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Positiver Corona-Test: Kann ich den Urlaub kostenlos stornieren?

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Von: Franziska Kaindl

Positiver Antigen Schnelltest
Bei einem positiven Corona-Test kann eine Reise nicht mehr angetreten werden. © Michael Weber/Imago

Wer positiv auf das Coronavirus getestet wird, muss sich in Quarantäne begeben. Doch was passiert in diesem Fall mit einem gebuchten Urlaub? Gibt es Geld zurück?

Seit beinahe zwei Jahren sorgt die Corona-Pandemie für viel Unsicherheit und wechselnde Regeln beim Reisen. Durch die Ausbreitung der ansteckenden Omikron-Variante* steigen die Fallzahlen in vielen Ländern wieder an. Einige erwischt es kurz vor einem geplanten Urlaub. In diesem Fall kann die Auszeit nicht stattfinden, weil sich Betroffene in Quarantäne begeben müssen. Doch was passiert dann mit den Reisekosten?

Positiver Corona-Test vor Reiseantritt: Reiseveranstalter dürfen Stornokosten verlangen

Zu Beginn der Pandemie handelte es sich bei einer Reisewarnung oder den Corona-Einschränkungen am Urlaubsort noch um außergewöhnliche Umstände, die ein kostenfreies Stornieren ermöglichten. Mittlerweile greift dieses kostenlose Rücktrittsrecht bei vielen Reiseveranstaltern oder Hotels nicht mehr. Auch eine Corona-Infektion führt nicht mehr automatisch zur Erstattung der Reisekosten, wie der Reiserechtsanwalt Paul Degott laut dem Online-Portal Reisereporter erklärt: „Erkrankt ein Reisender vor Reiseantritt an dem Coronavirus, dann handelt es sich dabei um einen persönlichen Grund. Deshalb gelten keine außergewöhnlichen Umstände. Ein kostenfreier Rücktritt von der Pauschalreise* ist also nicht möglich.“ Für Individualreisende gilt dasselbe. Wer wegen eines infizierten Familienmitglieds in Quarantäne muss, kann ebenfalls nicht auf eine Erstattung der Reisekosten hoffen. „Auch wenn die Quarantäne von den Behörden angeordnet wird, ist es immer noch ein persönlicher Grund“, berichtet Degott.

Auch interessant: Was Corona-Hochrisikogebiete rechtlich für Reisende bedeuten.

Greift die Reiserücktrittsversicherung bei einem positiven Corona-Test?

Normalerweise übernimmt eine Reiserücktrittsversicherung die Kosten für eine Stornierung aufgrund eines Krankheitsfalls. Allerdings enthalten manche Verträge Klauseln, die Krankheiten ausschließen, die von der WHO als Pandemie eingestuft werden. Achten Sie also genau auf das Kleingedruckte Ihrer Versicherung, wenn Sie aufgrund eines positiven Corona-Tests nicht verreisen können. Mittlerweile bieten aber viele Reiseveranstalter spezielle Reiseschutzpakete, die genau auf solche Fälle zugeschnitten sind.

Lesen Sie auch: Reise umbuchen: Wie oft kann ich meine Pauschalreise verschieben

So bietet unter anderem Tui das sogenannte Tui Protect Serviceversprechen, welches Kunden Stornierungskosten bis zu 1.500 Euro pro Person abnimmt, wenn eine behördliche Quarantäne angeordnet wurde. Dabei macht es keinen Unterschied, ob der Reisende tatsächlich infiziert ist oder nur ein Verdacht besteht. Die Kosten für den Reiseschutz sind bereits im Reisepreis enthalten. Die FTI Group bietet hingegen für 9,99 Euro einen Corona-Reiseschutz, der zur Reise hinzugebucht werden kann. Mit ihm werden bei einer Stornierung maximal 1.500 Euro pro Person erstattet, wenn ein positiver PCR-Test vorliegt. Voraussetzung ist, dass die Testung 72 Stunden oder weniger vor der Abreise erfolgt ist und die Reise innerhalb von zehn Stunden storniert wird. Bei Kontakt zu einer infizierten Person greift aber nur die Premiumvariante des Corona-Reiseschutzes für 14,90 Euro. Informieren Sie sich also vor der Reisebuchung über die Reiseschutzpakete der Veranstalter und überprüfen Sie genau, welche Fälle von der Versicherung abgedeckt sind und welche nicht. (fk) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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