1. Startseite
  2. Politik
  3. Landespolitik

Keine Corona-Fallzahlen am Wochenende: Was sich in Hessen nun ändert

Erstellt:

Von: Erik Scharf

In Hessen werden an Wochenenden und Feiertagen künftig keine Corona-Fallzahlen mehr übermittelt. Was das für die Statistik bedeutet.

Wiesbaden/Frankfurt – Seit über zwei Jahren begleiten die täglichen Corona-Fallzahlen die Menschen in Hessen. In Zeiten, als bestimmte Werte bei der Inzidenz über verschärfte oder gelockerte Regeln entschieden, war die exakte Übermittlung der Corona-Infektionen notwendig.

Mittlerweile hat die Inzidenz an Aussagekraft verloren. Als Indikator dient sie erst recht seit der Aufhebung der meisten Corona-Maßnahmen in Hessen nicht mehr. Dabei lag die Inzidenz in den vergangenen Wochen und Monaten seit dem Jahreswechsel auf einem Rekordniveau.

Corona in Hessen: Keine Fallzahlen am Wochenende und an Feiertagen

Vom kommenden Wochenende an werden die hessischen Gesundheitsämter die Corona-Infektionszahlen von Wochenend- und Feiertagen bis auf weiteres erst am jeweils folgenden Arbeitstag melden. Auch dem Berliner Robert Koch-Institut würden diese Daten künftig wie in zahlreichen anderen Bundesländern erst am jeweils folgenden Arbeitstag zur Verfügung gestellt, teilte das hessische Sozialministerium am Dienstag (26. April) mit. „Die Gesamtfallzahl bleibt somit gleich.“

Infektionszahlen in Hessen werden an Sonn- und Feiertagen künftig nicht mehr tagesaktuell übermittelt. (Symbolfoto)
Infektionszahlen in Hessen werden an Sonn- und Feiertagen künftig nicht mehr tagesaktuell übermittelt. (Symbolfoto) © Frank Rumpenhorst/dpa

Einzelne Landkreise in Hessen verfahren bei der Übermittlung der Fallzahlen bereits so. Erkennbar war dies in der Regel daran, dass keine Neuinfektionen gemeldet wurden. An diesen Tagen stand eine „0“ in der Statistik. Umso höher fiel die Zahl am nächsten Tag der Übermittlung oft aus.

Corona in Hessen: Ministerium setzt auf Zahlen aus den Krankenhäusern

Zur Frage der Aussagekraft der Zahlen erklärte das Ministerium, für die Bewertung der Belastung des Gesundheitssystems stünden weitere wichtige Indikatoren zur Verfügung, insbesondere die Daten über die stationäre Versorgung von COVID-19-Patientinnen und -Patienten, die das hessische Sozialministerium zur Steuerung der stationären Versorgung heranziehe.

„Die Tagesinzidenzen werden künftig montags (oder am ersten Arbeitstag nach dem Feiertag) sicherlich höher als sonst sein“, hieß es. Das Corona-Bulletin des Sozialministeriums mit den tagesaktuellen Zahlen werde künftig montags bis freitags um 14.00 Uhr veröffentlicht. Mit Hilfe der Daten werden die sogenannten Inzidenzwerte errechnet, also etwa die Zahl der Corona-Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. (esa/dpa)

Auch interessant