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Russland sucht händeringend nach Soldaten

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Von: Moritz Serif

Russland habe laut Geheimdienstinformationen 70.000 bis 80.000 Soldaten verloren. Putin sucht deshalb dringend nach Verstärkung. 

Moskau – Das hatte sich Wladimir Putin anders vorgestellt: Eigentlich sollte Russland im Ukraine-Krieg bereits viel mehr Fortschritte gemacht haben. Doch die Ukraine wehrt sich erbittert gegen den Eindringling. Auch die Kreml-Truppen bekommen das zu spüren. Jeden Tag gibt es neue Berichte über russische Verluste an der Front. Mittlerweile wirkt sich das auf die Moral der Kreml-Truppen aus, die sich laut eines hochrangigen US-Militärs in einem „miserablen“ Zustand befinden soll.

Beispielsweise sei das Training nicht gut. „Ich wusste, dass das russische Militär schlecht aufgestellt ist, doch ich wusste nicht, dass es so schwach ist“, sagte Mark Hertling, ehemaliger Lieutenant der US. Army, gegenüber Newsweek. Nach Angaben des US-Geheimdienstes suche Russland daher verzweifelt nach neuen Truppen. 70.000 bis 80.000 Soldatinnen und Soldaten seien demnach bereits gestorben. Wie das RND berichtet, leide das Militär unter Personalmangel. Verwunderte Streitkräfte müssten zurück in den Kampf zurückkehren, sagte ein US-Vertreter der Nachrichtenagentur AP. Der Kreml rekrutierte sein Personal von privaten Sicherheitsfirmen.

Putin schickt Gefangene als Soldatinnen und Soldaten in den Ukraine-Krieg

Teilweise müssten Gefangene in die Schlacht ziehen – als Ausgleich gebe es Begnadigungen und Geld. Putin hatte daher angekündigt, die Zahl der Soldatinnen und Soldaten um 137.000 auf 1,15 Millionen zu erhöhen. Der britische Geheimdienst sieht darin keinen Vorteil für den Angreifer. Großbritannien bezweifelt, dass die angekündigte Aufstockung der russischen Armee um knapp 140.000 Kräfte die Schlagfähigkeit der Truppen im Krieg gegen die Ukraine erhöhen wird.

„Auf jeden Fall dürfte die Anordnung nach den derzeit geltenden Rechtsvorschriften keine wesentlichen Fortschritte bei der Stärkung der russischen Kampfkraft in der Ukraine bringen“, teilte das Verteidigungsministerium in London am Sonntag mit. „Das liegt daran, dass Russland Zehntausende Soldaten verloren hat“, hieß es unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse. Zudem würden derzeit nur sehr wenige neue Vertragssoldaten eingestellt, und Wehrpflichtige seien nicht verpflichtet, außerhalb des russischen Territoriums zu dienen.

Putin
Russlands Präsident Wladimir Putin: Das Land hält ein Militärmanöver im Osten ab. © Aleksey Nikolskyi/Sputnik/dpa

Russland erhöht Zahl der Soldatinnen und Soldaten im Ukraine-Krieg

„Es bleibt unklar, ob Russland versuchen wird, diese Erhöhung durch die Rekrutierung von mehr freiwilligen Vertragssoldaten oder durch die Erhöhung der jährlichen Ziele für die Einziehung Wehrpflichtiger zu decken“, so der Geheimdienst. (mse)

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