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EC Bad Nauheim: Blackout in Crimmitschau

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Von: Michael Nickolaus

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Mick Köhler (links) und die Roten Teufel liefen in Crimmitschau (rechts: Henri Kanninen) dem Puck zumeist hinterher und kassierten bei den Sachsen eine deutliche 1:8-Niederlage. © Alexander Grimm

Der EC Bad Nauheim erlebt in Crimmitschau ein Debakel. Harry Lange, der Trainer, spricht von einem »rabenschwarzen Tag«, wie er ihn noch nicht erlebt habe.

Vier Gegentore binnen zehn Minuten im ersten Abschnitt, ein weiterer Gegentreffer noch vor der ersten Pause: Der EC Bad Nauheim erlebte am Sonntag einen Blackout in Crimmitschau, wo die Partie der Deutschen Eishockey-Liga 2 vor 1915 Zuschauern bei den Eispiraten nach nur 20 Minuten vorentschieden war. »Das war ein rabenschwarzer Tag, den ich so noch nicht erlebt habe und hoffenlich nicht mehr erleben werde. Unsere Leistungsträger haben zu viele falsche Entscheidungen getroffen«, sagt Harry Lange, der Trainer der Hessen, nach dem 1:8 (0:5, 0:1, 1:2)-Debakel. Den Ehrentreffer für die Gäste, die gegenüber dem mitreißenden Heimspiel am Freitag nicht wiederzuerkennen waren, erzielte Michael Barutli drei Minuten vor dem Ende.

Bad Nauheim - mit Robin van Calster als weiterer Leihgabe aus Köln im Kader - gehörten die ersten guten Szenen. Nach einem individuellen Fehler von Taylor Vause traf Lindsten aber zur Führung der Gastgeber (4.), die nur zwei Minuten später - sogar in Unterzahl - einen weiteren Fehler im Gäste-Aufbau, diesmal von Kevin Schmidt, durch Patrick Pohl zu nutzen verstanden. Die Treffer hatten die Anfangssequenzen auf den Kopf gestellt. Das Chaos in der eigenen Verteidigungszone sollte bei den Gästen eine Eigendynamik entwickeln. Beim dritten Treffer hatte Yannik Hänggi den Puck einfach mal in Richtung Tor bugsiert, wo Felix Bick vom abgefälschten Hartgummi auf dem falschen Fuß erwischt werden war. Crimmitschau zeigte nach der Niederlage vom Freitag in Selb nun natürlich eine ganze Körpersprache. Drei Minuten später erhöhte Filip Reisnecker auf 4:0 für die Hausherren (13.). Er ragierte bei einem Rebound am schnellsten. Das hatte inzwischen etwas von Slapstik. Ins Bild passt da noch: Crimmitschau nutzte gleich das erste Powerplay, das Bad Nauheim tief in gegnerischen Spieldrittel verursacht hatte, und erhöhte durch Pohl noch auf 5:0 (20.).

Im zweiten Abschnitt boten fünf Powerplay-Minuten - teils in doppelter Überzahl - den Gästen - nun mit Richards Babulis zwischen den Pfosten - die Möglichkeit, ins Spiel zu finden. Bad Nauheim fand gegen die Defensive, die leidenschaftlich Schüsse blockte, aber überhaupt keinen Abschluss mit Torgefahr. Wie es geht, zeigte stattdessen Tyler Gron bei Eispiraten-Überzahl mit einem trockenen Schuss aus dem Handgelenk zum 6:0 (28.). In der zweiten Hälfte der Partie litt der Spielfluss unter zahlreichen Hinausstellungen auf beiden Seiten. Mit zwei weiteren Powerplay-Toren - den Überzahl-Toren drei und vier - erhöhte Crimmitschau durch Pohl und Linsten seine Trefferzahl. Für den Ehrentreffer der im Spiel Fünf-gegen-fünf ungefährlichen Hessen sorgte Michael Bartuli, der einen Querpass der Eispriaten in der eigenen Zone abgefangen hatte und nicht lange fackelte.

Eispiraten Crimmitschau: Sharipov - Oleff, Scalzo, Hänggi, Doherty, Thomas, Walsh - Gron, Lindsten, Pohl, Lemay, Kanninen, Reisnecker, Schietzold, Feser, Lutz, Gams, Böttcher, Kanya.

EC Bad Nauheim: Bick (ab 21. Babulis) - Schmidt, Sekesi, Seifert, Köhler, Erk, Wachter, Hafenrichter - Wörle, Vause, Hickmott, Pollastrone, Coffman, Körner, van Calster, El-Sayed, Cerny, Bartuli, Herrmann, Steck.

Im Stenogramm / Tore: 1:0 (4.) Lindsten, 2:0 (6.) Pohl (Lindsten - SH), 3:0 (10.) Lemay (Hänggi, Kanninen), 4:0 (13.) Reisnecker (Lemay, Pohl), 5:0 (20.) Pohl (Schietzold, Reisnecker), 6:0 (29.) Gron (Reisnecker, Scalzo - PP1), 7:0 (56.) Pohl (Scalzo, Lindsten - PP2), 7:1 (57.) Bartuli, 8:1 (59.) Lindsten (Pohl, Schietzld - PP1). - Schiedsrichter: Schütz/Harrer. - Strafminuten: Crimmitschau 18, Bad Nauheim 22. - Zuschauer: 1915.

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