Kommentar zu den Rückzügen von Altmaier und AKK: Druckanstieg

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Die Erosion des alten Machtzentrums der CDU hat begonnen. Das saarländische Christdemokraten-Tandem, bestehend aus Annegret Kramp-Karrenbauer und Peter Altmaier, gibt freiwillig seine frisch errungenen Bundestagsmandate ab, um zwei jüngeren Politikern Platz zu machen. Ein Schritt, der Respekt verdient. Während der gescheiterte Kanzlerkandidat Armin Laschet weiterhin von einer möglichen innerparteilichen Erneuerung in einer Zukunftskoalition spricht, stoßen Altmaier und Kramp-Karrenbauer proaktiv einen Generationenwechsel in der Partei an.

Mit den beiden Spitzenpolitikern gehen nämlich nicht nur zwei amtierende Bundesminister, sondern auch enge Vertraute der baldigen Altkanzlerin Angela Merkel. Altmaier galt stets als Ziehsohn Merkels, Kramp-Karrenbauer zwischenzeitlich als die von ihr auserkorene Nachfolgerin für das Bundeskanzlerinnenamt. Mehr alte Garde geht kaum. Im Gegensatz zu Laschet scheinen nun Altmaier und Kramp-Karrenbauer nach der historischen Wahlschlappe die Zeichen der Zeit erkannt zu haben, senden mit ihren Rückzügen ein starkes Signal in die Partei hinein – und bauen gleichzeitig Druck auf den Rest des alten Machtzentrums auf. Auf jene CDU-Politiker, die allen Umfragewerten zum Trotz gegen den breiten Willen der Basis Laschet als Kanzlerkandidaten durchgedrückt haben. Denn: Wenn die CDU es wirklich ernst meint mit der Erneuerung, mit dem allseits geforderten Generationenwechsel, dann müssen zwingend weitere CDU-Politiker Altmaiers und Kramp-Karrenbauers Beispiel folgen.

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