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Corona-Booster „so schnell wie möglich“!? Wer sich die Auffrischimpfung jetzt geben lassen sollte laut Experte

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Von: Christine Novotny, Juliane Gutmann

Die vierte Corona-Welle ist in vollem Gange. Sie wollen sich so gut wie möglich vor Covid-19 schützen? Die Booster-Impfung frischt den Impfschutz auf.

Die Regierung verhängt angesichts steigender Corona-Fallzahlen erneut strengere Regelungen. In weiten Teilen Deutschlands müssen Bars und Clubs erneut schließen, Ungeimpfte ihre Kontakte einschränken und auch die OP-Maskenpflicht wurde vielerorts wieder von der FFP2-Maskenpflicht abgelöst. Abstandsregelungen und ausgeklügelte Hygienekonzepte wie etwa in Hotels helfen außerdem, die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Doch den besten Schutz für jeden Einzelnen und die Gemeinschaft stellt aktuell die Coronaschutzimpfung dar. Seit dem Start der Impfkampagne Ende 2020 haben sich mittlerweile 59 Millionen Menschen in Deutschland gegen das Coronavirus immunisieren lassen. 68,3  Prozent der Bevölkerung sind nach Angaben des Impfdashboards Deutschland bereits vollständig geimpft.

Doch eine Impfung schützt nicht dauerhaft vor schweren Corona-Krankheitsverläufen*, so der Virenexperte Professor Dr. Dr. Franz-Xaver Reichl von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Wann die Booster-Impfung für wen sinnvoll ist, erklärt er im Merkur.de-Interview.

Prof. Franz-Xaver Reichl ist Beauftragter für die Biologische Sicherheit von Bakterien und Viren an der Ludwig-Maximilian-Universität München.
Prof. Franz-Xaver Reichl ist Beauftragter für die Biologische Sicherheit von Bakterien und Viren an der Ludwig-Maximilians-Universität München. © Marcus Schlaf

Umfrage zum Thema Corona-Impfung

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Auffrischimpfungen sind das aktuelle Thema. Jeder Erwachsene sollte sich „boostern“ lassen, so aktuelle Empfehlungen. © Matthias Bein/dpa

Appell vor allem an Ü-60-Jährige: „Bitte so schnell wie möglich diese Booster-Impfung durchführen“

Bei älteren Personen lasse die Schutzwirkung der Corona-Impfung bereits nach etwa sechs Monaten nach, so der Mikrobiologe und Toxikologe Franz-Xaver Reichl. Neuere Studien würden sogar zeigen, dass sich der Impfschutz hier bereits nach fünf Monaten verflüchtigt. „Das heißt, die 70-, 80-Jährigen sollten schon nach fünf Monaten geimpft werden“, so Reichl.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Booster-Impfung* allerdings frühestens sechs Monate nach der vollständigen Erstimmunisierung. „Es ist natürlich schon problematisch, wenn die Stiko nach wie vor empfiehlt, erst nach sechs Monaten zu impfen“, so die Einschätzung von Professor Reichl. Alle Studienergebnisse würden darauf hindeuten, dass man die Corona-Impfung früher auffrischen kann und auch soll. Dies betreffe nicht nur Ältere, sondern auch Erwachsene ab 18 Jahren.

Reichls Appell: Vor allem die älteren Bürger sollten ihren Corona-Impfschutz so schnell wie möglich auffrischen lassen – am besten bereits fünf Monate nach der ersten Immunisierung. „Bitte so schnell wie möglich diese Booster-Impfung durchführen“, rät Reichl vor allem den Ü-60-Jährigen. Früher als fünf Monate nach Erstimmunisierung sollte man sich allerdings nicht „boostern“ lassen, so Reichl: „Das ist augenblicklich nicht zu empfehlen“. (jg) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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