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Aufstiegsjubiläum

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Jubelarie: Die Akteurinnen der HSG Gedern/Nidda sind in Feierlaune. Kein Wunder, der Aufstieg in die 3. Liga ist geschafft - und nun schon zehn Jahre her. © Red

Das Aufstiegsshirt von damals hat Christian Breiler noch heute griffbereit. »Wir wollten doch nur den Klassenerhalt - und jetzt: 3. Liga« steht darauf. Die Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda, die damals Meister der Oberliga Hessen geworden sind und spektakulär aus der Landesliga in die 3. Liga durchmarschierten, feiern dieses Jahr Jubiläum. Gestern vor zehn Jahren machten sie den Aufstieg perfekt.

Gedern/Nidda . »Echt wahr: HSG schon wieder Meister«, titelte der Kreis-Anzeiger am 16. April 2012. Tags zuvor nämlich hatten die Handballerinnen aus Gedern und Nidda den Titel und damit den Aufstieg unter Dach und Fach gebracht: Mit einem doch eher mühsam errungenen 27:23-Auswärtserfolg bei der HSG Weiterstadt/Braunshardt/Worfelden. Über 200 Fans hatten die Wetterauerinnen seinerzeit ins Südhessische begleitet, zwei Busse hatten sich auf den Weg gemacht. »Das war schon krass, das waren Gänsehautmomente«, erinnert sich Christine Meyer (geb. Röder), die ihr Team damals als Kapitänin anführte. Obgleich das Meisterstück an einem Sonntag gelang, ließ es die Breiler-Truppe danach in Wallernhausen richtig krachen. »Wir sind im Bus Bob gefahren, haben die Polonaise gemacht und haben dann beim Volker Appel in der Dorfschänke alles auseinandergenommen«, lacht Meyer.

Dieser Durchmarsch - er war eine faustdicke Überraschung gewesen, ein kleines Handball-Märchen. In der Saison 2009/2010 war die HSG als langjähriger Oberligist plötzlich abgestiegen, musste in der Landesliga ran. Noch in der Vorrunde sprang Trainer Thomas Wallendorf ab, wurde Jugendkoordinator bei der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen. Breiler, der die Mannschaft als Lebensgefährte von Claudia Pfaff ohnehin genau kannte, wechselte von der Tribüne auf die Trainerbank und führte die Spielgemeinschaft zurück in die Oberliga.

Dass sich in dieser nochmal ein solcher Erfolg anschließen würde, damit hatte niemand gerechnet. »Nicht die Gegner, nicht das Umfeld, nicht wir selbst«, sagt Breiler. Doch der Aufsteiger gewann Spiel um Spiel. Die Bilanz nach 13 von 22 Partien: Zwölf Siege, nur eine Niederlage. »Dadurch wurde uns schon relativ schnell bewusst, dass da was gehen kann«, blickt die damalige Spielmacherin Meyer zurück. »Wir haben durch unser Tempo viele Gegner überrannt. Die Mannschaft kam in einen Lauf, das Selbstvertrauen wuchs immer weiter, wir sind eine Erfolgswelle geritten. Es war eine Saison, in der alles gepasst hat«, sagt Breiler.

Besonders bemerkenswert: »Im Kern sind wir mit der Mannschaft, die in die Landesliga abgestiegen ist, in die 3. Liga aufgestiegen«, schildert Meyer. Einzig Mittelfrau Stefanie Thiele und Torhüterin Sabine Thiele (geb. Otto) waren zum Team dazu gestoßen.

Was zeichnete diese Meistermannschaft aus? »Wir waren sehr gefestigt, alle total eng befreundet und haben uns super verstanden«, meint Meyer. Breiler ergänzt: »Wir haben in dieser Zeit relativ hart trainiert. Aber die Mannschaft hat das angenommen, da hat niemand gemeckert. Die Mädels haben gearbeitet und sie haben gemerkt, dass sie besser werden.« Wohl nicht umsonst stellt Meyer heraus, dass »wir durch Christians Training diesen Durchmarsch geschafft haben«.

Bereits im vierletzten Spiel machte Gedern/Nidda alles klar. Vize-Meister HSG Dutenhofen/Münchholzhausen hatte schlussendlich acht Punkte Rückstand auf die HSG-Handballerinnen, die die Saison mit 37:7-Zählern beendeten. Und das, obwohl sie doch eigentlich nur den Klassenerhalt wollten.

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