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EC Bad Nauheim: Die Herzstücke gehalten

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Von: Michael Nickolaus

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Harry Lange - 2012 nach Bad Nauheim gekommen - geht in seine zweite Saison als DEL2-Cheftrainer. © Red

1000 Dauerkarten verkauft, die Millionen-Marke im Bereich Sponsoring geknackt, das Herz des Kaders gehalten: Der EC Bad Nauheim startet mit einem Euphorie-Mix aus sportlichem Erfolg und Perspektive in die Saison.

Erstmals mehr als 1000 verkaufte Dauerkarten, erstmals eine Einnahme von 1,3 Millionen Euro durch Werbepartner. Ein Euphorie-Mix aus sportlichem Erfolg (nach 18 Jahren hatten die Roten Teufel erstmals das Halbfinale erreicht) und Perspektive (in die Realisierung einer neuen, multifunktionalen Arena ist politische Bewegung gekommen) hat den EC Bad Nauhem durch den Sommer getragen. Eine unerwartet turbulente Vorbereitungs(tor)tour sowie eine personelle Baustelle in der Offensive trüben zum Saisonstart die Stimmung. - Die Kader-Analyse:

Tor: Felix Bick ist die Nummer eins; im Grunde genommen schon seit 2017, nur unterbrochen von einem kurzen Abstecher nach Frankfurt. Der 29-Jährige zählt zu den stabilsten DEL2-Keepern in den vergangenen Jahren. Philipp Maurer, seinen Stellvertreter, hätte man nach starken Leistungen in Bad Nauheim gerne gehalten, ihn zog es zu den Kassel Huskies. Der neue Backup trägt heißt Rihards Babulis. Er ist Debütant im Profi-Bereich. In der vergangenen Saison hatte der gebürtige Lette mit der U20 der Eisbären Berlin die DNL-Meisterschaft gefeiert.

Verteidigung : Hier ist der Kader besser aufgestellt als zu Beginn der Vorsaison; vor allem quantitativ. Mit Eric Stephan (Bayreuth) und Tomas Schmidt (Kaufbeuren) haben zwei Spieler Bad Nauheim verlassen. Dafür haben die Roten Teufel mit Stürmer Mick Köhler im vergangenen Winter noch aus der Not heraus - nach Huba Sekesi - einen neuen stabilen Verteidiger aus den eigenen Reihen dazugewonnen. Philipp Wachter kehrt aus seiner Verletzungspause zurück. Patrick Seifert sorgt mit all seiner Erfahrung für Struktur und Ordnung. Mit Marius Erk wurde ein Ex-Teufel (2015 bis 2018) aus Frankfurt zurückgeholt, zudem wird der erst 18-jährige Leo Hafenrichter in Bad Nauheim per Förderlizenz von Kooperationspartner Köln in seine bereits dritte Saison gehen. Überstrahlt wird die Abwehr von Kevin Schmidt, der in der Vorsaison als Verteidiger des Jahres ausgezeichnet worden war.

Angriff: Hier war der Kader während der Vorbereitung qualitativ zu dünn besetzt. Winter-Transfer Andrej Bires hatte seinen Abgang bereits bei seiner Rückkehr angekündigt. Andreas Pauli räumt nach zwei langwierigen Verletzungen in der Vorsaison einer beruflichen Ausbildung Priorität ein. Mick Köhler ist in der Abwehr gesetzt. Für Irritationen sorgten die Abgänge von Tristan Keck und Stefan Reiter. Keck, im Vorjahr erfolgreichster Torschütze der Mannschaft, hätte man mit Blick auf seine Einbürgerung gerne gehalten. Er spielt künftig für Kassel. Reiter wiederum, einig mit den Roten Teufeln, überraschte spät im Sommer mit seinem Wechselwunsch nach Rosenheim. Als vierter Kontingentspieler (für Keck) wurde der US-Amerikaner Tim Coffman aus der schweizer Nationalliga B verpflichtet; mit verheißungsvoller Vita und ebensolchen Erwartungen. Geblieben sind die Routiniers Marc El-Sayed und Tobias Wörle, geblieben ist Christoph Körner ebenso wie der junge Fabian Herrmann. Dazu gesellen sich die drei Kontingent-Stürmer Jerry Pollastrone, Jordan Hickmott und der im der Vorsaison alles überragende Taylor Vause. Aufgefüllt werden die Reihen mit Michael Bartuli - der Ex-Föli wurde fest verpflichtet - sowie Kevin Niedenz und Pascal Steck aus dem Kader der Kölner Haie. Ergänzt wurde der Kader in dieser Woche durch David Cerny.

Fazit: Die Herzstücke des Kaders wurden gehalten. Hinter den Top-Mannschaften ist Bad Nauheim in einem breiten, ausgeglichenen Mittelfeld zu erwarten. Die direkte Playoff-Qualifikation scheint ebenso möglich wie der Kampf »am Strich«.

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