Blick in die Glaskugel

  • schließen

NIDDA - Was bringt uns das Sportjahr 2021? Der Kreis-Anzeiger wagt einen Blick in die große Glaskugel. Hier die (nicht ganz so ernst gemeinte) Vorschau.

Die Amateurfußballvereine stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen. Besonders den heimischen Gruppenligisten SC Viktoria Nidda, FC Alemannia Gedern und Sportfreunde Oberau verlangt das im Februar überarbeitete Hygienekonzept unheimlich viel ab. Weil in dieser Liga noch bis zu 30 Spieltage anstehen, kann sich Klassenleiter Thorsten Bastian keine Verzögerungen mehr erlauben. Deshalb sollen Spielabsagen wegen möglicher Corona-Verdachtsfälle folgendermaßen ausgeschlossen werden: Jeder Gruppenligist richtet sich im Sportheim eine Ecke für Corona-Schnelltests ein. Die Vereine sind für die Organisation zuständig, der Hessische Fußball-Verband übernimmt die Auswertung.

Die Handballer erleben einen sprichwörtlich verwirrenden Start ins neue Jahr. Aufgrund der Hygienevorschriften gleichen die Hallen einem Grundschulhof während der Fahrradprüfung. Überall Pfeile, Schilder, Einbahnstraßenverkehr. Der Gang in die Umkleidekabine ist für manchen Sportler kraftraubender als das anschließende Match über 60 Minuten. Immerhin: Eine neue App, in der alle Wege in Deutschlands Hallen aufgezeigt werden, soll Erleichterung bringen.

Immer mehr Jugendliche wagen den Sprung vom Sportplatz in den heimischen Gaming-Sessel. Aber auch vor der Play-Station bekommen die Konsolen-Virtuosen mit, dass die Pandemie die Sportwelt verändert. Beim im September erscheinenden Fußballspiel "FIFA 22" finden alle Partien vor leeren Zuschauerrängen statt, während in Spielpausen eingeblendete Trainer und Ersatzakteure Mundschutz tragen. Zudem weist der Kommentator ständig darauf hin, dass die Spieler vor dem Bildschirm regelmäßig die Controller desinfizieren sollen. Mein Gott, diese Spiele werden immer realistischer. Vielleicht werden demnächst wirklich die Meister im Amateurfußballbereich an der PlayStation ermittelt, falls es erneut zu einem Saisonabbruch kommen sollte...

Und sonst so? Die meisten Vereine verzichten in der zweiten Jahreshälfte auf ihre Trainer. Auslaufende Verträge werden nicht verlängert, neue Übungsleiter nicht eingestellt. Die Klubs investieren das eingesparte Geld lieber in einen Rechtsbeistand. Der kann sich dann mit dem für die jeweilige Mannschaftssportart zuständigen Verband auseinandersetzen, wenn es nach einem Saisonabbruch wieder um die Wertung mit Quotienten-Regelung sowie die Auf- und Abstiegsfrage geht.

Aber Spaß beiseite. Für das neue Jahr wünscht die Kreis-Anzeiger-Sportredaktion allen Amateursportlern und Ehrenamtlern Zuversicht sowie Gesundheit. Und dass bald alle wieder ihren geliebten Hobbys nachgehen können.

Das könnte Sie auch interessieren