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G7-Gipfel im Überblick: Das sind die zehn zentralen Ergebnisse aus Elmau

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Von: Hannes Niemeyer

Der G7-Gipfel ist vorbei. Zu Buche stehen Fotos vor Bergpanorama, etliche Gespräche – und zehn Ergebnisse aus den Arbeitsgesprächen. Ein Überblick.

Elmau – Drei ereignisreiche Tage sind zu Ende: Der G7-Gipfel 2022 in Elmau ist vorbei. In insgesamt sieben Arbeitsgespräche sprachen die Regierungschefs aus sieben der vermeintlich mächtigsten Länder der Welt unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzler Olaf Scholz über die verschiedensten Themen vom Klimaschutz bis hin zum Ukraine-Krieg. Zu letztem sprach Kanzler Scholz im finalen G7-Statement noch einmal deutlich aus, dass Wladimir Putin den Krieg nicht gewinnen dürfe. US-Präsident Joe Biden war da bereits abgereist.

Auch im Hinblick auf den direkt folgenden Nato-Gipfel in Madrid sind die Ergebnisse und der kollektive Schulterschluss der sieben großen Länder spannend. Unter dem Leitsatz „Fortschritt für eine gerechte Welt“ veröffentlichten die G7-Länder nun am Dienstagnachmittag eine Übersicht über die Beschlüsse und Absprachen der drei Tage auf Schloss Elmau. Die zehn zentralen Ergebnisse im Überblick:

G7-Gipfel im Überblick: G7 stärkt Solidarität zur Ukraine

Auf dem Gipfel einigte sich die Runde darauf, weiterhin fest an der Seite der Ukraine zu stehen, solange es nötig ist. Hierzu zählt nicht nur finanzielle Unterstützung sondern auch die Zusicherung zur Lieferung weiteren militärischen Bedarfs noch im Jahr 2022. Beschlossen wurde dies wohl auch in einer Runde am Montag, in der Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, per Video zugeschaltet war.

G7-Gipfel im Überblick: Runde stimmt Scholz‘ Klimaclub-Idee zu

Olaf Scholz hatte es gefordert, die G7-Staaten stimmen zu: Der sogenannte Klimaclub nimmt Formen an. In „offener und kooperativer“ Form soll dieser Club bis zum Ende des Jahres 2022 gegründet werden und auch als „globale Antwort auf die Klimakrise“ dienen. Für die Ausarbeitung des Konzeptes sind die jeweiligen Minister der Länder bis Jahresende verantwortlich. Weitere Partner und internationale Organisationen sollen hinzugezogen werden. Das Konzept im Kurz-Überblick:

Klimakrise: G7 trifft weitere Maßnahmen zur Beschleunigung der internationalen Klimaschutz-Agenda

Angesichts der sich verschärfenden Klimakrise wollen die G7-Länder die internationale Klimaschutz-Agenda beschleunigt umsetzen. Regelungen zu Kohleverstromung sind vorgesehen genau so wie die Unterstützung von durch den Klimawandel stark betroffener Länder. Deutschland bekräftigt außerdem sein Ziel, bis zum Jahr 2025 mindestens sechs Milliarden Euro zur internationalen Klimafinanzierung beizutragen.

Neben Fotos vor Bergpanorama wurde beim G7-Gipfel in Elmau auch konstruktiv gesprochen. Zehn Kern-Ergebnisse kamen dabei zusammen.
Neben Fotos vor Bergpanorama wurde beim G7-Gipfel in Elmau auch konstruktiv gesprochen. Zehn Kern-Ergebnisse kamen dabei zusammen. © Michael Kappeler / dpa

Internationale Hungerkrise: G7 kämpft mit „Bündnis für globale Ernährungssicherheit“ dagegen an

Durch den Ukraine-Krieg hat sich auch die Hungerkrise in der Welt drastisch verschärft. Vor dem Gipfel forderte etwa Grünen-Politikerin Renate Künast deshalb bereits ein Umdenken im Ernährungssystem. Die G7-Länder vereinbarten Maßnahmen, um die Krise aktiv zu bekämpfen. Es geht um finanzielle Hilfe, die Ausfuhr-Ermöglichung für ukrainisches Getreide und eine Plattform zur globalen Zusammenarbeit.

