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101 Kilometer durch den Vogelsberg

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Milla Kömpf (Nr. 59) und Jasmin Horst (Mitte) beim Start auf dem Hoherodskopf. © Stefan Weil

Schotten (sw). Trailläufer müssen für ihren Sport viel Zeit mitbringen. So war es auch bei der siebten Auflage des Vogelsberger Vulkan-Trails des TGV Schotten. Erstmals hatte Streckenchef Armin Buß mit seinen Helfern von der organisierenden Laufsport-Abteilung einen »Hunderter« angeboten. Am Ende fehlten Jonathan Gakstatter, dem ersten Sieger im Vogelsberg auf dieser Ultra-Distanz, siebeneinhalb Minuten, um die Zehn-Stunden-Marke zu knacken.

Dem Athleten aus der Nähe von Stuttgart konnte man im Ziel am Vulkaneum die Strapazen ansehen, schließlich hatte er nach dem Start um sechs Uhr am frühen Morgen bis zum Zieleinlauf kurz nach 16 Uhr nicht nur 101 Kilometer, sondern auch fast 3000 Höhenmeter mit seinen Speziallaufschuhen bewältigt. Fast eine halbe Stunde mehr benötigte Marcus Kreyer (Butzbach/10:35:29 Stunden), der drittplatzierte Florian Gräf blieb um zwei Sekunden unter elf Stunden.

Lokalmatador Christian Schüler (Laufprojekt Büdingen), der 2019 den damaligen »längsten Kanten« über 94 Kilometer gewonnen hatte, lief auf Platz vier (12:13:45 Stunden). 20 Minuten später hatte auch die Berlinerin Anne Gastmann (12:33:09 Stunden) die Mammutdistanz zurückgelegt. Sie hatte als einzige Frau für den Hunderter gemeldet.

Weniger Teilnehmer

»Insgesamt hatten wir auf mehr Teilnehmer, insbesondere auf den längeren Distanzen, gehofft«, so Laufsport-Abteilungsleiter Stefan Weil. Mit 145 Finishern und rund 170 Meldungen blieb die Resonanz deutlich hinter dem vergangenen Oktober bei der letzten Austragung zurück. »Damals haben wir sicher davon profitiert, dass wegen Corona viele Veranstaltungen im Verlauf des Sommers abgesagt wurden und wir mit dem späten Oktobertermin eine willkommene Startmöglichkeit anbieten konnten«, so Weil. »Allerdings haben in den vergangenen Tagen und Wochen eine ganze Reihe von Teilnehmern wegen Corona-Infektionen und den daraus resultierenden Nachwirkungen abgesagt.« Auch in diesem Jahr hatte der TGV die Veranstaltung aus Vorsicht vor Corona abgespeckt und zum Beispiel auf die übliche Nudelparty und ein Kinderprogramm verzichtet. »Im kommenden Jahr soll es das aber wieder geben«, so der Abteilungsleiter.

Gute Organisation, tolle Strecke

Viel Lob von den Teilnehmern gab es neben der Streckenführung auch für die reibungslose Organisation des rund 35-köpfigen Helferteams. »Es war ein rundum gelungener Lauf. Die Strecke war sehr gut markiert, an den Verpflegungspunkten hat es wirklich an nichts gefehlt, und zudem hattet ihr auch bestes Wetter organisiert«, bedankte sich Olaf Meier aus Genthin bei Magdeburg per E-Mail mit »ultrafreundlichen Grüßen«.

Begeisterung löste vor allem auch die schöne, meist sonnenüberflutete Vogelsberger Landschaft im frischen Maigrün aus. Erneut wurden die markanten Ausflugspunkte des Vogelsberges angelaufen, wie der Erlebnisberg Hoherodskopf, das Taufsteinmassiv, die Herchenhainer Höhe oder der Bilstein. Ratislav Stangl aus Prag hob besonders den Gackerstein mit dem herrlichen Blick auf den Hoherodskopf und weit bis in die Wetterau hervor, wie er im besten tschechischen »Singsang« wortreich erzählte. Der Kurs berührte aber auch viele eher ruhige Ecken wie die Uhu-Klippen bei Ilbeshausen. Tiefster Punkt war am Stausee, erstmals wurde auch in den frühen Morgenstunden der Ortsrand von Rainrod berührt.

