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EC Bad Nauheim: Neben der Spur

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Von: Michael Nickolaus

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Unsanft: Robin van Calster und der EC Bad Nauheim kassierten eine 3:4-Niederlage gegen Lukas Slavetinsky und die Bayreuth Tigers. © Andreas Chuc

So spielt sich der EC Bad Nauheim im Tabellenkeller der Deutschen Eishockey-Liga 2 fest.

Keine Körpersprache, keine Gier, keine Aggressivität, keine Powerplay- und überhaupt wenig Torgefahr! Der EC Bad Nauheim präsentierte sich am Freitagabend vor 1618 Zuschauern im Colonel-Knight-Stadion neben der Spur und unterlag den ebenfalls fehlgestarteten Bayreuth Tigers mit 3:4 (1:1, 0:3, 2:0). Zweifellos: Mit Leistungen wie diesen werden sich die Roten Teufel im Tabellenkeller der Deutschen Eishockey-Liga 2 festspielen. »Wir haben uns im zweiten Drittel selbst ins Knie geschossen, hatten zu viele Fehler im Spiel. Die Mannschaft muss lernen, den Gameplan über 60 Minuten einzuhalten«, sagt Harry Lange, der Trainer. Sein Pendant Robin Farkas meinte: »Heute haben wir die Scheiben auch endlich einmal ins Netz gebracht.«

Zweifacher Torschütze der Hausherren zum Endstand war Taylor Vause, der vor Spielbeginn von DEL2-Geschäftsführer Rene Rudorisch als »Fan-Spieler der Saison 21/22« ausgezeichnet worden war. Den noch verheißungsvollen Führungstreffer hatte Jordan Hickmott für die Gastgeber erzielt.

Das Spiel beider Mannschaften war anfangs geprägt von der Punktausbeute vom Auftakt-Wochenende. Biederer Krampf dominierte, die wenigen spielerischen Momente gehörten den Gästen. Lange, der nach dem Ausfall von Kevin Schmidt weitgehend mit fünf Verteidigern spielte, hatte in der Offensive umgestellt, die Änderungen verpufften. Bayreuth fand immer wieder Lösungen gegen das Forechecking der Roten Teufel, die nach einem schnell vorgetragenen Angriff die Führung über- und den überlegenen Tigers etwas den Wind aus den Segeln nahmen. Zugriff fanden der EC aber nicht. Beim 1:1-Ausgleich (17.) war die Mannschaft zu weit aufgerückt, und Mike Mieszkowski steuerte nach einem exaktem Pass von Ex-Teufel Dani Bindels allein auf Felix Bick zu.

Im zweiten Abschnitt kippte die Partie endgültig in Richtung der Gäste. Bad Nauheim ließ alle Tugenden, die den Kader in der Vorsaison ausgezeichnet hatten, vermissen. Zunächst profitierte Ville Järvelainen von einem Turnover in der neutrale Zone und brachte die Wagnerstädter in Führung (27.), vier Minuten später war der kleine Finne, der DEL2-Tor-Torjäger der Vorsaison, von der blauen Linie erfolgreich - und schließlich ließen sich die Roten Teufel gar noch ein zweites Mal von einem tiefen Pass von Bindels auf den abschlussstarken Mieszkowski überraschen - 1:4 (38.). Das war die Vorentscheidung - und Bad Nauheim in diesem Moment gut bedient.

Die Hessen kamen mit veränderten Angriffsreihen zum Schlussabschnitt auf das Eis, vergaben aber auch die Powerplay-Chancen vier und fünf des Abends (die Überzahl-Möglichkeiten 13 und 14 in Serie). Vause gab mit seinem Anschlusstreffer noch einen Impuls, doch spielte Bayreuth die Partie sicher herunter, ehe Vause wenige Sekunden vor Schluss zum 3:4-Endstand traf.

EC Bad Nauheim: Bick - Seifert, Köhler, Sekesi, Erk, Wachter, Hafenrichter - Wörle, Coffmann, Pollastrone, Körner, Vause, Hickmott, van Calster, El-Sayed, Cerny, Bartuli, Herrmann, Steck.

Bayreuth Tigers: Schmidt - Stephan, Slavetinsky, Nikkilä, Raab, Pruden, Kurz, Schuster, Dietmann - Bindels, Kretschmann, Mieszkowski, Järveläinen, Cornet, Blomqvist, Roach, Ewanyk, Meier, Fabian, Schumacher.

Im Stenogramm / Tore: 1:0 (11.) Hickmott (Körner, Vause), 1:1 (17.) Mieszkowski (Bindels, Cornet), 1:2 (27.) Järveläinen (Cornet), 1:3 (31.) Järveläinen, 1:4 (38.) Mieskowski (Bindels), 2:4 (47.) Vause (Pollastrone, Erk), 3:4 (60.) Vause (Pollastrone, Wörle). - SR: Klein/Ratz. - Strafen: Bad Nauheim 6, Bayreuth 12. - Zuschauer: 1618.

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