Streitthema Energieversorgung: G7 mit Plan zur Sicherung

Trotz der Sanktionen profitierte Russland wohl zuletzt weiterhin massiv von Energieexporten in den Westen. In Deutschland hingegen ist die Situation angespannt. Wirtschaftsminister Habeck rief unlängst die Alarmstufe im Notfallplan Gas aus. Die G7-Staaten wollen daher einen Weg finden, die Energieabhängigkeit von Russland zu beenden und gleichzeitig die Energieversorgung in den Ländern sicherzustellen. Dazu sollen Maßnahmen getroffen werden.

G7-Überblick: Runde will globale Partnerschaften für Infrastruktur und Investitionen ausgestalten

Auch durch globale Partnerschaften in den Bereichen Infrastruktur und Investitionen will die G7-Runde etwas für den Energiesektor sowie den Klimaschutz tun. Investitionen sind ebenso geplant wie eine sogenannte „Energiewende-Partnerschaft“.

Weltwirtschaft und Inflationsrisiken: G7 stimmt sich ab

Im Zuge der rekordverdächtigen globalen Inflation beschließt die G7-Runde, intensiv Absprachen zu treffen. Man wolle sich eng zu akuten wirtschaftlichen Risikofaktoren koordinieren. Hierbei geht es um steigende Preise wie auch zunehmende Verschuldung. Zugleich wollen die G7-Länder gezielt Unterstützung zur Verfügung stellen, wo nötig. Besonders Entwicklungsländer in Afrika sollen unterstützt werden. Gemeinsam mit dem OECD will man außerdem die Versorungssicherheit bei kritschen Rohstoffen koordinieren. Investitionen sollen im Aufbau verantwortungsvoller, nachhaltiger und transparenter Lieferketten helfen, heißt es aus dem G7-Statement weiter.

G7-Beschlüsse zur Stärkung der globalen Gesundheit

Die Corona-Pandemie hat die gesamte Welt hart getroffen - und gezeigt, wie wichtig eine globale Strategie zur Bekämpfung etwaiger Pandemien sowie ein starkes weltweites Gesundheitsnetz sein können. Auch hierzu gab es Ergebnisse aus der G7-Runde.

G7-Ergebnisse: Runde untermauert auf Schloss Elmau Basis für wertebasiertes Handeln

In Gespräche auf Schloss Elmau haben die Staats- und Regierungschefs der G7-Runde sich auch auf eine stärkere Berücksichtigung wertebasierten Handelns verständigt. Hierzu wolle man die Gleichstellung von Frauen und Männern sowie von trans- und nicht-binären Menschen stärken. Fortschritte sollen konsequent überprüft werden. Außerdem wolle man die Zusammenarbeit im Kampf gegen Desinformationen und hybride Bedrohungen stärken. Auch die verstärkte Kooperation zur Implementierung internationaler Cyber-Normen ist vorgesehen. Der internationale Kampf gegen Korruption soll eine höhrere Priorität bekommen.

G7 will Demokratie stärken - gemeinsam mit Partnerländern

Der zehnte und letzte Punkt der langen Ergebnis-Liste: Die G7 will mit Partnerländern ein gemeinsames Signal für die Stärkung resilienter Demokratien senden. Zu den Partnerländern zählen Indonesien, Indien, Senegal, Südafrika und Argentinien. Die Staatschefs der Länder waren rund um den G7-Gipfel ebenfalls zu Gast in der Region. Gemeinsam mit den G7-Ländern will man ndie Bedeutung enger Zusammenarbeit globaler Demokratien und regelbasierter internationaler Ordnung bekräftigen.

Mit der Verkündung der Ergebnisse ist der G7-Gipfel offiziell auch beendet. Die Staatschefs sind bereits abgereist. Zur Ankunft bekam ein „exklusiver Kreis“ aber Geschenk-Rucksäcke von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Der CSU-Boss enthüllte auch den Inhalt - und bekam mächtig Spott.

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