprozesse ist auf unbestimmte Zeit verschoben. »So wie die Umstände aktuell sind, ist es schwierig, Kontinuität in die Abläufe zu bekommen. Man kann weder langfristig planen noch groß etwas entwickeln. Es gilt: Augen zu und durch«, sagt Breiler, der Mittelblockerin Leonie Hutin wohl wieder an Bord haben wird.

Gegner mit acht Pleiten in Folge

Gegner Nieder-Roden kassierte zuletzt acht Niederlagen in Serie, insbesondere die 16:24-Abfuhr bei Schlusslicht HSG Lumdatal überraschte. »Zu Hause liefern sie aber immer gute Spiele ab«, warnt Breiler und stellt seine Truppe auf einen wurfstarken Rückraum ein. Dieser bereitete Gedern/Nidda bei der 25:26-Hinspielpleite einige Sorgen. »Es wird nur über die Abwehr gehen. In den Spielen, in denen wir gepunktet haben, hat immer die Deckung mitsamt Torhüterinnen funktioniert.« Sollte das auch in der Sporthalle an der Wiesbadener Straße zum Erfolg führen, würde Breiler bei seiner Rückkehr nach Nieder-Roden wohl zumindest nach dem Spiel ein Gefühl der Freude verspüren.

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