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Besondere Corona-Umstände

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HSG-Trainer Christian Breiler gibt Anweisungen. Am Wochenende ist sein Team gegen Wülfrath gefordert. © Achim Senzel

HSG Gedern/Nidda geht mit Personalsorgen ins Wochenendspiel.

Geder/Nidda (flo). Es sind turbulente Zeiten. Spielen sie? Spielen sie nicht? Eine Frage, die sich so derzeit auch für die Drittliga-Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda nahezu wöchentlich stellt. Zweimal schon mussten die Wetterauerinnen in dieser Saison aufgrund von Corona-Fällen oder einem entsprechenden Verdacht Spiele verlegen, zuletzt jenes gegen Leverkusen II am vergangenen Wochenende. Nun will die Mannschaft von Trainer Christian Breiler wieder ins Geschehen eingreifen: Am Samstag (18 Uhr) gastiert der TB Wülfrath zum Vier-Punkte-Duell in der Gymnasiumhalle Nidda.

3. Liga Frauen: HSG Gedern/Nidda - TB Wülfrath (Samstag, 18 Uhr). Wenn man so will, dann erleben sie bei der Spielgemeinschaft derzeit ein Déjà-vu. Nachdem die Wetterauerinnen im November beim 29:19-Erfolg gegen den TuS Königsdorf den dritten Sieg in Serie eingefahren hatten, wurden sie von Corona-Fällen in den eigenen Reihen jäh gestoppt. Jedwede Euphorie verpuffte.

Und nun? Der 28:23-Heimerfolg gegen Fortuna Düsseldorf, errungen mit einem Rumpfaufgebot, war nach schwierigen Wochen ein veritabler Stimmungsaufheller. Ehe mehrere Verdachtsfälle und Erkrankungen dafür sorgten, dass der laufende Betrieb wieder gestört wurde.

»Von den Zeitpunkten her ist das definitiv nervig. Aber wir müssen sehen, dass wir mit dieser Situation umgehen können«, sagt Breiler. An geregeltes Training war freilich nicht zu denken, auch für Samstag stehen neben der angeschlagenen Rückraumspielerin Kristin Amos krankheitsbedingt die Einsätze gleich mehrerer Spielerinnen infrage. »Wir konnten uns natürlich nicht so auf dieses Spiel vorbereiten, wie das normal der Fall gewesen wäre«, weiß der HSG-Coach, der erneut auf Nadin Patz als Aushilfe im Mittelblock und am Kreis baut. Ohnehin: »Man kann überhaupt nicht mehr groß nach vorne schauen. Es geht nur noch um die Frage, ob wir genug Leute haben, um zu spielen oder den Trainingsbetrieb aufrechtzuerhalten.« Breilers Schlussfolgerung: »Wenn wir diese Saison überstehen und weiterhin in der 3. Liga dabei sind, dann mache ich drei Kreuze.«

Dafür, das ist klar, sollten gegen Wülfrath zwei Punkte her. Schließlich ist es das Aufeinandertreffen des Sechsten gegen den Siebten, Gedern/Nidda hat 12:12 Punkte, der Gegner aus dem Bergischen Land 11:13 Zähler. »Wenn wir unter die ersten Sechs kommen wollen, ist ein Sieg notwendig. Dann darf man gegen einen direkten Konkurrenten nicht beide Spiele verlieren«, betont Breiler, dessen Team sich im Hinspiel mit 21:26 geschlagen geben musste. »Wir müssen also alles daran setzen, dieses Spiel trotz der Umstände irgendwie zu gewinnen«, stellt der HSG-Trainer klar. Keine Frage, dass es dazu erneut einer solchen Energieleistung wie gegen Düsseldorf bedarf.

Auch Wülfrath musste am vergangenen Wochenende aussetzen, weil Gegner Mainz 05 II Corona-Fälle zu beklagen hatte. Somit ist die Partie im Oberhessischen das erste Spiel nach Bekanntwerden des nahenden Abschieds von TBW-Coach Michael Cisik. Nach dieser Saison werden sich die Wege trennen. Beide Parteien fanden wirtschaftlich nicht zu einander, Cisik wollte einer beabsichtigten Kürzung seiner Aufwandsentschädigung nicht zustimmen. »Durch Corona fehlen uns die Einnahmen. Wir haben keine Unterstützung durch die Regierung und den Landessportbund und die 3. Liga ist nicht günstig. Wir mussten Kürzungen vornehmen, um Herr der Lage zu werden und nächstes Jahr noch eine Mannschaft in der 3. Liga zu haben«, so Abteilungsleiter Andre Döpper via Rheinische Presse. Cisiks Handschrift, die Wülfrath zum Klassenerhalt führen soll, ist jedenfalls klar: »Sie spielen einen flotten Ball, gehen schnell nach vorne. Sie spielen gerne über den Kreis, haben aber auch im Rückraum zwei, drei gute Werferinnen«, analysiert Breiler.

Indes steht ein Nachholtermin für das ausgefallene Leverkusen-Spiel noch aus. Insbesondere weil freie Termine Mangelware sind. »Man muss gucken, wie sich das entwickelt, ob noch mehr Spiele ausfallen. Sollte das so kommen, bin ich gespannt, wie der DHB reagiert. Spiele unter der Woche jedenfalls sind in unserem Bereich schwierig«, sagt Breiler. Am ersten April-Wochenende soll die Hauptrunde nach aktuellem Stand der Dinge beendet werden.

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