Auf den »kürzeren« Distanzen siegten im Lauf T71 (71,3 Kilometer/2100 Höhenmeter) Thomas Fischer (RLT Rodgau) in 7:47:08 Stunden) bei den Männern und Venessa Schönenberger (7:49:12 Stunden) bei den Frauen. Die Ultra-Läuferin aus Bad Homburg verfehlte dabei nur knapp den Gesamtsieg. Die zweitplatzierte Läuferin Katrin Herbrik (Landau/7:59:098 Stunden) belegte in der Gesamtwertung Rang drei. Pech hatte Lorenzo Prieto Saiz (Köln), der vom richtigen Kurs abgekommen war und nicht die komplette Strecke lief. Das führte zu einer 90-minütigen Zeitstrafe, so dass er von Rang eins auf Rang drei zurückgestuft wurde.

Die T44-Distanz über 44 Kilometer und 1100 Höhenmeter entschieden Steffen Knauer (SC Dortelweil) in 3:56:18 Stunden sowie Svenja Gliem (Augsburg) in 4:15:47 Stunden für sich. Auch in dieser Wertung war die Siegerin zweitschnellste im Gesamteinlauf. Mela Zelenic (Altenstadt/5:51:24 Stunden) belegte bei den Frauen Rang vier. Die gleiche Platzierung schaffte Alexander Werwein (TGV Schotten/4:32:58 Stunden) bei den Männern.

Mit 66 Finishern war der Halbmarathon (T21) zahlenmäßig an besten besetzt. Sieger wurden Hannes Meister (Triathlon Team DSW Darmstadt) in 1:42:13 Stunden und Jessica Walker (2:16:41 Stunden). Als Vierte überquerte Regina Appel (Team Wupas Schotten/2:30:51 Stunden) die Ziellinie.

Ebenfalls über den vierten Platz freuen konnte sich Gabriel Emmel (TV Rainrod/1:53:00 Stunden) bei den Männern. Auf den Rängen neun und zehn kamen mit Carsten Zimmer (TGV/2:03:47 Stunden) und Florian Benischke (Freiwillige Feuerwehr Rainrod/2:04:36 Stunden) zwei weitere heimische Starter unter die Top Ten. Direkt dahinter wurde Markus Riedl (LLT Wallernhausen/2:07:25 Stunden) gewertet. Karl Lind (Team Wupas Schotten/2:37:36 Stunden) belegte den 39. Platz.

Auf der Strecke vom Hoherodskopf nach Schotten über zwölf Kilometer liefen Jasmin Horst und Milla Kömpf als gemeinsame Siegerinnen nach 1:05:51 Stunden über die Ziellinie. Die beiden jugendlichen Skilangläuferinnen des TGV Schotten ließen nur drei männliche Konkurrenten den Vortritt. Bei den Läufern siegte Michal Fortuna in 1:00:19 Stunden. Matthias Bernges (Fajuso Schotten/1:35:52 Stunden) wurde Elfter und Gerhard Dönges (LLT Wallernhausen/1:57:30 Stunden) belegte den 13. Platz. Alle Ergebnisse und zahlreiche Fotos sind im Internet zu finden unter https://vulkantrail-2022.racepedia.de.

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Im Ziel nach 21 Kilometern (von links): Carsten Zimmer (TGV Schotten), Gabriel Emmel (TV Rainrod) und Florian Benischke (FFW Rainrod). © Stefan Weil
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Markus Riedl (LLT Wallernhausen) belegte Platz elf im Halbmarathon. © Stefan Weil

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